Schluchtensteig von Todtmoos durch Wehraschlucht bis Wehr

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Guten Morgen, Schluchtensteig! Ist es wirklich schon wieder soweit? Beginnt heute die letzte der 6 Etappen von Stühlingen nach Wehr? Tatsächlich. Es ist Donnerstagmorgen, ich wache im Hotel Rössle in Todtmoos auf und werfe nochmal einen Blick auf die Wanderkarte. Ja. Mehr gibt es nicht, heute Nachmittag bin ich durch mit den Etappen.

Schnell Aufstehen, Morgentoilette und einen Blick aus dem Fenster werfen, gestern wurde für heute schlechtes Wetter mit hoher Regenwahrscheinlichkeit ab Mittag angesagt.


Der #Sonnenaufgang heute morgen war ja ganz nett – kurz danach trübte es ein..

Ein von Travellerblog (@hubertmayer) gepostetes Foto am

Das sieht doch mal gar nicht schlecht aus, oder?

Dann mal los zum Frühstück, das gibt’s ab 7 Uhr hier, dann warten, bis ich ab 8.15 Uhr meine Rechnung bezahlen kann für Speis‘ und Trank, dann los.

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Das Wetter sieht mittlerweile gar nicht mehr so gut aus, es ist trüb und die Wolken oder Nebel kommen tief herunter.

Ich beschließe, sehr fix den Berg runter zum Startpunkt der 6. Etappe von Todtmoos nach Wehr zu gehen und auch die Stücke, die sich schnell laufen lassen, mit entsprechendem Tempo anzugehen, so dass ich möglichst weit komme, bevor es beginnt zu regnen.

Um 8.28 Uhr komme ich unten in Todtmoos auf die Etappenstrecke, die im Ort beginnt. 23 km stehen mir heute bevor, einen zusätzlichen bin ich schon vom Hotel in Todtmoos-Strick runter gelaufen. Am Ende des Tages wird noch ein weiterer Kilometer bis zum Hotel dazu kommen, doch das werde ich erst später feststellen.

Am Ortsrand von Todtmoos geht es rechts steil auf einer Teerstrasse hoch,

Auf der Teerstrasse geht es in Todtmoos bergauf

Auf der Teerstrasse geht es in Todtmoos bergauf

ich treffe wieder auf Brigitte, mit der ich schon in St. Blasien quatschte. Wie ihr denn die Etappe gestern gefallen habe, frage ich sie. „Anstrengend. Obwohl sie ja kürzer war, als der Beginn (Anmerkung: Sie macht den Schluchtensteig in fünf statt sechs Etappen wie ich). Aber von der Strecke her toll.“ (Aus meiner Erinnerung, nicht wortwörtlich) Der Weg wird kurz flacher, ich verabschiede mich und gebe Gas. Bis zur Reha-Klinik Wehrawald der Deutschen Rentenversicherung wird es kurz noch einmal steil, doch ich bin ja noch fit. Danach geht es wieder abwärts. Unterwegs schon in der ersten Aussichtsbänke.

Unten am Parkplatz geht es nach rechts, dann wenigen Metern zweigt der Wanderweg nach links ab und ich verlasse schon den Teerstreckenbereich.

Abzweigung, weg von der Teerstarsse ins Grüne

Abzweigung, weg von der Teerstarsse ins Grüne

Weiter geht es auf Schotter. 15 Minuten habe ich bis hierher gebraucht. Auf einmal steigt mir der Geruch von Minze in die Nase (ob mich da nicht etwas täuscht?), sehr angenehm und erfrischend am Morgen.

Der folgende Weg ist breit und geht mit einer gemächlichen Steigung aufwärts.

Breiter Waldweg aka Wanderautobahn auf der 6. Etappe des Schluchtensteigs

Breiter Waldweg aka Wanderautobahn

Mein Schritt dagegen ist alles andere als gemächlich, ich gebe mordsmäßig Gas, um weit zu kommen. Das heißt aber auch, dass Du die folgenden Zeitangaben nicht für eine normale Wanderung annehmen darfst – kein Spass, trotz Steigungen und Gefälle hatte ich einen über 5,5 Stunden Schnitt die ersten 2,5 Stunden. Aber diese breiten „Wanderautobahnen“ wie dieser Waldweg machen das auch möglich, wenn man meint, das tun zu müssen. Trotzdem merke ich die vorangegangenen Wandertage deutlich, häufig hebe ich die Füsse nicht hoch genug und schlürfe über den Boden.

Knapp eine Viertelstunde später kommt wieder eine Bank, auf der Du Pause machen könntest, dann geht es links auf einen Teerweg. Leicht abwärts geht es durch Schwarzenbach, das Wetter macht mir aber Sorgen.

Trüber Himmel heute, feuchte Luft

Trüber Himmel heute, feuchte Luft

Es weht ein kühler Wind, es ist wolkig und ich habe das Gefühl, dass auch die Luft schon regenfeucht ist.

Am Landgasthof Sternen geht es links den Berg runter, das lässt sich nur durch das Schild erahnen, dass links am Masten ist und von der anderen Seite, von unten kommend, zu sehen ist. Unten angekommen, sind es noch 20 km bis Wehr, die ersten 3 km habe ich also geschafft. Noch ein kleines Stück geht es auf Teer weiter, Holzgeruch steigt mir in die Nase und ich sehe eine Art größere Garage oberhalb. Möglicherweise eine Tischlerei oder so?

In der folgenden Kehre nach rechts zweigt der Schluchtensteig nach links ab und ich verlasse wieder den Teerweg.

Und wieder runter vom Teer

Und wieder runter vom Teer

Hier führt der Weg dann nach links unten, das entsprechende Schild hängt parallel zum Weg und ist daher kaum zu sehen. Auf dem Waldweg, der hier kommt, geht es erst leicht abwärts, dann kurz aufwärts, bevor ein ebenes Stück folgt.

Schöner Weg hier auf der 6. Etappe des Schluchtensteigs

Schöner Weg hier

Mir gefällt der teil ganz, gut, auch wenn es immer noch eine Wanderautobahn ist. Insbesondere, als es auf einmal ein wenig bunter wird und Felsen auftauchen.

Die Landschaft wird vielfältiger im Laufe des Weges auf dem Schluchtensteig

Die Landschaft wird vielfältiger im Laufe des Weges

Ich lasse der Schwerkraft fast freien Lauf und gehe mit sehr weiten Schritten immer weiter. Ein Waldweg kommt mir in die Quere, hier geht es zwei Meter nach links und dann wieder nach rechts. Der Weg wird wieder steiler, aber auch grüner und schmaler, einfach natürlicher.

Im Grünen geht es abwärts auf der 6. Etappe des Schluchtensteigs

Im Grünen geht es abwärts

Gegen 9.30 Uhr bin ich im Tal angekommen, ich stosse direkt auf eine größere Strasse. Doch schon schräg gegenüber kann ich die Schilder erkennen, die die Wanderwege hier auszeichnen und so laufe ich flotten Schrittes weiter. Mein sehr hohes Tempo macht sich bemerkbar, mir ist leicht schwindlig. Auf dem Wegweiser nach der Brücke ist Wehr mit 17,5 km angeschrieben, ich war bis dato also mit rund 5,5 Stundenkilometern unterwegs, trotz Steigungen und Gefällen. Ich mache eine kurze Pause, nehme einen Schluck aus meiner Trinkflasche *) Affiliatelink (der Plan ist sowieso, ziemlich regelmäßig einmal die Stunde etwas zu trinken). Der Weg erscheint steil,

Schöner Weg aufwärts nach der Strassenkreuzung

Schöner Weg aufwärts nach der Strassenkreuzung

doch vielleicht ist es der kurzen Pause geschuldet, dass er sich doch gar nicht so anfühlt und ich zügig Schritt für Schritt aufwärts stürme. Der Anstieg stellt sich als kurz heraus, bald geht es erst eben, dann mal kurz aufwärts, dann wieder abwärts weiter. Alles nicht nennenswert anstrengend, alles nur kurz Stücke. Nachdem ich über eine Brücke komme, geht es durch den nächsten Ort auf Teer weiter. Hier steht eine kleine süsse Kirche am Wegesrand,

Süsse Kirche in Todtmoos-Au am Wegesrand der 6. Etappe des Schluchtensteigs

Süsse Kirche am Wegesrand in Todtmoos-Au

kurz danach geht es an der Kreuzung links an der Hauptstrasse entlang. Was mir hier mehrfach auffällt: Die Wegweiser Schilder mit den Entfernungsangaben hängen verkehrt herum für den Schluchtensteig, so dass die silberne Seite sich Dir präsentiert und Du einmal um das Schild herum laufen musst, um es lesen zu können. Am Ortsausgang sehe ich, dass es 12 km nach Wehr wären – wenn ich auf der Strasse weiter gehen würde. Doch ich bleibe natürlich auf dem Wanderweg des Schluchtensteigs, der bald schräg nach links weg von der Strasse abzweigt. Wieder Hinweis: Beachtet bitte die Schilder mit den Rettungssektoren, falls DU oder die Wanderer vor Dir in Not geraten! Hier geht es beispielsweise in den Sektor „S“.

Ich bin nicht alleine auf der Strecke unterwegs, vor mir sind wieder Wanderer in Sicht,

Wanderer auf dem Schluchtensteig in Sicht!

Wanderer auf dem Schluchtensteig in Sicht!

die ich jedoch schnell überhole. Leicht aufwärts geht es, noch bin ich erstaunlich fit und schaffe es, mein hohes Tempo zu halten. Groß zu sehen gibt es gerade eh nicht, kein Grund also, hier auf den Regen zu warten… Pausen wären immer wieder möglich, es gibt einige Bänke am Wegesrand.

Eine Bank mit Aussicht

Eine Bank mit Aussicht

Und auch abwärts wieder eine Bank zum Erholen am Rande des Schluchtensteigs

Und auch abwärts wieder eine Bank zum Erholen

Der Weg wechselt hier zwischen leichten Gefälle und leichten Steigungen – was mir gerade sehr entgegen kommt. In einer längeren Kurve zweigt der Weg nach rechts ab,

Schöner Weg nach unten

Schöner Weg nach unten

es geht wie in einer kleinen Schlucht abwärts, rechts von mir höre ich Wasser vergnügt plätschern. Nach knapp 10 Minuten geht es scharf nach links auf einen schmalen Pfad, erst ganz kurz aufwärts.

Ein schmaler Pfad zweigt ab und verspricht eine interessante Strecke auf dieser Etappe des Schluchtensteigs

Ein schmaler Pfad zweigt ab und verspricht eine interessante Strecke

Und endlich kommt auch auf dieser Etappe ein toller Teil – immer am Abgrund entlang schlängelt sich der Weg am Hang entlang. Der Pfad bleibt schmal, bietet zwischendurch Aussicht ins Tal hinter, lädt einfach zum Genießen der Tour ein. Das zeige ich Dir am Besten mit einigen Bildern, oder?

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Einmal kommt auch eine Bank auf diesem Abschnitt, hier hat man nicht nur einen tollen Ausblick nach unten, sondern auf einmal auch kurz LTE mit Vodafone, während T-Mobile hier den Dienst verweigert, nachdem sich das Handy vorher schon ins Schweizer Netz einbuchte. Hier halte ich kurz an und trinke mal wieder einen Schluck und genieße.

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Nach rund 30 Minuten ist dieser Abschnitt leider auch schon wieder vorbei und ich komme auf einen breiten Waldweg, der scharf links bergab führt. Keine fünf Minuten später erreiche ich eine Kehre, in der ich den nächsten Wegweiser mit Entfernungsangabe finde, leider auch hier wieder erst lesbar, als ich daran vorbei laufe und von der anderen Seite drauf schaue.

Erst mal nicht lesbare Schilder, wenn man darauf zu läuft

Erst mal nicht lesbare Schilder, wenn man darauf zu läuft

11 km sind es noch bis Wehr, mehr als die Hälfte habe ich also bereits geschafft!

In dieser Kehre geht es dann schon wieder runter von dem breiten Waldweg, wieder ein schöner schmaler Pfad,

Rechts ab von der Wanderautobahn, runter in die nächste Schlucht

Rechts ab von der Wanderautobahn, runter in die nächste Schlucht

wieder in eine Schlucht. Es geht wieder an einem Bach entlang, der Weg ist schmal und ich merke wieder, wie die letzten Tage mich geschlaucht haben, denn das Laufen auf den Steinen strengt mich ziemlich an, obwohl der Weg faktisch gar nicht sonderlich anstrengend ist. Doch meinen Sehnen und Bändern fällt mittlerweile der Ausgleich schwer.

Wildromantisch beschreibt diesen Teil des Weges recht gut, finde ich, was meinst Du?

Der Weg fast aus Bodenperspektive

Der Weg fast aus Bodenperspektive

Der Bach rausch vorbei

Der Bach rausch vorbei

Holzstämme liegen hier auch quer und natürlich unaufgeräumt rum

Holzstämme liegen hier auch quer und natürlich unaufgeräumt rum

Ein wenig mit der Kamera gespielt...

Ein wenig mit der Kamera gespielt…

Einfach schön hier auf diesem Abschnitt der 6. Etappe des Schluchtensteigs

Einfach schön hier..

Nur 20 Minuten dauert der Weg durch diese schöne Schlucht runter, dann komme ich auf einen kleinen Parkplatz und über eine kleine Brücke. 10 km sind es noch bis Wehr, doch jetzt beginnt, was ich die ganze Zeit befürchtet habe und weswegen ich so Tempo gemacht habe. Die ersten leichten Tropfen fallen vom Himmel. Ich überlege, ob ich auf einen Bus warten soll, die Haltestelle „Am Schluchtensteig“ des Südbadenbusses (Linie 7320) ist direkt vor meiner Nase. 10 km bevor ich den ganzen Schluchtensteig gelaufen bin? NEIN! NEIN! NEIN! Ich beise die Zähne zusammen, ignoriere die Regentropfen und überquere die Strasse, die von Todtmoos nach Wehr führt.

Auf der anderen Seite geht es links bergauf,

Wieder mal geht es bergauf auf dem Schluchtensteig

Wieder mal geht es bergauf

die Bäumchen über mir halten immer weniger den schnell stärker werdenden Regen ab und der Weg wird zu allem Überfluss auch schnell steiler. Ich halte kurz inne, trinke einen Schluck, krame die Regenjacke aus dem Rucksack und gehe weiter. Jetzt hätte ich doch gerne den Swing Outdoor-Regenschirm dabei, der mir von EuroSchirm für diese Wanderung gesponsort wurde, doch der war mir mit knapp 67 cm länge doch zu lang zum Mitnehmen, vor allem auf den manchmal doch schmaleren Pfaden. Trotzdem Danke!

Der Weg hier hoch gefällt mir wieder gut, nur der Regen nervt mich, denn er verhindert zuverlässig das Fotografieren und das Notieren von Details. Unterwegs komme ich durch ein Stück Bannwald, also einen Bereich, in dem die Natur sich selbst überlassen wird und nur dort eingegriffen wird, wo Wanderer möglicherweise gefährdet werden. Der angeschriebene Ausblick zur Felsenhütte ist durch den Regen nicht zu genießen, tatsächlich ist die Hütte deswegen kaum zu sehen.

Ausblick zur Felsenhütte, man könnte sich hier auch auf die Bank setzen...

Ausblick zur Felsenhütte, man könnte sich hier auch auf die Bank setzen…

Kurz danach geht es über eine kleine Brücke über den Heiterspanbach

Der Heiterspanbach direkt an der Brücke auf dem Schluchtensteig

Der Heiterspanbach direkt an der Brücke

und auch wenn der Weg zwischen Auf- und Abwärtspassagen wechselt: Meist geht es bergauf.

Beim nächsten Schild, auf das ich stosse, ist Wehr auf einmal nicht mehr auf dem Schluchtensteig angeschrieben, dafür eine Mettlerhütte in 200 m Entfernung. Doch eine Hütte sehe ich nicht, dafür die Möglichkeit, eine kurz Rast einzulegen.

Rastplatz im Regen

Rastplatz im Regen

Und hier dann ist dann auch Wehr wieder angeschrieben, 8 km noch. Schnell geht es bergab weiter, den Regen habe ich einigermaßen gut überstanden, doch dann komme ich an einer schmalen Stelle an Pflanzen vorbei, die in den Pfad ragen – und bin bis zum Oberschenkel klatschnass. Gut, dass meine Outdoorhose sich schnell erwärmt…

Ein kurzer Abschnitt auf einem breiteren Pfad folgt, dann wieder auf einem schmalen Pfad weiter abwärts.

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Drops (App) sagt mir, dass die nächsten zwei Stunden kein Niederschlag zu erwarten ist, schnell also raus aus der Regenjacke und die Kamera wieder in die Hand. Auf der kleinen Wendefläche, auf die ich dann stosse, zweigt mein Weg nach rechts ab und erstmals bin ich wieder richtig froh, dass das kommende Stücke eine breite Wanderautobahn ist. Ich will warm werden, trocknen und voran kommen, um aus den Klamotten zu kommen. Eigentlich fühle ich mich ja auch warm, doch ein kurzes Testfühlen an der Haut zeigt, dass diese tatsächlich kalt ist. Vorsorglich ziehe ich über das nasse Hemd doch meine Fleecejacke, für eine Erkältung habe ich keine Zeit.

4,5 km noch bis Wehr, verrät mir das nächste Schild. Kurz danach steigt mir der Geruch von Thymian in die Nase, ich bin irritiert. Weiss jemand, ob das tatsächlich sein kann, der das hier gerade liest?

Dann sehe ich längere Zeit keine Wwegmarkierung des Schluchtensteigs mehr, auch nicht an dieser spitzen Gabelung:

Der Weg gabelt sich ohne Markierung

Der Weg gabelt sich ohne Markierung

Ich ziehe die App zurate und staune. Ich bin weit weg vom Weg. Doch wo war die Abzweigung? Bergauf laufe ich zurück. Das erste Schild – kein Hinweis auf den Schluchtensteig, laut App bin ich auch immer noch weit weg vom Weg. Doch stop, da, von den Ästen verdeckt, ist eine kleine Wegmarkierung. Später erfahre ich im Hotel, dass ich wohl auf einer Umleitung bin, der normale Weg an einem Stausee vorbei führt.

Leicht genervt laufe ich wieder abwärts, der Weg zurück bergauf hat Kraft gekostet. Ich entscheide mich für den rechten Weg an der Abzweigung, der, der weiter abwärts führt. Tatsächlich stosse ich nach einer Weile wieder an eine Wegmarkierung des Schluchtensteigs, doch schon an der nächsten Kreuzung ist mir wieder nicht klar, welchen Weg ich weiter gehen soll und meine App hilft mit der von mir gespeicherten Route ja auch nicht weiter. Ich folge meinem Instinkt und liege wieder richtig.

5 Stunden nach dem Start in Todtmoos geht es raus aus den Bäumen und ich sehe auf einmal Wehr.

Wehr zeigt sich am Horizonz

Wehr zeigt sich am Horizonz

Die erste Freude wird leicht getrübt, als ich das Schild 2,5 km sehe, doch auch das schaffe ich doch bestimmt noch locker.

Tatsächlich zieht sich der Weg aber und eine große Baustelle am Ortseingang lässt mich wieder zweifeln, ob ich noch auf dem rechten Weg bin und daher froh, trotz nagelneuer Teerstrasse auf ein Schild zu stossen.

Im Ort komme ich am Minigolfplatz vorbei, wo ich geneigt gewesen wäre, kurz auf ein Radler einzukehren, wenn ich nicht so naß gewesen wäre.

Minigolfplatz lädt die Wanderer vom Schluchtensteig auf eine Pause ein

Minigolfplatz lädt die Wanderer vom Schluchtensteig auf eine Pause ein

Der Weg zeiht sich immer weiter,

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dann geht es über eine Brücke (nicht diese hier auf dem Bild, noch ein wenig weiter) nach rechts, dann wähne ich mich erstmals im Ziel. Doch falsch, ich muss noch bis zum Rathaus, wo ich dann endlich mein Zielfoto machen kann 😉

Ich bin HAPPY – 119 km und noch ein paar kleine Umwege und Abstecher zu den Hotels und zurück später kann ich durchaus ein wenig stolz auf mich sein.

Knapp einen Kilometer habe ich dann doch noch vor mir zum Hotel Landgasthof „Zur Sonne“, wo ich bei meiner Ankunft direkt gefragt werde, ob ich einen WLAN Code brauche. Meine Unterkunft ist im Nachbargebäude, dem Gästehaus, und das Zimmer gefällt mir gut. Doch auch über diese Unterkunft werde ich ausführlich im Winter berichten 😉 Eines sei aber verraten: Ich habe an diesem Abend dort das mit Abstand beste Cordon Bleu ever gegessen!

Und in meinem Zimmer angekommen, schaue ich mir auch den Regenschirm mal noch genauer an und stelle fest, dass man den gut über den Rücken hängen kann, wenn man ohne Rucksack unterwegs ist 😉

Gesponsorter Outdoor Regenschirm von EuroSchirm

Gesponsorter Outdoor Regenschirm von EuroSchirm

Fazit zu 6. Etappe des Schluchtensteigs von Todtmoos nach Wehr

Der erste Teil der Etappe kann schnell mit Tempo gelaufen werden, die Wege sind recht breit. Später wird der Weg schön, vor allem auf den Etappen, wo die Wege schmal sind, am Abgrund entlang führen oder in die Schluchten hinein. Ohne Regen(erwartung) wäre ich vermutlich gute 7 Stunden unterwegs gewesen, das ist durchaus schon anstrengend.

Fakten zum Schluchtensteig

Gesamtstrecke: 119 km
Etappen: 6
Aufstieg insgesamt: 3.415 m
Absteig insgesamt: 3.505 m
Schwierigkeit: schwer
Gepäcktransport: buchbar

Website

Tourdetails zum Download (GPX, KML) u. a. bei Outdoor Active

Offenlegung für alle sechs Etappen: Ich wurde zu den sechs Wandertagen von der Projektstelle Schluchtensteig Schwarzwald eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und ein Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführern, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, ebenso wie alle Getränke. Dafür gab der Outdoorausrüster LOWA noch ein paar Schuhe aus an alle Teilnehmer des Blogger_Wander-Monats von Toptrails of Germany, zu denen der Schluchtensteig gehört. Ich muss nichts über die Schuhe schreiben (und auch nicht verlinken, mache ich aber trotzdem gerne!) – und habe die Schuhe gewählt, die ich sowieso vor kurzem auch gekauft habe, da LOWA eh meine bevorzugte Marke für All Terrain Schuhe ist.
Ihr wollt schneller und „live“ bei meinen Reisen dabei sein? Dann folgt mir doch bei Instagram und/oder Twitter. Meist abends gibt es auf der Facebookseite des Reiseblogs dann auch eine kurze Zusammenfassung der Tage auf Reisen mit den Bildern vom Smartphone. Ich freue mich sehr über Herzchen, „Gefällt mir“, geteilte und/oder kommentierte Beiträge auf allen Kanälen 😉

Anzeigen: Für die Wanderung wurde mir vom Einladenden auch Wanderführer zur Verfügung gestellt. In diesem Fall war das der Hikeline Wanderführer Fernwanderweg Schluchtensteig: Quer durch den Naturpark Südschwarzwald, 119 km, 1:35 000, GPS-Tracks Download, wasserfest

Schluchtensteig von St. Blasien über den Hotzenwald bis Todtmoos

Tolle Aussicht von der Kreuzfelsenhütte

Mein Wecker klingelt früh an diesem Morgen in St. Blasien. Es ist noch dunkel draussen, während ich meine Morgentoilette erledige. Kurz nach 8 Uhr tappse ich die Treppen runter des Dom Hotels St. Blasien und werfe einen ersten Blick auf das Frühstück. Gut sieht es aus – doch darüber, wie am Ende der gestrigen Tourenbeschreibung der 4. Etappe des Schluchtensteigs von Fischbach nach St. Blasien erwähnt, ein anderes Mal mehr.

Zurück auf dem Zimmer packe ich meine Sachen fertig, werfe einen letzten Blick aus dem Fenster rüber zum Dom,

Blick aus meinem Hotelfenster morgens auf dem Dom St. Blasius

Blick aus meinem Hotelfenster morgens auf dem Dom St. Blasius

Dann geht es runter und mit einem kleinen Lunchpaket im Rucksack starte ich Punkt 9 Uhr auf die 5. Etappe des Schluchtensteigs."

St. Blasien ist der Startpunkt, das Ziel in 18 km Wanderstrecke dann Todtmoos. Glaube ich zumindest jetzt noch.

Der Blick auf den Dom oben zeigt, das Wetter ist den fünften Tag in Folge famos – strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Morgens um 9 Uhr stört die Sonne auch noch nicht, noch hat sie keine Kraft.

Durch den Kurgarten laufe ich, werfe einen Blick auf das traumhaft schöne Gebäude des Amtsgerichts und Notariat St. Blasien.

Das Amtsgericht und Notariat St. Blasien

Das Amtsgericht und Notariat St. Blasien

Wenige Meter weiter ist der Startpunkt der heutigen Etappe, zur Abwechslung mache ich mal wieder ein Beweisfoto, dass ich tatsächlich da bin und twittere dies.

 

Dann folge ich der Beschilderung, die mich hinter den Dom und dann durch eine Unterführung führt. Zunächst geht der breite Weg oberhalb der Strasse entlang, immer der Sonne entgegen.

Los geht es auf einem breiten Weg auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs

Los geht es auf einem breiten Weg auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs

Doch schon schnell ändert sich der Weg, anstelle des breiten Weges geht es ein wenig steiler auf einem schmalen Pfad hinauf. Doch die Steigung ist durchaus angenehm, das Höhenprofil der Strecke hatte mich weit schlimmeres vermuten lassen.

Dem schmalen Pfad folge ich aufwärts auf dem Schluchtensteig, kurz nach St. Blasien

Dem schmalen Pfad folge ich aufwärts, kurz nach St. Blasien

Immer wieder werfe ich einen Blick zurück, immer wieder taucht der Dom St. Blasien in meinem Blickfeld auf. Schon beeindruckend, was da im 18. Jahrhundert mitten im Schwarzwald errichtet wurde.

Ein erster Blick zurück auf St. Blasien, der Dom noch ganz groß zu sehen

Ein erster Blick zurück auf St. Blasien, der Dom noch ganz groß zu sehen

Und immer kleiner wird der Dom St. Blasien, hier von der Bank Jesuitenblick

Und immer kleiner wird der Dom St. Blasien, hier von der Bank Jesuitenblick

Der Weg, den der Schluchtensteig hier nimmer, begeistert mich. Schmaler Pfad, links der Hang mit Aussicht, rechts Felsen – das ist einfach großartig und angenehm zu laufen.

Der Schluchtensteig bietet schon zu Beginn der 5. Etappe eine tolle Wegführung

Der Schluchtensteig bietet schon zu Beginn der 5. Etappe eine tolle Wegführung

Und auch weiterhin ist der Weg nicht so steil, wie ich befürchtet hatte.

Nach rund 25 Minuten führt der Pfad weiter weg von der Strasse. Die Markierung des Schluchtensteigs weist nach links hoch, doch ich sehe auch den Hinweis zur Aussicht „Luisenruhe“. Und das sind gerade einmal rund 50 Meter Umweg – die mache ich natürlich sofort und gerne. Nur wenige Meter geht es hoch, dann hat man eine teilweise Rundumsicht in das Tal.

Ausblick von der Aussicht Luisenhöhe auf dem Schluchtensteig, knapp 30 Minuten nach dem Start in St. Blasien

Ausblick von der Aussicht Luisenhöhe auf dem Schluchtensteig, knapp 30 Minuten nach dem Start in St. Blasien

Doch los, weiter geht’s. Der Weg wird erst breiter, dann aber auch deutlich steiler. Doch keine Angst, steil ist der Weg gerade nur soweit Du sehen kannst, also rund 40 Meter. Dann wird es wieder eben. Eine Wegmarkierung verrät mir, dass es noch 16,5 km bis Todtmoos sind. Der Weg beginnt leicht anzusteigen, der Straßenlärm wird auch immer leiser, ich bekomme auf einmal angenehme Gerüche von Kräutern in die Nase. Links führt der Schluchtensteig dann etwas steiler hoch,

Abzweigung, die ich nicht verpassen darf auf dem Schluchtensteig

Abzweigung, die ich nicht verpassen darf auf dem Schluchtensteig

der Weg ist grasig und ich rieche Pilze. Der steilere Anstieg dauert etwa drei Minuten,

Schöner heller Waldweg

Schöner heller Waldweg

und dann taucht auch schon eine Bank vor mir auf. Ich schnaufe und schwitze und auch meine Achillessehnen erinnern sich schnell wieder an die Anstrengungen der letzten Tage. Doch schon bald wechseln sich ebene Abschnitte mit Abschnitten minimaler Gefälle und Steigungen ab. Nur ein kurzes Stück wird es nochmal steil, direkt nach einer Linkskurve, doch auch das sind nur 1-2 Minuten tatsächlich.

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An dem Felsen vorbei sehe ich erstmals den Lehenkopfturm.

Der Lehenkopfturm vom Schluchtensteig aus kurz vor Ankunft dort

Der Lehenkopfturm vom Schluchtensteig aus kurz vor Ankunft dort

Knapp eine Stunde bin ich bis hier unterwegs, es sind auch nur noch wenige Meter hoch bis zum Turm. Der ist übrigens begehbar, innen über die Holztreppe, die Türe ist offen. Da ich aber nur einzelne Fenster und keine offene Plattform von unten sehe, verzichte ich auf die Stufen und posiere stattdessen mal für eines der wenigen Bilder, auf denen ich auch mit drauf bin.

Hubert Mayer an der Aussichtsplattform vor dem Lehenkopfturm auf 1.015 Metern

Ich an der Aussichtsplattform vor dem Lehenkopfturm auf 1.015 Metern

Auf 1.1015 Meter liegt diese Ebene, und es bietet sich an, hier einen Moment Pause zu machen. Hier kannst Du schön sitzen, noch ist die Sonne auch nicht so drückend, es ist ja gerade Mal 10 Uhr.

Plateau am Lehenkopfturm

Plateau am Lehenkopfturm

Dann trinke ich noch schnelle einen Schluck Wasser, esse den Keks-Schoko-Riegel, den ich in mein Lunchpaket bekommen habe und mache mich auf den weiteren Weg. Zunächst geht es steil abwärts, meine Knie ächtzen schnell und ich wünsche mir zum wiederholten Male, doch Stöcke gekauft zu haben.

Abwärts geht es nach dem Lehenkopfturm

Abwärts geht es nach dem Lehenkopfturm

Dann wird es flacher, der Weg wechselt immer wieder zwischen Nadelbelag und Gras. Nach rund 10 Minuten komme ich an ein Schild – 14 km bis Todtmoos. Rechts ums Eck geht es auf einem Forstweg weiter und ich marschiere mit weit ausholenden Schritten. Nebenbei beantworte ich die Frage einer Freundin, de mich über den Facebook Messenger erreichet, ob ich denn nun Vollzeit für meinen Blog unterwegs wäre- leider nein..

Blöderweise verpasse ich dabei eine Abzweigung und merke nach einer Weile, dass nur noch andere Markierungen da sind. Ein kurzer Blick auf die Tourkarte, die ich auch in der Alpenvereinsapp geladen habe, zeigt das Desaster. Zurück und hoch muss ich. Aber es scheint eine Abkürzung zu geben. Quer durch die Prärie, bis auf die letzten 20 Meter ein kleines Wegchen. Doch der Schein trügt, es geht die letzten gut 100 m steil hoch und quer durch die Botanik. Ich bin froh, wieder auf den regulären Weg zu kommen und dafür nassgeschwitzt.

Der Weg führt hier bald aus dem Wald raus und auf Teer ein Stück weiter. Bald sehe ich eine Bank, kurz vor einem Mini-Örtchen mit vier Höfen.

Bank in der Sonne am Rande des Schluchtensteigs

Bank in der Sonne am Rande des Schluchtensteigs

Kurz geht es an der Strasse lang, doch wenige Meter weiter zweigt der Schluchtensteig nach links über Wiese ab.

Bei strahlend blauen Himmel geht es über die Wiese auf dem Schluchtensteig

Bei strahlend blauen Himmel geht es über die Wiese

Die Strecke gefällt mir immer besser – bislang die abwechslungsreichste Strecke auf dem Schluchtensteig, und das wird auch so weiter gehen, das sei schon angekündigt. Kurz danach geht es auf einem schönen schmalen Trampelpfad durch Farne weiter.

Trampelpfad quer durch die Farne auf dem Schluchtensteig

Trampelpfad quer durch die Farne

Das Schild, das mir kurz darauf den Blick auf den Feldberg ankündigt, nehme ich zur Kenntnis. Aber an der Stelle scheint ein junger Baum im Weg zu stehen 😉 Also gehe ich weiter, immer den Wegkennzeichnungen des Schluchtensteigs entlang. Auf diesem Abschnitt gibt es immer wieder Tafeln, die Dir das Leben und die Landschaft erklären.

Schöner Pfad auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs

Schöner Pfad auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs

Erklärschild am Wegerand - hier zu typischen Vögeln

Erklärschild am Wegerand

Knapp 10 Minuten später komme ich an den Aussichtspunkt Alpenpanorama Horbach. auf 1.010 Meter bietet sich eine tolle Aussicht, auch wenn die Alpen sich in dem diesigen Schleier verstecken.

Ich nutze den kurzen Stop, wieder etwas zu trinken. Einmal die Stunde versuche ich das regelmäßig auf diesen Etappen zu tun, so lässt es sich am besten mit dem Wasser haushalten.

Über recht hohe Stufen geht es abwärts, mein Knie ächzt. Doch ich will nicht klagen – den Großteil der Belastung kann ich durch Aufstützen auf das Geländer an der linken Seite gut abfangen. Unten geht es kurz nach rechts, dann nach links auf dem Teerweg weiter. Noch 12 km nach Todtmoos werden hier angeschrieben, ich gehe flotten Schrittes den Teerweg runter. Keine fünf Minuten später stehe ich am Klosterweiher, hier hat es auch eine Einkehrmöglichkeit mit Terrasse im Landgasthof Klosterweiherhof (mi-So ab 10 Uhr sowie an Feiertagen geöffnet).

Der Klosterweiher mit dem Landgasthof Klosterweiherhof

Der Klosterweiher mit dem Landgasthof Klosterweiherhof

Beim nächsten Mal werde ich wohl hier meine Mittagspause machen, heute ist es mir noch zu früh (11.16 Uhr). Der Schluchtensteig geht hinter dem Gasthof rechts den Berg hoch, schon nach wenigen Metern geht der Teerweg in einen Schotterweg über. Auf diesem geht es ein Stück weit bergauf,

Schotterweg kurz nach dem Landgasthof Klosterweiherhof

Schotterweg kurz nach dem Landgasthof Klosterweiherhof

dann komme ich an eine Hinweistafel zur Friedrich-August-Grube. Die Tafeln eignen sich gut, einen Moment innezuhalten und ein wenig über die Geschichte der Grube und des Naturschutzgebietes nachzulesen.

Die folgenden zwei Minuten geht es steil bergauf, endlich Schatten. Und der Anstieg wird sehr sanft nach links geht der Weg weiter. Und es sind auch nur mehr 11 km bis Todtmoos.

Eine Viertelstunde nach dem Klosterweiher komme ich an die Kreuzfelsenhütte,

Kreuzfelsenhütte auf dem Schluchtensteig

Kreuzfelsenhütte auf dem Schluchtensteig

wo ebenfalls ein guter Ort wäre, eine Pause einzulegen. 1.015 Meter hoch sind wir hier, es gibt mehrere Sitzgelegenheiten mit toller Aussicht.

Tolle Aussicht von der Kreuzfelsenhütte

Tolle Aussicht von der Kreuzfelsenhütte

Auf dem Steinquader, den Du da siehst, ist eine Panoramatafel angebracht, die Dir zeigt, was Du da sehen könntest.

Hinter der Kreuzfelsenhütte geht es wieder kurz abwärts, als es eben wird, folgt schon ein neuer scharfer Anstieg rechts auf Schotter nach oben. Es sind nur zwei Minuten, doch diese reichen, mich wieder zum Schnaufen zu bringen. Doch danach geht es wieder angenehm weiter. Was mich irritiert, ist das wiederholte Auftreten von denselben Entfernungsangaben, obwohl ich ein paar hundert Meter bereits gelaufen bin.

Wenig später geht es wieder einmal durch Kühe durch, das bleibt mir selten erspart. Ich hab doch hohen Respekt vor diesen großen Tieren.

Erst noch weiter entfernt, die Kühe

Erst noch weiter entfernt, die Kühe

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Die Rinder sind übrigens sehr wichtig für den Erhalt der Landschaft, ohne diese müssten ständig Menschen damit beschäftigt werden, Gras und Sträucher nachzuschneiden.

Die Sonne brennt mir auf den Kopf, während ich über die Wiesen wandere,

Weg durch die Sonne

Weg durch die Sonne

mein Akku entleert sich schneller als, mit lieb ist, gerade mal noch 50 % Restkapazität. Wieder merke ich, dass Notizen in Evernote, Bilder machen und Mitschneiden der Strecke mit Komoot Tribut am Akku fordern.

Punkt 12 Uhr bin ich 3 Stunden unterwegs und ich treffe auf ein Schild, dass Todtmoos in 9 km Entfernung ankündigt. Halbzeit also in jeder Hinsicht, mit 6 Stunden ist die Etappe auch ausgeschrieben. Den folgenden knackigen kurzen Anstieg bewältige ich schnell, dann geht es eben weiter. Weiter oben nach einer leichten Steigung sehe ich eine Bank in der Sonne stehen, die für einen tollen Ausblick spricht.

Bank mit Aussicht in Sichtweite auf halben Weg nach Todtmoos

Bank mit Aussicht in Sichtweite

Gebongt. Hier lasse ich mich für 15 Minuten nieder, esse mein Brötchen, das ich als Lunchpaket im Dom Hotel mitgenommen habe und genieße die Aussicht. Nebenbei lade ich den Akku auch ein paar Prozent nach, nach 15 Minuten geht es dann aber weiter. Kurz danach führt der Weg bergab,

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fünf Minuten später sehe ich das Hinweisschild auf den Ibacher Panaoramaweg, dem der Schluchtensteig nun für einige Weile folgen wird. Willst Du nur eine kurze Wanderung machen, bietet der sich an. Knapp 12 Km geht der Ibacher Panoramaweg, lediglich 278 Höhenmeter hoch und runter führt dieser Rundweg durch den Schwarzwald.

Der Abschnitt an der Strasse entlang sind nur rund 100 m. dann geht es erst rechts ab, dann links hoch zum „Größten Alpenpanorama des Schwarzwalds“. Über eine Wiese geht es nach oben, ein Grashüpfer springt erschreckt vor mir weg.

Von dem Aussichtspunkt aus soll ich Eignernordwand, den Mönch und die Jungfrau sehen – doch maximal erahnen kann ich diese im weissen Band am Horizont.

Panoramablick in Richtung der Alpen, nur ist bei dem Wetter nichts zu sehen

Panoramablick in Richtung der Alpen, nur ist bei dem Wetter nichts zu sehen

Ich gehe weiter über die Weiden, genieße die Ruhe und schwitze ein wenig in der Sonne. 24 Grad Celsius sagt die Wetterapp, doch in der Sonne und in Bewegung fühlt es sich natürlich heißer an.

Gegen 13 Uhr komme ich mal wieder an ein Gipfelkreuz. Das nutze ich aus – und trinke einen Schluck aus meinem Flachmann, in dem ich immer noch den leckeren Lechweg Kramat mit mir führe.

Auch hier sind leider keine Alpen zu sehen, der Schwarzwaldblick, den Du in dem Tweet hier siehst, ist dafür auch schön!

Eine Viertelstunde später komme ich an eine Strasse, nur noch 6 Km bis Todtmoos sind angeschrieben. Weit ist es nicht auf der Strasse, bei der an der Seite Kies für die Wanderer aufgeschüttet ist, bald zweigt ein schmaler Weg nach links ab. Mir läuft aber schon wieder das Wasser runter, langsam wird die Sonne echt viel.

Der Weg, auf dem ich nun bin, schlängelt sich schön über die Wiese, nur die Strasse, die oberhalb und links vorbei führt am Ende, stört die Ruhe. Immer wieder meinen Motorradfahrer, die Gänge hoch drehen zu müssen…

Herrlicher Weg durch die Wiesen

Herrlicher Weg durch die Wiesen

Am Ende des Pfades geht es leicht oberhalb der Strasse entlang und ich komme an die Bushaltestelle des Südbadenbusses „Abzweigung Ibach“. Hier werden die Orte St. Blasien und Todtmoos miteinander verbunden.

Es geht nach rechts, über die Strasse und wieder aufwärts. Ein letztes Mal, wenn ich das Höhenprofil richtig im Kopf habe?. Etwas über 10 Minuten sind es, dann bin ich endlich wieder im Wald – endlich Schatten! Ein Stück geht es auf dem Waldweg noch bergauf, 4 km sind es mittlerweile nur noch bis Todtmoos. Dann geht es leicht abwärts,

Breiter Waldweg

Breiter Waldweg

ich mache wieder lange Schritte, um voran zu kommen. 20 Minuten, nachdem ich in den Schatten des Waldes eingetaucht bin, komme ich an die Strasse, die ich von weiter oben schon genervt hörte. Also nicht die Strasse, aber die Fahrzeuge darauf. Hier steht das Ibacher Kreuz,

Das Ibacher Kreuz

Das Ibacher Kreuz

das 1777 hier errichtet wurde. Von hier sind es lediglich noch 2,5 km bis zu meinem Etappenziel, über die Strasse geht es, rechts runter und dann gleich links weg von der Strasse.

Der Weg führt schnell weg von der Strasse

Der Weg führt schnell weg von der Strasse

Der Weg ist schmal und geht für meine Knie schon fast zu steil abwärts. Ich merke die vorangegangenen Etappen um so mehr.

Ein schmaler steiniger Pfad führt abwärts vom Ibacher Kreuz

Ein schmaler steiniger Pfad führt abwärts vom Ibacher Kreuz

Nur kurz wird der Weg flacher als ich einen Waldweg quere, breiter wird der Weg, doch schnell wird es wieder steil.

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Tatsächlich sind es keine 10 Minuten bis der Weg in eine kleine Schlucht abzweigt.

Brücke am Beginn einer kleinen Schlucht kurz vor Todtmoos

Brücke am Beginn einer kleinen Schlucht kurz vor Todtmoos

Schöne Umgebung zum Laufen in der Schlucht

Schöne Umgebung zum Laufen in der Schlucht

Das Wasser plätschert angenehm neben mir, hier macht das Laufen wieder richtig Spass. Nach etwa 20 Minuten in diesem Tal erreiche ich den Ortseingang von Todtmoos. Der Metzger rechts hat seit 13.30 Uhr zu, das Cafe Bockstaller wurde mir für eine Schwarzwälder Kirschtorte empfohlen. Ein kurzer Blick in Google Maps zeigt mir aber, dass ich noch einen guten Kilometer und 100 Höhenmeter zu meiner Unterkunft heute zu überwinden habe. Denn diese liegt ein wenig abseits des Weges in Todtmoos-Strick. Mit einem kurzen Blick auf den Akkustand beschliesse ich, doch direkt zum Hotel zu laufen und das Cafe und die Schwarzwälder Torte bis zu meinem nächsten Besuch warten zu lassen.

Als ich im Hotel Rössle ankomme, erfahre ich, dass ich auch unten abgeholt worden wäre – hätte ich das nur gewusst… Zum Hotel erzähle ich Dir auch im Winter mehr, einverstanden? Nur soviel sei gesagt, eine Sauna und ein Dampfbad wirken nach dem Wandern Wunder!

Fazit zur 5. Etappe des Schluchtensteigs von St. Blasien nach Todtmoos

Eindeutig die schönste Etappe des Schluchtensteigs. Tolle abwechslungsreiche Strecke, die zwar anstrengend ist, aber durchaus auch gemütlicher als in den sechs Stunden, in den denen sie ausgeschrieben ist und in denen ich sie auch gelaufen bin, gewandert werden kann. Ich hab sie fest eingeplant, nochmal zur Erholung zu laufen.

Fakten zum Schluchtensteig

Gesamtstrecke: 119 km
Etappen: 6
Aufstieg insgesamt: 3.415 m
Abstieg insgesamt: 3.505 m
Schwierigkeit: schwer
Gepäcktransport: buchbar

Website

Tourdetails zum Download (GPX, KML) u. a. bei Outdoor Active

Offenlegung für alle sechs Etappen: Ich wurde zu den sechs Wandertagen von der Projektstelle Schluchtensteig Schwarzwald eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und ein Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführern, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, ebenso wie alle Getränke. Dafür gab der Outdoorausrüster LOWA noch ein paar Schuhe aus an alle Teilnehmer des Blogger_Wander-Monats von Toptrails of Germany, zu denen der Schluchtensteig gehört. Ich muss nichts über die Schuhe schreiben (und auch nicht verlinken, mache ich aber trotzdem gerne!) – und habe die Schuhe gewählt, die ich sowieso vor kurzem auch gekauft habe, da LOWA eh meine bevorzugte Marke für All Terrain Schuhe ist.
Ihr wollt schneller und „live“ bei meinen Reisen dabei sein? Dann folgt mir doch bei Instagram und/oder Twitter. Meist abends gibt es auf der Facebookseite des Reiseblogs dann auch eine kurze Zusammenfassung der Tage auf Reisen mit den Bildern vom Smartphone. Ich freue mich sehr über Herzchen, „Gefällt mir“, geteilte und/oder kommentierte Beiträge auf allen Kanälen 😉

Anzeigen: Für die Wanderung wurde mir vom Einladenden auch Wanderführer zur Verfügung gestellt. In diesem Fall war das der Hikeline Wanderführer Fernwanderweg Schluchtensteig: Quer durch den Naturpark Südschwarzwald, 119 km, 1:35 000, GPS-Tracks Download, wasserfest

Schluchtensteig von Schluchsee-Fischbach bis St. Blasien

Rastplatz mit toller Aussicht über den Schluchsee auf dem Schluchtensteig

Gestern nachmittag hat es noch geregnet in Fischbach, und als ich die Rolläden im Hotel Hirschen hoch ziehe, grübel ich, wie das Wetter wohl sein wird. Doch Fischbach begrüßt mich heute mit strahlendem Sonnenschein vom Balkon aus.

Der morgendliche Blick vom Balkon im Hotel Hirschen in Fischbach lässt tolles Wetter für heute erahnen

Der morgendliche Blick vom Balkon im Hotel Hirschen in Fischbach lässt tolles Wetter für heute erahnen

Schnell stehe ich auf, ab 7 Uhr gibt es Frühstück und die 4. Etappe des Schluchtensteigs heute ist mit 6,5 Stunden Wegzeit veranschlagt. Beim Auschecken noch schnell ein Lunchpaket basteln, und um 9.15 Uhr mache ich mich auf diese Etappe des Schluchtensteigs. Natürlich laufe ich erst einmal in die falsche Richtung, bergab statt zurück dahin, wo ich hergekommen war, gestern. Ich bin gespannt, wie die Wege nach dem gestrigen Regen sein werden -doch bald werde ich feststellen, dass der Regen nur sehr begrenzt lokal runter kam und der Weg komplett trocken sein wird. "

Los geht es nach links mit einem Teerweg, der mich bergauf führt.

Aufwärts geht's bei strahlend blauen Himmel auf dem Schluchensteig

Aufwärts geht’s bei strahlend blauen Himmel

Nach 10 Minuten erreiche ich den Waldrand, kann den Teerweg verlassen und folge dem Wirtschaftsweg, der leicht aufwärts führt.

Es riecht hier nach frisch geschlagenen Holz, teilweise mischen sich die Gerüche verschiedener Kräuter dazwischen.

Der Weg ist einfach zu gehen und erfordert keine Konzentration.

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Nach rund 30 Minuten komme ich an eine Kreuzung, wo auf der linken Seite Schilder stehen, das für meine Richtung allerdings mir eine leere Silberseite zeigt, die Beschriftung ist auf der anderen Seite.

Kurz darauf komme ich an den Bildstein, 200 m soll der Stichweg zum Gipfel

Stichweg zum Bildstein auf dem Schluchtensteig

Stichweg zum Bildstein

sein. Da sage ich nicht nein, und das war eine gute Idee. Der Ausblick vom Bildstein ist phänomenal, unter anderem runter auf den Schluchsee.

Ausblick auf den Schluchsee vom Bildstein

Ausblick auf den Schluchsee vom Bildstein

Interessant ist, wie ich von einer Infotafel hier oben erfahre, dass der Bildstein auch als der Loreleyfelsen des Schluchsees bezeichnet wird. Nicht nur den romantischen Blick von weit oben auf das Wasser haben sie gemeinsam, sondern beide bestehen auch aus dem selben Gestein, einem Tonschiefer aus der Zeit des Devon, rund 40 Millionen Jahre alt!

Um 9 Uhr laufe ich weiter, auch wenn ich mich eigentlich noch gar nicht richtig sattgesehen habe. Es geht bergab,

Pfad durch den Wald bergab auf dem Schluchtensteig

Pfad durch den Wald bergab

und nach wenigen Metern kommt auf der linken Seite ein kleiner Rastplatz mit Bänken und auch einer Sinusbank. Hier kannst Du nochmal die Aussicht genießen – und dich aufklären lassen, was denn dieser Granitbrocken, der am Zugang hierher liegt, für eine Bedeutung hat.

Schöner Rastplatz mit Ausblick und Sinusbank am Granitbrocken unterhalb des Bildsteins

Schöner Rastplatz mit Ausblick und Sinusbank am Granitbrocken unterhalb des Bildsteins

Ein schöner Waldpfad führt weiter bergab in Richtung des Schluchsees,

Pfad abwärts zum Schluchsee

Pfad abwärts zum Schluchsee

unterwegs erfährst Du an einer weiter Infotafel etwas über Luchse und Wölfe, die es möglicherweise hier auch bald wieder regelmäßiger zu sehen geben könnte. Der Weg wird immer breiter und nach einer Stunde sehe ich vor mir die Bahnlinie und die Unterführung, durch die ich durch muss.

Danach großes Rätselraten – geht es nach links oder nach rechts am Naturcamp Schluchsee? Hier fehlt ein Hinweis, ich gehe optimistisch nach links .

An der Strasse vorne sehe ich dann auch, dass ich richtig bin und folge der Beschilderung und gehe durch die Unterführung unter der Strasse. Danach zweigt der Weg nach rechts ab und es beginnt eine teilweise Umrundung des Schluchsees auf einem erst schmaleren Weg (zwei Menschen könne hier gut nebeneinander laufen), dann breiten Wirtschaftsweg. Doch erst genieße ich noch den Blick auf den Schluchsee.

Blick auf den morgendlichen Schluchsee

Blick auf den morgendlichen Schluchsee

Sonne und Schattenbereiche wechseln sich ab hier unten. Und wie immer lohnt es, die Augen offen zu halten, mal in die eine Richtung zu schauen, mal in die andere. Nicht nur der Schluchsee ist immer wieder zu sehen, auch dieses schöne Haus taucht beispielsweise auf der rechten Seite oberhalb des Weges auf:

Schönes Schwarzwaldhaus oberhalb der Wegstrecke

Schönes Schwarzwaldhaus oberhalb der Wegstrecke

Oder ebenfalls auf der rechten Seite dieser abgetrennte Teil des Schluchsees (oder hat der Weiher einen eigenen Namen, weiss das jemand?):

Rechts vom Schluchsee mit herrlichen Blick auf dem Schluchtensteig

Rechts vom Schluchsee mit herrlichen Blick

Für mich geht es auf dem breiten Wirtschaftsweg weiter, immer der Sonne entgegen.

Breiter Wirtschaftsweg, der mich so die nächsten Kilometer begleiten wird auf dem Schluchtensteig

Breiter Wirtschaftsweg, der mich so die nächsten Kilometer begleiten wird

Trotz dass wir Mitte September haben, brennt die Sonne schon sehr kräftig runter. Im Laufe des Tages werden wir noch 30 Grad bekommen, Wahnsinn! Selbst morgens um 9.45 Uhr sind hier schon die ersten Menschen schwimmen im Schluchsee, ich höre sie prusten und lachen.

Soweit es meine Knie zulassen, mache ich weite Schritte. Viel zu sehen ist hier gerade nicht, dafür soll die Etappe ja 6,5 Stunden dauern, da schadet es nicht, auf der ebenen Fläche auf dem breiten Weg ein wenig Tempo zu machen.

Gegen 10 Uhr komme ich an eine Kreuzung, kurz nachdem ich ein Mitglied des Schwarzwaldvereins getroffen habe, der die Wegmarkierungen prüft, teilweise erneuert oder frei schneidet. Von ihm erfahre ich, dass ich an der Kreuzung

Kreuzung mit Abzweigung nach Unterkrummen, wo der Gasthof um 10 Uhr auch öffnet

Kreuzung mit Abzweigung nach Unterkrummen, wo der Gasthof um 10 Uhr auch öffnet

nach links abbiegen kann, wenn ich noch ein Stück am See lang möchte und einkehren will. Nach ca. 1 km kommt Unterkrummen, ein Gasthof, der auch um 10 Uhr aufmacht, würde sich also zeitlich ausgehen. Mir ist es aber zu früh für eine Einkehr, daher nehme ich den Weg gerade aus den Berg hoch.

Schon bald stösst der Weg von Unterkrummen wieder auf meinen Weg und es geht weiter sanft aufwärts auf dem breiten Weg. Immer wieder überholt mich der Mann vom Schwarwaldverein mit seinem PKW und ich ihn, wenn er wieder ein Schild ausbessert 😉

Kurz wird der Weg eben an einer Wiese,

Wiese auf halber Strecke der heutigen Tagesetappe - nach wie vor bei strahlend blauen Himmel

Wiese auf halber Strecke der heutigen Tagesetappe – nach wie vor bei strahlend blauen Himmel

noch 10,5 km bis St. Blasien sind hier angeschrieben. Also ziemlich genau Halbzeit der Strecke.

Wieder geht es leicht bergauf, unterwegs lockt eine Sitzgelegenheit mit schöner Aussicht auf den Schluchsee,

Rastplatz mit toller Aussicht über den Schluchsee auf dem Schluchtensteig

Rastplatz mit toller Aussicht über den Schluchsee

doch auch hier bleibe ich tapfer und laufe weiter, stetig bergauf. 15 Minuten später bin ich oben. Wieder gibt es eine Bank, und der Krummkreuzbrunnen plätschert verlockend vor sich hin. Ein Test mit der Hand: Das Wasser ist eiskalt! Perfekt, um meinen aufgeheizten Kopf ein wenig zu kühlen und so halte ich den einfach für 10 Sekunden drunter – herrlich erfrischend! Über eine Wiese geht es bergab, die leider bald auf eine Teerstrasse mündet. Und wieder lädt eine Bank zur Pause ein, diese ist wirklich verlockend, denn der Ausblick ist toll.

Ist das nicht ein toller Platz für eine Pause?

Ist das nicht ein toller Platz für eine Pause?

Kurz nach 11 Uhr erreiche ich den Wanderparkplatz Muchenland. Das Schild mit der Entfernungsangabe St. Blasien 6,5 km erstaunt mich. Vor 6 Minuten, etwas höher am Berg waren es noch km?! Nun denn, ich folge frohen Mutes weiter dem Teerweg, der schräg gegenüber (hier ist auch das besagte Schild) leicht bergauf führt. Ein Blick nach links zeigt erneut die Schönheit des Schwarzwaldes in dieser Gegend.

Der Ausblick kurz nach dem Wanderparkplatz Muchenland auf dem Schluchtensteig

Der Ausblick kurz nach dem Wanderparkplatz Muchenland

Glücklicherweise geht es nicht auf Teer weiter, sondern der Weg wird eher sandig. Dazwischen glitzert es, wie wenn kleine Quarze dazwischen sind. Schon nach weniger als einer Viertelstunde geht es wieder leicht abwärts und weitere knapp zehn Minuten später komme ich an eine Kreuzung mit der Wegstreckenangabe nach links – 6 km bis St. Blasien.

Kurz danach am linken Wegesrand wieder ein Brunnen, wieder Bänke, dieses Mal auch ein Tisch. Gelegenheiten zum Pause machen, gibt es auf dieser Etappe eine Menge.

Der Weg, auf dem ich gerade bin, scheint komplett neu in den Wald geschnitten worden zu sein.

Ein offenbar frisch in den Wald geschnittener Weg auf dem Schluchtensteig, 5,5 km vor St. Blasien

Ein offenbar frisch in den Wald geschnittener Weg

Kurz danach verlässt der Weg den Wald, ich komme wieder in die warme Sonne. Es geht über ein Plateau,

Plateau mit strahlend blauen Himmel

Plateau mit strahlend blauen Himmel

wenig später komme ich mal wieder bei meinen besonderen Freunden auf Wanderungen vorbei. Wer meine Tour auf dem Lechweg live via Snapchat verfolgt hat, weiss, wen ich meine. Oder was. Hast Du eine Idee? Nein? Na gut, ich zeig’s Dir:

Wieder mal Kühe auf dem Weg. Weiss jemand, warum die immer direkt am Weg sind, obwohl die Weiden riesig sind?

Wieder mal Kühe auf dem Weg. Weiss jemand, warum die immer direkt am Weg sind, obwohl die Weiden riesig sind?

Uff. Obwohl mich alle anstarrten (gefühlt, die sehen ja ned weit), haben sie mich in Ruhe gelassen und ich bin vorbei

Uff. Obwohl mich alle anstarrten (gefühlt, die sehen ja ned weit), haben sie mich in Ruhe gelassen und ich bin vorbei

Auf die Kühe folgt leider erneut ein Abschnitt Teerweg. Etwa drei Minuten brauche ich, bis ich unten in Althütte ankomme, ein kleines Dörfchen! Im Dorf sehe ich das nächste Schild, nur noch 4,5 km sind es. Ich schaue erstaunt auf die Uhr. 6,5 Stunden sollten das doch für diese Etappe auf dem Schluchtensteig sein, ich bin erst ziemlich genau 3,5 Stunden unterwegs?! Ich zucke mit den Schultern und laufe weiter. An der Kapelle im Ort halte ich für ein schnelles Foto inne,

Kapelle in Althütte am Wegesrand des Schluchtensteigs

Kapelle in Althütte

Noch fünf Minuten geht auf dem Teer weiter, dann kann ich wieder aufatmen und ich laufe auf einem breiten Forstweg. 4 km sollen es noch sein, endlich habe ich auch mal wieder den Geruch von frisch geschlagenen Holz in der Nase.

Breiter Weg durch den Wald

Breiter Weg durch den Wald

Der Abstieg nach St. Blasien ist erst einmal nicht so wild, wie ich es befürchtet hatte mit Blick auf das Höhenprofil.

Knappe 10 Minuten später beginne ich zu fluchen. Da ist der steile Abstieg, den ich befürchtet habe. Der meinem Knie nicht gut tut. Ich entscheide nach ein paar Minuten, kurz Pause zu machen, das Brötchen vom Lunchpaket zu verdrücken und nochmal einen Schluck aus meiner Wasserflasche zu trinken.

Auf rund 900 Metern Höhe dann eine Kreuzung mit dem Hinweisschild, dass es nur noch 2 km bis St. Blasien sind. Ich beisse die Zähne zusammen und bald wird es tatsächlich flacher. Über ein kleines Flüsschen geht es rüber, kurz danach links in die Windbergschlucht hinein.

Wegweiser samt Warnung am Beginn der Windbergschlucht

Wegweiser samt Warnung am Beginn der Windbergschlucht

Schmaler Waldweg führt die wenigen Meter hinunter in die Windbergschlucht

Schmaler Waldweg führt die wenigen Meter hinunter in die Windbergschlucht

Und tatsächlich ist die Windbergschlucht zusammen mit der ersten Stunde des Weges der schönste Teil dieser vierten Etappe des Schluchtensteigs. Erst der kleine Wasserfall,

Der kleine Wasserfall zu Beginn der Windbergschlucht

Der kleine Wasserfall zu Beginn der Windbergschlucht

dann geht es weiter die Schlucht hinunter, erst über eine kleine Brücke, dann immer dem Bach entlang. Der Weg ist schmal, Wurzeln gehen kreuz und quer über diesen Pfad. Irgendwie erinnert mich diese Schlucht an die Lotenbachklamm, die ich am Ende der zweiten Etappe des Schluchtensteigs noch durchlaufen habe, die ebenfalls so wild romantisch ist.

Ich denke, ich lasse hier einfach die Bilder sprechen – die können das eh besser, als ich es beschreiben kann:

Oder auch das hier noch:

Weg neben dem Bach in der iWindbergschlucht

Weg neben dem Bach

Unten angekommen, ist es nur noch 1 km bis in die Ortsmitte von St. Blasien. Bald sehe ich den Dom und daneben mein Hotel für diese Nacht, das Dom Hotel.

Blick von der Brücke über die Alb auf das Dom Hotel St. Blasien

Blick von der Brücke über die Alb auf das Dom Hotel St. Blasien

Doch ich schaue mir erst noch schnell den gewaltigen Dom an:

Dom St. Blasien

Dom St. Blasien

Auch heute noch eine größten Kuppelkirchen, war der Dom St. Blasien bei seiner Einweihung 1783 die drittgrößte Kuppelkirche Europas (Quelle: Wikipedia)

Schnell werfe ich noch einen Blick in den Dom:

Weiss ist es drinnen - und ohne gutes Ultraweitwinkelobjektiv leider auch nicht gut zu fotografieren

Weiss ist es drinnen – und ohne gutes Ultraweitwinkelobjektiv leider auch nicht gut zu fotografieren

Dann eile ich nach nebenan in Hotel. Mein Zimmer ist zwar noch nicht fertig (es ist gerade mal 13 Uhr), doch ich kann meinen Rucksack schon reinstellen und bekomme auch gleich den Schlüssel mit. Mehr über das Hotel gegenüber des Doms St. Blasien dann im Winter in einem separaten kurzen Beitrag. Danke auf alle Fälle für den guten Service hier und das leckere Essen 😉 Und zu dem war ich inklusive der Getränke eingeladen, also eine Abweichung von der Offenlegung unten.

Fazit zur vierten Etappe des Schluchtensteigs von Fischbach nach St. Blasien

Beginn (die erste Stunde) und das Ende der Etappe sind toll. Dazwischen liegt dann ein Weg, der bis auf den Blick auf den Schluchsee und zwischendurch mal kurz etwas Aussicht nicht all zuviel zu bieten hat. Die meiste Zeit geht es auf breiten Wegen voran, daher empfand ich diese Etappe eher als langweilig. Zumindest die schwächste der Etappen bis dahin.

Fakten zum Schluchtensteig

Gesamtstrecke: 119 km
Etappen: 6
Aufstieg insgesamt: 3.415 m
Absteig insgesamt: 3.505 m
Schwierigkeit: schwer
Gepäcktransport: buchbar

Website

Tourdetails zum Download (GPX, KML) u. a. bei Outdoor Active

Offenlegung für alle sechs Etappen: Ich wurde zu den sechs Wandertagen von der Projektstelle Schluchtensteig Schwarzwald eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und ein Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführern, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, ebenso wie alle Getränke. Dafür gab der Outdoorausrüster LOWA noch ein paar Schuhe aus an alle Teilnehmer des Blogger_Wander-Monats von Toptrails of Germany, zu denen der Schluchtensteig gehört. Ich muss nichts über die Schuhe schreiben (und auch nicht verlinken, mache ich aber trotzdem gerne!) – und habe die Schuhe gewählt, die ich sowieso vor kurzem auch gekauft habe, da LOWA eh meine bevorzugte Marke für All Terrain Schuhe ist.
Ihr wollt schneller und „live“ bei meinen Reisen dabei sein? Dann folgt mir doch bei Instagram und/oder Twitter. Meist abends gibt es auf der Facebookseite des Reiseblogs dann auch eine kurze Zusammenfassung der Tage auf Reisen mit den Bildern vom Smartphone. Ich freue mich sehr über Herzchen, „Gefällt mir“, geteilte und/oder kommentierte Beiträge auf allen Kanälen 😉

Anzeigen: Für die Wanderung wurde mir vom Einladenden auch Wanderführer zur Verfügung gestellt. In diesem Fall war das der Hikeline Wanderführer Fernwanderweg Schluchtensteig: Quer durch den Naturpark Südschwarzwald, 119 km, 1:35 000, GPS-Tracks Download, wasserfest

Schluchtensteig von Schattenmühle bis Schluchsee-Fischbach beim Blogger-Wander-Monat

Und der Blick nach rechts am Rechenfelsen

Der Blogger-Wander-Monat ist eigentlich vorbei, ein Wochenende für jeden war geplant. Doch ich wollte mehr vom Schluchtensteig, nicht nur einzelne Etappen, nein, dieses Mal will ich einen der Top Trails of Germany am Stück laufen. Über alle Etappen. Und so stelle ich mir meine Wecker auf 7 Uhr und bekomme gerade noch einen schönen Rest vom Sonnenaufgang von meinem Balkon im Möhringers Schwarzwaldhotel mit – schöner kann ein Tag kaum beginnen!

Sonnenaufgang hinter Bonndorf vom Balkon des Möhringer Schwarzwaldhotels aus

Sonnenaufgang hinter Bonndorf vom Balkon des Möhringer Schwarzwaldhotels aus

Schnell runter also zum Frühstück, wenn ich nicht auf den Schluchtensteig wollen würde, würde ich hier lange sitzen. Die Auswahl ist groß, auch Sekt steht bereit. Doch will los, die dritte Etappe von der Schattenmühle bis nach Fischbach steht auf dem Plan, etwas über 18 km, und auch mit einigen Höhenmetern. Beim Auschecken im Möhringers Schwarzwaldhotel bekomme ich noch eine 0.5 l Plastikflasche Wasser für die Wanderung mit, dann laufe ich zum Bahnhof, wo der Bus zur Schattenmühle um 9.16 Uhr mich pünktlich einsteigen lässt. "
Von der Bushaltestelle aus geht es schnell über die Brücke,

Brücke an der Schattenmühle

Brücke an der Schattenmühle

von der ich noch schnell einen Blick auf die Wutach werfe.

Blick auf die Wutach von der Brücke an der Schattenmühle

Blick auf die Wutach von der Brücke an der Schattenmühle

Hinter der Brücke ist das obligatorische Schild, dass mich ein wenig auf die kommende Etappe des Schluchtensteigs einstimmt. Mir gefällt das hier, dass ich immer wieder Kilometerangaben für Ziele, aber auch für Zwischenziele habe, das macht für das Laufen leichter.

Wegbeschilderung am Start der 3. Etappe des Schluchtensteigs an der Schattenmühle

Wegbeschilderung am Start der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Dieses Mal ist jedoch das Etappenziel noch gar nicht drauf, nur Lenzkirch. Gut, ich weiss, ab da sind es noch 5 km, auch so kann ich mir die Kraft einteilen. Zuvor habe ich natürlich das Höhenprofil der Strecke angeschaut und weiss, dass es nach Lenzkirch nochmal hoch gehen wird. Und nicht nur da, sondern auch hier und jetzt beginnt die Strecke mit einem kurzen steilen Anstieg, direkt links hoch hinter der Brücke, neben dem Schild, erst über Stufen, dann über einen schmalen wurzeligen Waldweg.

Zu Beginn gehts steil hoch auf einem schönen wurzligen Waldweg auf der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Zu Beginn gehts steil hoch auf einem schönen wurzligen Waldweg

Doch keine Sorge, der Anstieg ist nur kurz, bald erreiche ich den kreuzenden Waldweg, dem ich nach links leicht bergab folge.

Breiter Waldweg auf der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Breiter Waldweg

Links unter mir plätschert die Wutach munter vor sich hin. Ich bin derweil dankbar, erst einmal ein Stück im Schatten laufen zu können, der Tag verspricht heiß zu werden. Der Weg wird schmaler

Der Waldweg wird schmaler und gefällt mir so noch besser

Der Waldweg wird schmaler und gefällt mir so noch besser

und ich schreite kräftig aus. Nach einigen Minuten beginne ich mir aber Sorgen zu machen. Habe ich eine Abzweigung verpasst? Schon länger habe ich kein Schild gesehen, das mir sagt, dass ich richtig bin. Was macht der gewiefte Wanderer da? Schnell im Netz schauen, ob man noch richtig ist? Pustekuchen. Wie schon gestern werde ich auf dieser Etappe über sehr lange Zeit kein Internet haben, weder Vodafone noch T-Mobile möchten hier Netz zur Verfügung stellen.

Doch ich habe mir schon Zuhause die Karten für den offline Zugriff runter geladen und stelle daher schnell fest, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Ich bin weiterhin auf dem richtigen Weg und habe keine Abzweigung verpasst.

Nach ca. 25 Minuten kommen Sitzgelegenheiten am Wegesrand, schon fast in der Sonne

Sitzgelegenheiten am Wegesrand des Schluchtensteigs

Sitzgelegenheiten am Wegesrand des Schluchtensteigs

und der Weg lichtet sich. Hier komme ich raus aus dem Wald

Der Weg lichtet sich

Der Weg lichtet sich

Pflanzen am Wegesrand

Pflanzen am Wegesrand

und ein Stück weiter oben geht es am Rande eines Feldes entlang.

Am Rande des Feldes geht es entlang, bei strahlend blauen Himmel

Am Rande des Feldes geht es entlang, bei strahlend blauen Himmel

Die Sonne scheint mir in den Nacken, noch geht es, die Kraft der Sonne wird erst im Laufe des Tages noch stark zunehmen. Der Weg ist schön abwechslungsreich, sowohl von der Beschaffenheit des Weges selbst als auch von der Umgebung.

Schmaler trockener Pfad auf der dritten Etappe des Schluchtensteigs

Schmaler trockener Pfad

Ein Blick an den Wegesrand

Ein Blick an den Wegesrand

Nach etwa 2,5 km komme ich an das „Räuberschlössle“, hier lohnt der Weg um die Ecke (ca. 10 Meter), um die Überreste anzuschauen, die nur aus Felsen bestehen,

Überreste des Räuberschlössle über der Wutachschlucht

Überreste des Räuberschlössle über der Wutachschlucht

und einen Blick runter zur Wutach zu werfen. Immerhin sind wir hier rund 80 Meter über der Wutach, ihc hoffe, Du hast keine Höhenangst.

Blick runter auf die Wutach von der Seite des Räuberschlössles, wo Du rein läufst

Blick runter auf die Wutach von der Seite des Räuberschlössles, wo Du rein läufst

Blick auf die Wutach von der rechten Seite des Räuberschlössle

Blick auf die Wutach von der rechten Seite des Räuberschlössle

Der Weg führt weiter am Rande der Schlucht entlang und ist sehr angenehm zu laufen. Ein schmaler Pfad, ohne Wurzeln oder Steine, so dass Du gemütlich Deinen Gedanken nachhängen kannst.

Gemütlicher Teil der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Gemütlicher Teil der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Kurz geht es bergauf, dann wieder eben weiter. Ich beginne immer mehr zu entspannen, auch wenn es weiter kein Netz gibt (ja, ich bekenne mich, ich brauche Internet…). Die Wutach rauscht vor sich hin, Vögel kreischen, es ist einfach herrlich. Ab und an höre ich einen kleinen Zufluss plätschern, der sich seinen Weg bergab in die Wutach sucht. Ich bin froh über wasserfeste Schuhe, die mich über die Gerinnsel laufen lassen, ohne groß einen Weg zu suchen.

Der Weg wechselt immer wieder, mal wäre Platz, nebeneinander zu laufen, mal müsste man in Reihe laufen. Und auch wie auf den beiden Etappen zuvor fehlt auch hier der Baum nicht, der quer über dem Weg liegt.

Baum quer über dem Wanderweg der 3. Etappe des Schluchtensteigs

Baum quer über dem Wanderweg

Immer näher komme ich wieder der Wutach, nach rund 70 Minuten Wanderzeit bin ich unten an dieser Brücke, die ich dann aber links liegen lasse, denn der Weg geht nach links.

Brücke über die Wutach

Brücke über die Wutach

Nach weiteren 10 Minuten komme ich an die Wehranlage.

Wehanlage an der Wutach auf dem Schluchtensteig

Wehanlage an der Wutach

Auf dem folgenden Weg verschwinden auf einmal die Geräusche der Wutach, ein kurzer Blick nach unten zeigt mir, dass die Wutach hier recht breit ist und die daher sehr gemächlich vor sich hin fliesst.

Der Weg ist wieder sehr schön, den der Schluchtensteig hier nimmt, teilweise mit Wurzeln,

Schön wurzliger Waldweg

Schön wurzliger Waldweg

dann wird er etwas steiler und steiniger, um dann wieder über einen breiten Wirtschaftsweg abwärts zu verlaufen.

Bald komme ich an eine Brücke,

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von hier an sind es noch 7 km bis Lenzkirch, etwa ein Drittel der heutigen Etappe habe ich also geschafft. Nach der Brücke geht es wieder bergauf, doch das ist nur kurz, dann führt der Weg zunächst eben weiter, dann geht es bergab zur Wutach. Unterwegs bestaune ich die Wurzeln auf dem Weg.

Nahaufnahme eine beliebigen Wurzel auf dem Weg ;)

Nahaufnahme einer beliebigen Wurzel auf dem Weg 😉

Dann geht es direkt entlang der Wutach, der Weg ist schmal und ebenfalls voller Wurzeln. Da es auch weiter kein Netz gibt, solltest Du unbedingt Deine Augen auf den Weg richten und auf Deine Füsse achten. Ich genieße diesen Teil der Stecke, ich mag einfach Wasser!

Direkt an der Wutach entlang führt die Strecke der dritten Etappe des Schluchtensteigs

Direkt an der Wutach entlang führt die Strecke

.

Immer wieder geht es ein Stückchen hoch und wieder runter zur Wutach. Keine besonders anstrengenden Steigungen oder Gefälle. Mal bin ich ein wenig oberhalb der Wutach,

Weg oberhalb der Wutach

Weg oberhalb der Wutach

mal direkt am Fluss.

Nach rund 2 Stunden komme ich an zwei Brücken, von denen ich die erste überquere, die zweite mal wieder links liegen lasse.

Brücken

Brücken

6 km nach Lenzkirch sind anschrieben, für zwei Minuten geht es mittelsteil den Berg hoch, dann schon wieder links runter. Der Weg bleibt abwechslungsreif,

Steg auf dem Weg

Steg auf dem Weg

und nach rund 10 Minuten komme ich am Rechenfelsen an. Hier bietet sich nochmals ein toller Blick hinab,

Blick links runter am Rechenfelsen (ok, direkt dahinter)

Blick links runter am Rechenfelsen (ok, direkt dahinter)

Und der Blick nach rechts am Rechenfelsen

Und der Blick nach rechts am Rechenfelsen

und es bietet sich an, hier eine kurze Pause einzulegen, denn es hat auch eine Bank, auf der Du es Dir gemütlich machen kannst.

Mich zieht es aber weiter, es geht erst wieder bergab, dann ein kurzes steiles Stück bergauf, das jedoch bald wieder abflacht. Immer wieder kommt die warme Sonne durch und beginnt, mich mit einem kleinen Sonnenbrand zu versorgen.

Schöner Wanderweg entlang des Schluchtensteigs in der Sonne

Schöner Wanderweg entlang des Schluchtensteigs in der Sonne

Kurz vor 12 Uhr bucht sich das T-Mobile Handy erstmals wieder kurz ins Netz ein (Vodafone sagt immer noch „kein Netz“), für einen Moment gibt es sogar LTE, dann der Rückfall auf Edge. Ich bin an einer Bank, wo ich mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen könnte, vor mir sind Gitter als Geländer an der Kante der Felsen. Neugierig schaue ich runter – doch es gibt irgendwie nicht wirklich was zu sehen.

Es folgt ein kurzer steiler Anstieg, dann geht es auf einem gemütlich zu gehenden Wirtschaftsweg weiter.

Ein breiter Wirtschaftsweg führt mich weiter dem heutigen Ziel entgegen auf dem Schluchtensteig

Ein breiter Wirtschaftsweg führt mich weiter dem heutigen Ziel entgegen

Der Weg kommt bald wieder in die Sonne und an der Kreuzung, die dann folgt, laufe ich falsch. Ich folge dem Teerweg nach rechts, eine Ausschilderung sehe ich nicht. Nach wenigen hundert Metern wundere ich mich immer mehr und ziehe dir App zurate, in der ich die Etappe eingespeichert habe. Und tatsächlich, ich bin etwa 100 Meter oberhalb des Schluchtensteigs. Und es gibt eine Querverbindung, also bin ich bald wieder auf der richtigen Pfad, wenn auch nicht dem der Tugend :-p

Das nächste Schild sagt mir, es sind noch 3,5 km bis Lenzkirch. Kurz später komme ich an eine „Umleitung“.

Umleitung auf dem Schluchtensteig

Umleitung auf dem Schluchtensteig

Ich schaue den ursprünglichen Weg an und denke, die Umleitung muss schon lange bestehen. Auf meinem Weg schlängelt sich eine Blindschleiche über den Weg (zumindest denke ich, dass es eine ist…), doch ich bin zu langsam, die Kamera auszupacken. Schnell verschwindet sie im Grün am Wegesrand, da hätte ich nur ein Suchbild draus machen können.

Auf der anderen Strassenseite befindet sich ein kleiner Rastplatz, ich laufe trotzdem direkt weiter links den Pfad nach unten.

Rund 100 m geht es hier steil bergab

Rund 100 m geht es hier steil bergab

Unten erwartet mich eine Informationstafel über den Mühlenweg, auf dem ich eben schon ein Stück gelaufen bin. 3 km sind es noch bis Lenzkirch, ziemlich genau 3 Stunden bin ich bis hierher unterwegs.

Nach einigen Metern weitet sich das Tal, und es folgt bald ein kurzer stetiger mittelsteiler Anstieg. An der kommenden Kreuzung geht es gerade rüber, das Schild gegenüber ist kaum zu sehen, da es rund 15 Meter weiter vorne liegt und etwas eingewachsen ist. Als ich aus dem Wald komme, ist Lenzkirch mit 2 km angeschrieben, aber auch erstmal mein Tagesziel Fischbach mit 7 km. Mein Akku des iPhone ist dank des schlechten Netzes schon auf 32 Prozent runter. Ich beschließe hier schon, in Lenzkirch eine Pause zu machen. Die nächsten 2 km geht es auf einem Teerweg in den Ort Lenzkirch rein, immer in der prallen Mittagssonne. Ich bin froh, wenigstens bis zum Ortsrand teilweise auf der Wiese neben dem Teerweg laufen zu können.

Im Ort sehe ich erst das Hotel Gasthof Schwörer und freue mich auf einen Happen zu essen und en Radler. Doch weit gefehlt, unter der Woche gibt es nur von 18-21 Uhr warme Küche. Also laufe ich weiter durch Lenzkirch, bis ich am Cafe Wiest ankomme, wo ich eine Maultaschensuppe (4,20 EUR, sehr klein) und ein lokales Pils der Brauerei Rogg (sehr lecker!; 2,80 EUR für 0,5 l) trinke. Das war auch höchste Zeit, denn der letzte Kilometer auf Teer war unangenehm lange für meine geschundenen Füsse.

Alternativen für Pausen gibt es hier genug, wenige Meter weiter ist die Metzgerei Adler, darüber der Gasthof „Wilder Mann“, in dem es griechische Küche gibt“. Gegenüber auch ein Italiener, wenige Meter weiter werde ich dann auch noch einen Kiosk mit Döner sehen. Doch erst schaue ich nochmal auf das Rathaus, das sich in aller Pracht hier zeigt.

Rathaus von Lenzkirch

Rathaus von Lenzkirch

Kurze Zwischeninfo: Wenn Du den Schluchtensteig in fünf Etappen gehst, wurde mir von Brigitte, die das macht, in St. Blasien empfohlen, im Margaretenhof zu übernachten. Sehr herzlich sei der Empfang dort und die Dame des Hauses sehr, sehr hilfsbereit. Brigitte kam dort klatschnass an und wurde gleich herzlich umsorgt.

Für mich geht es aber weiter, meine Etappe endet nicht hier. Nach dem Ort geht es kurz über eine Wiese, dann im Schatten am Waldrand den Hang entlang aufwärts. Der Teerweg, auf den Du dann nach links abzweigst, quält mich nur 2-300 Meter, dann geht es schon wieder rechts hoch auf einem gemütlichen schönen Weg,

Weg zum Geopark Lenzkirch

Weg zum Geopark Lenzkirch

bis ich nach wenigen Minuten am Geopark Lenzkirch ankomme. Hier erfahre ich, dass ich nun 50 km des Schluchtensteigs geschafft habe 😉 Und bekomme einen tollen Ausblick runter nach Lenzkirch.

50 km Schluchtensteig am Geopark Lenzkirch

50 km Schluchtensteig am Geopark Lenzkirch

Im Geopark stehen diverse Steine rum, die beschriftet sind.

Blick zurück in den Geopark

Blick zurück in den Geopark

Ein quarzarmer Porphyr

Ein quarzarmer Porphyr

Kurz nach dem Geopark geht es ein kurzes Stück rechts hoch auf einem Teerweg, 4 km bis Fischbach sind angeschrieben. Ich bin froh, als der Weg bald in einen Wirtschaftsweg übergeht und ich wieder in den Schatten komme. Es hat 27 Grad im Schatten, zu viel eigentlich zum Wandern, oder? In der Sonne ist es noch wärmer, und mir läuft das Wasser langsam nur so runter.

Wirtschaftsweg bergauf

Wirtschaftsweg bergauf

Auf rund 925 Höhenmetern geht es erst mal bergab. Alles in mir rebelliert, ich weiss doch, ich muss noch auf rund 1110 Höhenmeter hoch. Jeder Meter bergab will auch wieder hochgelaufen werden. Doch bald folgt wieder ein sanfter Aufstieg. Und wieder geht es runter…

Der Weg zweigt nach links ab, wieder in die Sonne. 2,4 km sollen es noch bis Fischbach sein. Meine App sagt, ich bin auf 894 Meter – also noch 200 Höhenmeter werde ich hoch müssen. Sanft geht es bergauf bis ich bei 942 Höhenmetern an eine Kapelle komme.

Kapelle auf dem Weg zwischen Lenzkirch und Fischbach

Kapelle auf dem Weg zwischen Lenzkirch und Fischbach

Das nutze ich doch für eine kurze Pause und genieße die Ruhe und die kühle Luft in der Kapelle.

Eigentlich ganz hübsch hie rin der Kapelle , oder?

Eigentlich ganz hübsch hier in der Kapelle , oder?

Hinter Kapelle stehen in der prallen Sonne Bänke und Tisch, doch ich bin dankbar über den endlich ein wenig aufkommenden Wind und laufe die vor mir liegende Teerstrasse hoch.

Doch ich komme nicht weit, auf 977 Höhenmetern liegt auf der linken Seite ein Bauernhof, der Schwendehof Käskessele. Das am Weg stehende Schild macht mich neugierig,

Schwendehof Käskessele mit SB-Kühlschrank am Rande des Schluchtensteigs

Schwendehof Käskessele mit SB-Kühlschrank

und ich laufe die paar Meter auf den Hof. Und tatsächlich, ein Kühlschrank steht da, gefüllt mit Wurst (Rind oder Schwein, je 1,50 EUR), Apfelschorle (0,5 l 2 EUR), Bier (0,33 l Roggs Landbier 1,50 EUR), Dosen mit Wurst, Salami und (Trink- und normaler) Jogurt. Und verschieden große Stücke Käse. Daneben steht die Kasse, Du kannst also auch einen Schein wechseln.

Prall gefüllter SB-Kühlschrank mit Leckereien am Schwendehof Käskessele

Prall gefüllter SB-Kühlschrank mit Leckereien am Schwendehof Käskessele

Ich gönne mir ein eiskaltes leckeres Landbier und eine der Rindswürste und hab für 3 EUR selten lecker gespeist!

Dann mache ich mich weiter auf den Weg, ich will auch irgendwann in Lenzkirch ankommen. Den Zwischenstop hier am Schwendehof Käskessele kann ich Dir aber nur empfehlen, auch wenn es nicht mehr weit ist!

Kurz nach dem Hof wird aus dem Teerweg auch wieder ein Schotterweg, nicht links geht es, sondern gerade den Berg hoch. Kennzeichnung sehe ich auch hier keine, deswegen habe ich kurz auf die App geschaut.

Der Weg nach oben ist gar nicht so anstrengend, wie ich nach dem Höhenprofil her erwartet hätte. Nach oben hin wird es zwar etwas steiler, aber nicht so, dass mir ein kurzer Halt in den Sinn käme.

Immer wieder höre ich Donnergrollen und schaue mich irritiert um. Außer blauen Himmel und schönen Pflanzen am Wegesrand ist aber nichts zu sehen.

schluchtensteig-etappe3-schattenmuehle-fischbach52

Oh, doch, ein paar kleine Wolken. Aber nach Gewitter sehen die doch nicht aus, oder?

Ein Stück weiter nach der Kreuzung, die ich gerade aus überquere, kommt ein Sportplatz mit Hütte, Grillstelle und einem kleinen Spielplatz.

Spielplatz und Grillplatz

Spielplatz und Grillplatz

Ab hier geht es nur noch ein kurzes Stück abwärts und ich komme bald in Fischbach an. Das Hotel Hirschen, in dem ich übernachte, ist nicht zu übersehen – nur 200 Meter entfernt von der Stelle, wo ich vom Berg runter komme.

Hotel Hirschen in Fischbach

Hotel Hirschen in Fischbach

Auf der Terrasse lasse ich den Tag ausklingen, im Zimmer hat es eh kein WLAN :-p Über den Hirschen schreib ich im Winter aber eh nochmal was separates.

Fazit zur 3. Etappe von der Schattenmühle nach Fischbach auf dem Schluchtensteig

Wieder eine schöne Strecke, die auf den ersten zwei Stunden Digital Detox zwangsweise verordnet. Doch die diese Etappe lohnt sich, Du wirst mit tollen Wegen belohnt. Unbedingt machen: Die paar Meter ins Räuberschlössle und den Abstecher zum SB-Kühlschrank. Eine tolle Idee!

Fakten zum Schluchtensteig

Gesamtstrecke: 119 km
Etappen: 6
Aufstieg insgesamt: 3.415 m
Absteig insgesamt: 3.505 m
Schwierigkeit: schwer
Gepäcktransport: buchbar

Website

Tourdetails zum Download (GPX, KML) u. a. bei Outdoor Active

Offenlegung für alle sechs Etappen: Ich wurde zu den sechs Wandertagen von der Projektstelle Schluchtensteig Schwarzwald eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und ein Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführern, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, ebenso wie alle Getränke. Dafür gab der Outdoorausrüster LOWA noch ein paar Schuhe aus an alle Teilnehmer des Blogger_Wander-Monats von Toptrails of Germany, zu denen der Schluchtensteig gehört. Ich muss nichts über die Schuhe schreiben (und auch nicht verlinken, mache ich aber trotzdem gerne!) – und habe die Schuhe gewählt, die ich sowieso vor kurzem auch gekauft habe, da LOWA eh meine bevorzugte Marke für All Terrain Schuhe ist.
Ihr wollt schneller und „live“ bei meinen Reisen dabei sein? Dann folgt mir doch bei Instagram und/oder Twitter. Meist abends gibt es auf der Facebookseite des Reiseblogs dann auch eine kurze Zusammenfassung der Tage auf Reisen mit den Bildern vom Smartphone. Ich freue mich sehr über Herzchen, „Gefällt mir“, geteilte und/oder kommentierte Beiträge auf allen Kanälen 😉

Anzeigen: Für die Wanderung wurde mir vom Einladenden auch Wanderführer zur Verfügung gestellt. In diesem Fall war das der Hikeline Wanderführer Fernwanderweg Schluchtensteig: Quer durch den Naturpark Südschwarzwald, 119 km, 1:35 000, GPS-Tracks Download, wasserfest




Schluchtensteig von Blumberg bis Schattenmühle durch Wutachschlucht beim Blogger-Wander-Monat

Der Wasserfall - nach einigem Warten konnte ich auch ein Bild machen ohne Menschen davor/dahinter ;)

Was erwartet mich heute am Schluchtensteig? Es ist Sonntagmorgen und der Wecker klingelt. Kein Geräusch, das ich sonntags wirklich mag. Wobei ich vermute, dass ich das Geräusch eigentlich gar nie mag. Doch irgendwie ist es weniger schlimm, wenn man wie ich die Aussicht auf einen spannenden Outdoortag hat, oder?

Von der ersten Etappe berichtete ich noch einigermaßen live, es ist ja auch Blogger-Wandern-Monat, doch das soll heute nichts werden. Zumindest wurde mir angekündigt, in Wutachschlucht habe es kein Netz. Nun, wir werden es sehen. Hier kann ich Dir ja zumindest nachträglich zeigen, wie mir die Etappe gefällt.

Nach dem Frühstück im Hotel Hirschen in Blumberg holt mich Martin Schwenninger, seines Zeichens Wutachranger, am Hotel ab und wir machen und bei blauen Himmel mit einigen Wolken am Himmel auf den Weg in Richtung der Wutachschlucht, durch die der Schluchtensteig auf seiner zweiten Etappe führt. Doch erst geht es einige Meter noch durch Blumberg, bis der Weg runter zum Schleifenbach führt. An der Abzweigung hier runter steht noch eine Infotafel, wie sich diese Gegend in letzten Millionen Jahren entwickelt hat. Nimm Dir einfach die 3 Minuten Zeit zum Lesen.

Links am Wegesrand steht noch ein Warntafel, auf der sinngemäß steht: „Hey. Du bist in der Natur. Fang an zu denken und renne nicht mit Flipflops durch Gegend, wenn Du Strassen verlässt“. Oder so ähnlich 😉

Warnhinweis, kurz bevor es zu den Kaskaden des Schleifenbach runter geht auf dem Schluchtensteig

Warnhinweis, kurz bevor es zu den Kaskaden des Schleifenbach runter geht

Nach ein paar Metern kommt sie schon, die steile Metalltreppe, die wir nach unten müssen.

Der Wutachranger Martin läuft vor mir die steile Treppe zu den Wasserfällen vom Schleifenbach runter

Der Wutachranger Martin läuft vor mir die steile Treppe zu den Wasserfällen vom Schleifenbach runter

Fünf Meter weiter vorne zweigt übrigens links ein kurzer Stichweg ab, an dem Du auch Fotos machen könntest.

Der Abstieg über die Treppe ist schnell gemacht, wer sich unsicher fühlt, der/die dreht sich um und steigt rückwärts runter. Und ja – auch ich mache das so, es ist einfach sicherer!

Beeindruckend ist es, wie sich der Schleifenbach hier runter stürzt, da nutze ich doch die Gelegenheit, von der Brücke aus ein Bild zu machen.

Der Schleifenbach stürzt sich in die Tiefe

Der Schleifenbach stürzt sich in die Tiefe

Ein wenig bleiben wir anschließend noch in der Natur, teilweise auf offenen Wegen in der Sonne:

Weg in der Sonne. Morgens um kurz vor 10 Uhr noch ganz angenehm auf dem Schluchtensteig

Weg in der Sonne. Morgens um kurz vor 10 Uhr noch ganz angenehm

Dann geht es erst durch Achdorf,

Blick auf Achdorf auf dem Schluchtensteig

Blick auf Achdorf auf dem Schluchtensteig

später dann durch Anselfingen durch. Der erste Streckenabschnitt hat leider einige Teerwege, das ließ sich hier jedoch nicht so wirklich vermeiden.

In Achdorf könntest Du Dich auch gerade schnell wieder erfrischen, ein älterer Herr sorgt sich hier um die Pilger (auch des Jakobwegs) und bietet Erfrischungen an.

Eine Möglichkeit, früh morgens schon ein Bier zu trinken. Oder eine andere Erfrischung auf dem Schluchtensteig

Eine Möglichkeit, früh morgens schon ein Bier zu trinken. Oder eine andere Erfrischung

Vor dem Gasthof Scheffellinde geht es rechts rein und hinten über den Parkplatz nach links. Über die Herkunft des Namens des Gasthofes Scheffellinde erfahre ich von Martin ebenso, wie im folgenden Verlauf der Strecke über die vielfältigen Tätigkeiten eines Wutachrangers, der insbesondere dem Naturschutz verpflichtet ist, aber eben auch viele Führungen macht. Auch fungiert er ein wenig als Schnittstelle zwischen den Behörden und Nutzern.

Was mir persönlich super gefällt – er hat auch Twitter entdeckt, um „spontane“ (das Netz ist ein wenig ein Problem, in der gesamten Schlucht gibt es keines) Meldungen zu verbreiten. Als zusätzlichen Service informiert er auch die Tourismusämter in der Gegend mit schön aufbereiteten Informationen (inklusive Bilder als pdf zum Aushängen), wenn es Sperrungen oder ähnliches auf den Wegen in der Wutachschlucht gibt. Erdrutsche sind hier recht häufig, und so hat Martin auch damit einiges zu tun!

Zugegeben: Es reicht eigentlich auch, einen kurzen Abstecher zum Schleifenbach zu machen und dann einfach bis zur Wutachmühle zu fahren. Der Weg bis dahin ist wenig spannend, gerade mal die Scheffellinde zeigt sich als tolles Haus auf dem Weg (nee, frag nicht, warum ich da jetzt kein Bild gemacht habe :/). Ansonsten ist es erst einmal viel Weg auf Teer, der erst nach Anselfingen eigentlich besser wird. Klar kommen dazwischen auch angenehme Abschnitte bis zur Wutachschlucht, auch auf Waldwegen, die schlammig sein können und ein wenig Konzentration dann erfordern. Doch jetzt ist es seit Tagen trocken, da besteht keine Rutschgefahr.

Eines der angenehmeren Stücke bis zur Wutachmühle auf der 2. Etappe des Schlluchtensteigs

Eines der angenehmeren Stücke bis zur Wutachmühle

Dann ist es soweit. Wir erreichen nach etwa 1 3/4 Stunden die Wutachmühle. Für die meisten Wanderer der Wutachschlucht markiert diese übrigens den Endpunkt, denn viele steigen oben an der Schattenmühle in den Weg ein und laufen wutachabwärts bis zur Wutachmühle. Hier unten befindet sich auch ein Kiosk, an dem Du Dich nochmal stärken könntest (Umweg von vielleicht 150-200 Metern weiter gerade aus). Wir lassen diesen jedoch unbeachtet und laufen an der Wutachmühle vorbei rein in Richtung der Wutachschlucht.

Silo an der Wutachmühle auf dem Schluchtensteig

Silo an der Wutachmühle

Hier geht es erst einmal sehr sanft aufwärts auf einem breiten Waldweg. Doch schon bald geht es auf die erste Umleitung, der erste Teil entlang der Wutach

Ein erster Blick auf die Wutach

Ein erster Blick auf die Wutach

ist bereits aufgrund eines Erdrutsches gesperrt. Martin erzählt mir, dass wir wohl daran vorbei kommen könnten, das Risiko eines neuen Rutsches aber durchaus besteht und wir daher nicht als schlechtes Beispiel den gesperrten Weg gehen sollten. Die Umleitung ist gut ausgeschildert, leider auch 2 km länger als der reguläre Weg (20 km hätte ich eigentlich heute sonst vor mir). Ein zunächst schmaler, später breiter werdender Weg ist es, auf dem Umleitung verläuft, dann geht es kurz steil links hoch. Oben erwartet uns dann für rund 15 Minuten ein Teerweg in der prallen Mittagssonne. Die Sonne steht hoch oben und der Himmel ist wolkenlos blau. Die 15 Minuten in der Sonne bringen mich schnell zum Schwitzen.

Am Wanderparkplatz, an dem auch ein Grillplatz angeschlossen ist, geht es wieder im Wald bergab in die Wutachschlucht. Der Grillplatz ist gut besucht, wäre ich alleine unterwegs, hätte ich vielleicht auch eine kurze Rast gemacht, denn diese Sinusbänke hier laden zum Verweilen ein.

Sinusbänke am Wanderparkplatz mit Grillplatz

Sinusbänke am Wanderparkplatz mit Grillplatz

Unten in der Schlucht ist es angenehm kühl, auch wenn die Wutach gar nicht „wütend“ ist. Denn daher kommt eigentlich ihr Name – die wütende Ach. Der Weg hier unten ist sehr angenehm zu laufen.

Schöner Wegteil des Schluchtensteigs in der Wutachschlucht

Schöner Wegteil des Schluchtensteigs in der Wutachschlucht

Auch im weiteren Verlauf stosse ich auf alte Bekannte. Sowohl Steinmanderl,

Steinmanderln in der Wutachschlucht

Steinmanderln in der Wutachschlucht

als auch Bäume, die quer über dem Weg liegen, liegen auf meiner Wanderung.

Wieder ein Baum, den es zu unterqueren heißt auf dem Schluchtensteig

Wieder ein Baum, den es zu unterqueren heißt auf dem Schluchtensteig

Bald kommen wir an eine Brücke, die über die Wutach führt.

Brücke über die Wutach

Brücke über die Wutach

Doch diese Brücke ist noch gar nicht so alt, ein Hochwassser hat allerdings ein Stück der alten Brücke mitgenommen. Rund 20 Jahre steht die neue Brücke hier, erklärt mir Martin.

Nett ist es anzusehen, wie ein Stück der alten Brücke stehen gelassen wurde. Weil sie stört ja nicht 😉

Ein Stück der alten Brücke steht in der Wutachschlucht auf dem Schluchtensteig

Ein Stück der alten Brücke steht

Überhaupt – so eine Tour mit dem Wutachranger lohnt, immer wieder füttert er mich mit Informationen. Aber nicht in Form eines Overloads, immer in angemessenen Dosen. Ich hätte eigentlich viel mehr mitschreiben sollen, doch irgendwie verpasse ich das immer wieder. Doch einiges blieb hängen, bzw. in Evernote zum Nachlesen. So beispielsweise, dass 1904 hier in der Wutachschlucht Passagen rausgesprengt wurden, was heute wohl nicht mehr genehmigt werden würde. Doch hier sind alle dankbar, dass es diese Passagen gibt.

Rausgesprengte Passage in der Wutachschlucht

Rausgesprengte Passage in der Wutachschlucht

rausgesprengte Passage mit Blick auf die Wutach

Rausgesprengte Passage mit Blick auf die Wutach

Auch spannend ist es, zu sehen, wie sich hier die Felswände hoch türmen – und die untere Kalkschicht vor etwa 242-234 Millionen Jahren entstanden ist.

Verschiedene Kalkschichten aus mehreren Millionen Jahren in der Wutachschlucht

Verschiedene Kalkschichten aus mehreren Millionen Jahren in der Wutachschlucht

Auf dem Bild ist es eigentlich gut erkennbar, dass die Felsschicht leicht schräg verläuft. Wenn Du hingegen in der Schlucht an der Stelle stehst und auch das ganze Umfeld wahr nimmst, dann sieht es so aus, als wäre die Kante eher die Waagrechte und die Wutach würde bergauf fliessen. Ein faszinierender Anblick, den Du nicht verpassen solltest.

Übrigens – ein Blick nach oben verrät mir, dass wir tolle Wetter haben, immer noch blauer Himmel und Sonne.

Strahlend blauer Himmel über der Wutachschlucht

Strahlend blauer Himmel über der Wutachschlucht

Immer wieder kommen wir an Felsabschnitten entlang, die einfach spannend zum Laufen sind. Nicht einfach nur tröge vor sich hin wandern, sondern fasziniert den Weg betrachten.

Strahlend blauer Himmel über der Wutachschlucht

Schöner Wegteil in der Wutachschlucht

Nach knapp vier Stunden kommen wir an einen Rastplatz mit Grillstelle, Bänken und einer großen Hütte, in der Du Dich bei schlechten Wetter unterstellen kannst. Hier machen wir ca. 15 – 20 Minuten Pause, essen unser Vesper, trinken einen Schluck und stellen fest, dass wir beide wesentlich mehr Leute erwartet hätten. Klar, der Platz ist gut besucht, rund 30 Menschen jeder Altersstufe sind hier. Aber eben wesentlich weniger, als wir erwartet haben.

Ob es daran liegt, dass am Montag wieder die Schule beginnt? Dass die Menschen sich darauf vorbereiten? Wir wissen es nicht, aber die Vermutungen gehen doch in diese Richtung.

Schutzhütte am Rastplatz inmitten der Wutachschlucht

Schutzhütte am Rastplatz inmitten der Wutachschlucht

Von hier sind es noch 7 km bis zur Schattenmühle, dem eigentlichen Etappenziel der zweiten Etappe des Schluchtensteigs.

Es geht hoch und runter auf dem folgenden Wegabschnitt, bis wir auch zu einem kleinen Wasserfall kommen. Schnell merke ich, dass dieser ein beliebtes Fotomotiv für Selfies der hier wandernden Paare ist 😉

Blick von weiter oben auf die Wutachschlucht

Blick von weiter oben auf die Wutachschlucht

Ein gemütlicher Teil des Weges durch die Wutachschlucht, die zweite Etappe des Schluchtensteigs

Ein gemütlicher Teil des Weges durch die Wutachschlucht

Der Wasserfall - nach einigem Warten konnte ich auch ein Bild machen ohne Menschen davor/dahinter ;)

Der Wasserfall – nach einigem Warten konnte ich auch ein Bild machen ohne Menschen davor/dahinter 😉

Nebenbei erfahre ich, dass die Wutach zu der Jahreszeit auch seltenst „wütend“ ist, im Frühjahr ist das viel spannender, wenn sich Schnee und Regen mischen. Teilweise sind dann aber auch die Wege unbegehbar, da das Wasser sehr schnell sehr hoch steigen kann. Gerade im Januar und Februar, teilweise auch im März hat es eine Menge Wildwasser Kajaksportler, die das hier nutzen. Sobald über entsprechende Apps die Info kommt, dass hier das Wasser durch die Wutach schießt, kommen diese zuhauf – sehr viele Schweizer sind da dabei, erzählt Martin, die sehr gut miteinander vernetzt sind. Und auch wirklich gut fahren und aufeinander Acht geben.

Langsam kommen wir in den Bereich des Bad Boll. Früher ein Kurort, der den Adel und reiche Engländer angezogen hat. Doch irgendwann blieben diese hier auch aus. Und so wurde aus den Parklandschaften und dem Rudersee langsam wieder Natur. Diese fordert nämlich schnell ihren Raum zurück. Hier ein Blick auf den ehemaligen Rudersee:

Der ehemalige See zum Rudern bei Bad Boll ist heute schön grün eingewachsen

Der ehemalige See zum Rudern bei Bad Boll ist heute schön grün eingewachsen

Es gibt große Bereich mit dem Pestwurz. Diese Pflanze mit den großen Blättern wurde damals eine Heilkraft gegen die Pest zugeschrieben – doch dem war (leider) nicht so. Heute bietet diese dafür zusammen mit der Brennnessel einen guten Lebensraum für viele Arten.

Pestwurz mit ihren großen Blättern in der Wutachschlucht im Bereich Bad Boll

Pestwurz mit ihren großen Blättern in der Wutachschlucht im Bereich Bad Boll

Wenige Meter weiter kommt eine sich im Verfall befindliche Kapelle, die gesperrt ist. Hier davor nutzen einige der Wanderer die Möglichkeit, in der Sonne nochmals Rast zu machen.

Kapelle im Bereich Bad Boll in der Wutachschlucht

Kapelle im Bereich Bad Boll in der Wutachschlucht

Hier auf dem Gelände befand sich früher ein großes Kurhotel, in dem gerne gekurt wurde. Wer es sich leisten konnte. In den späteren Zeiten verfiel hier alles immer mehr und obwohl es Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse gab, wurde alles dem Erdboden gleich gemacht, weil befürchtet wurde, dass das Anwesen von Menschen gekauft wird, die man hier nicht haben wollte. Zeitweise war es auch als Gebiet verschrieen, in dem viele Drogensüchtige sich neu eindecken konnten.

Kurz nach der Kapelle kommt nochmal eine Umleitung auf dem Schluchtensteig durch die Wutachschlucht. Wieder ist ein Erdrutsch daran schuld, doch diese Umleitung verlängert den Weg nicht und verläuft auch nur parallel auf einem ähnlichen Weg wie der alte Weg auf der anderen Wutachseite. Bald wird diese jetzige Umleitung der reguläre Weg des Schluchtensteiges werden. Auf einem eher breiten Wirtschaftsweg geht es bergauf,

Breiter Wirtschaftsweg am Rande der Wutachschlucht

Breiter Wirtschaftsweg am Rande der Wutachschlucht

bis wir an einem neuen Wasserfall vorbei kommen. Hier läuft die Quelle des Jagdhauses oberhalb über und es wurde entschieden, dass sich das Wasser seinen eigenen Weg suchen darf. Die Moose wachsen immer weiter…

Für mich ist das sehr angenehm, ich nutze das kühle nass, um meinen aufgeheizten Kopf ein wenig zu kühlen. Denn die Kühle, die es unten in der Schlucht hat, ist hier weiter oben weg.

Nach ziemlich genau sechs Stunden nach unserem Start auf dem Schluchtensteig in Blumberg erreichen wir die Schattenmühle, das offizielle Ziel dieser zweiten Etappe.

Ich gönne mir ein großes Radler – und das gibt es hier wirklich in groß, ein ganzer Maßkrug! Doch ich weiss, dass ich die erste Halbe auch nur so runterkippen würde und wieder Durst hätte. Unterwegs habe ich nur einen Liter Wasser getrunken, zu wenig für die Etappe bei der Hitze. Auch preislich kannst hier gar nichts sagen, die Halbe Radler würde 3,90 EUR kosten, der Liter im Maßkrug 7 EUR. Eigentlich will ich Martin einladen, doch er weigert sich beharrlich und besteht darauf, die Rechnung selbst zu übernehmen. Nach kurzer Diskussion gebe ich auf – hat er mir doch zu Beginn der Wanderung davon erzählt, dass er als Beamter keine Vorteile annehmen dürfe. Dann eben ein ander Mal…

Wir beschliessen dann, auf alle Fälle noch die Lotenbachklamm hoch zu laufen. Und das wird das Highlight des Tages, die Lotenbachklamm ist sehr ursprünglich, überall liegen Baumstämme quer in und über dem Wasser.

Ich glaube, hier ist es besser, ich schreibe weniger, sondern zeige Dir das nur. Der Weg durch die Lotenbachklamm ist nicht weit, wir haben vom Aufstehen unten in der Schattenmühle bis zum Zeitpunkt, wo der Bus oben an der Abzweigung fahren soll, knapp 30 Minuten. Keine Sorge, an der Schattenmühle fährt der Bus auch!

Martin meint, wir schaffen das in 30 Minuten. Es sind zwar 120 (?) Höhenmeter, aber nur rund 1,5 -2 km Strecke. Doch jetzt erst mal die Bilder, für die ich mir trotzdem noch Zeit genommen habe bei meinem Weg durch die Lotenbachklamm.

Unterer Teil der Lotenbachklamm

Unterer Teil der Lotenbachklamm

Stammchaos in der Lotenbachklamm

Stammchaos in der Lotenbachklamm

Ein ähnlicher Baum lag schon vor vielen Jahren an der Stelle in der Lotenbachklamm, erzählt mir Martin

Ein ähnlicher Baum lag schon vor vielen Jahren an der Stelle in der Lotenbachklamm, erzählt mir Martin

Und noch einmal die wildromantische Lotenbachklamm

Und noch einmal die wildromantische Lotenbachklamm

Ich kann jedem empfehlen, der nicht vollkommen kaputt ist, diese knapp 30 Minuten Weg noch zu machen, wer auf dem Schluchtensteig unterwegs ist! Es lohnt sich absolut!

Oben angekommen darfst Dich aber nicht an der Bushaltestelle vor Deiner Nase ausruhen, zumindest nicht, wenn Du wie ich nach Bonndorf zum Übernachten möchtest. Dazu musst Du scharf links an der Strasse zurück laufen und um die Ecke an der Kreuzung, selbe Strassenseite (keine 100 m insgesamt, keine Sorge! Stündlich kommt hier nachmittags bis 18.35 Uhr ein Bus vorbei, der Dich zum Übernachtungsort Bonndorf bringt (und morgens auch wieder zur Schattenmühle).

Martin begleitet mich noch schnell zum Hotel, dem Möhringers Schwarzwaldhotel. Das ist keine fünf Minuten entfernt von der Bushaltestelle Bahnhofstrasse und war ursprünglich gedacht, viele durchreisende Gäste als gehobenes Hotel aufzunehmen. Doch die Pläne änderten sich und der Bahnhof wurde ein Sackbahnhof, 100 Meter oberhalb. Doch das Hotel hat sich nicht abhalten lassen, eine tolle Unterkunft zu werden!

Möhringers Schwarzwaldhotel in Bonndorf - eine großartige Unterkunft für den Schluchtensteig

Möhringers Schwarzwaldhotel in Bonndorf – eine großartige Unterkunft

An der Rezeption des Möhringers Schwarzwaldhotel werde ich überrascht. Ob ich denn hier oder auswärts essen wolle? Ich antworte verlegen, dass ich darüber noch nicht nachgedacht habe – und höre, dass sie mich gerne zum Abendessen einladen wollen. Sechs Gänge soll es geben. Kann ich da „Nein“ sagen? Natürlich nicht.

Daher halte ich an der Stelle abweichend von der unten stehenden Offenlegung fest: Hier wurde ich zum Abendessen (inklusive der Getränke, wie ich am Ende dann auch noch feststelle als ich diese bezahlen will) eingeladen! Danke! Doch zuvor heißt es für mich, noch den wirklich großzügigen Wellnessbereich zu genießen. Ausführliches über das Hotel und den Wellnessbereich schreibe ich im Dir im Winter auf. Einverstanden?

Fazit zur zweiten Etappe des Schluchtensteigs von Blumberg bis zur Schluchtenmühle

Trotz der Umleitungen auf der Strecke lohnt der Weg durch die Wutachschlucht. Es geht immer wieder auf und ab, ohne allzu anstrengend zu werden. Es gibt schöne Blicke runter die Schlucht und wenn Du die Gelegenheit hast, mit dem Wutachranger Martin durch die Schlucht zu laufen, erfährst Du viel, unter anderem über die Geologie der Schlucht. oder auch über Pflanzen und Geschichte.

Mir hat diese zweite Etappe des Schluchtensteigs wieder sehr viel Spass gemacht, auch wenn ich meine, dass der Weg von Blumberg bis zur Wutachmühle zur Not, wenn Du weniger gut zu Fuß bist oder Deine Kräfte für die kommenden Tage schonen willst, auch eingespart (abgekürzt mit Fahrzeugen) werden kann. Und mach auf alle, alle Fälle die Lotenbachklamm noch! Grandios! Über das Möhringers Schwarzwaldhotel schreibe ich im Winter noch separat, nur soviel sei verraten: Es steht auf der Liste der Hotels, die ich mit meiner Freundin nochmal besuchen möchte!

Fakten zum Schluchtensteig

Gesamtstrecke: 119 km
Etappen: 6
Aufstieg insgesamt: 3.415 m
Absteig insgesamt: 3.505 m
Schwierigkeit: schwer
Gepäcktransport: buchbar

Website

Tourdetails zum Download (GPX, KML) u. a. bei Outdoor Active

Offenlegung für alle sechs Etappen: Ich wurde zu den sechs Wandertagen von der Projektstelle Schluchtensteig Schwarzwald eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und ein Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführern, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, ebenso wie alle Getränke. Dafür gab der Outdoorausrüster LOWA noch ein paar Schuhe aus an alle Teilnehmer des Blogger_Wander-Monats von Toptrails of Germany, zu denen der Schluchtensteig gehört. Ich muss nichts über die Schuhe schreiben (und auch nicht verlinken, mache ich aber trotzdem gerne!) – und habe die Schuhe gewählt, die ich sowieso vor kurzem auch gekauft habe, da LOWA eh meine bevorzugte Marke für All Terrain Schuhe ist.
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Anzeigen: Für die Wanderung wurde mir vom Einladenden auch Wanderführer zur Verfügung gestellt. In diesem Fall war das der Hikeline Wanderführer Fernwanderweg Schluchtensteig: Quer durch den Naturpark Südschwarzwald, 119 km, 1:35 000, GPS-Tracks Download, wasserfest