Wie ist das Pilgern auf der Via Sacra? Teil 1: Die Anreise / Zweifel, ob ich dem gewachsen bin

Unsere Einführung in das BloggerPilgern

Pilgern? Ich? Ich glaube, es hakt. Nee, danke. Das waren meine ersten Gedanken, als ich von der Einladung nach Österreich ins Mostviertel zum #BloggerPilgern gelesen habe. Und dann – warum eigentlich nicht. Wollte ich mich doch dieses Jahr mehr bewegen. Und hab das Buch: „Jakobsweg im Smoking“ erst im März im Urlaub gelesen (und rezensiert). Und im August einen kleinen Teil des Jakobwegs durch das Taubertal geplant.

Also: beworben – und angenommen worden. Zeit, erst einmal Begriffe zu klären, oder?

#BloggerPilgern – unter diesem Hashtag kannst Du unsere Tour auf Twitter und Instagram verfolgen.

Ziele des BloggerPilgerns?

Wie ist denn Pilgern wirklich? Stimmt das, was man so hört oder in Büchern liest? Wie sind denn die Erfahrungen von gar nicht so christlichen Menschen beim Pilgern? Ist Pilgern anstrengend?

All das waren Fragen, die beantwortet werden wollen – und meine Bloggerkolleginnen, die dabei waren, sind schon heftig dabei, diese in zahlreichen Artikeln zu beantworten.

Einladung: Das ist wörtlich zu nehmen, siehe Disclosure am Ende des Textes

Was ist der Unterschied zwischen Wandern, Pilgern und Wallfahr(t)en?

Wandern – wandern hat viel mit Pilgern gemeinsam, finde ich. Es geht weniger um das Ziel als um den Weg dorthin. Beim Pilgern ist jedoch weniger das Sportliche der Gedanke, der beim Wandern das eine oder andere mal auftauchen kann, sondern ein religiöser oder spiritueller Hintergrund da. Gepilgert wird üblicherweise alleine oder in kleinen Gruppen. Der Pilger beschäftigt sich dabei gerne ein wenig mit sich selbst. Mit seinen Gefühlen, seinen Erfahrungen, seinen Gedanken.

Wallfahrer sind hingegen eher in großen Gruppen unterwegs, werden von einem Priester begleitet und es steht am Ziel ein gemeinsamer Gottesdienst im Vordergrund.

Das Pilgern hat übrigens schon eine lange Tradition. Oft spielten Kraftplätze eine Rolle – die dann später genutzt wurden, um Kirchen dort zu bauen. „Das christliche Pilgern begann kurz nach dem Tod von Christus“, erzählte uns die Pilgerbegleiterin Christa. „Die Menschen wollten sehen, wo Jesus gelebt, an welchen Stätten er gewirkt hat.“ Das ging bis ins ca. 6.-7. Jahrhundert so, dann kamen die Moslems ins Heilige Land und das Pilgern verlagerte sich in andere Städte (insbesondere Rom und Santiago de Compostela).

Da das Pilgern auch stark mit dem Ablasshandel verknüpft war (Schwerverbrecher konnten sich wohl von Ihren Sünden „freikaufen“, wenn sie zu allen drei o.g. Orten pilgerten), ging das Pilgern nach Luther stark zurück. Erst in den letzten Jahren gab es wieder neuen Aufwind für das Pilgern, woran sicher Harpe Kerkeling mit seinem Buch (Amazon Affiliatelink): Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg einen großen Anteil hatte.

Der Weg, der vor uns lag, die Via Sacra bzw. der Wiener Wallfahrerweg 06 (beide verlaufen auf nahegelegenen Strecken), gibt es wieder als durchgängiges Projekt seit 2008.

Die Anreise zur Via Sacra / Wiener Wallfahrerweg 06

Von Stuttgart ging es mit dem Flieger nach Wien,

Die Fokker 100 - leider ziemlich eng zum Sitzen.

Die Fokker 100 – leider ziemlich eng zum Sitzen.

Ungünstigen SItzplatz dieses Mal erwischt... - direkt an der Düse

Ungünstigen SItzplatz dieses Mal erwischt…

am Flughafen erst einmal Tanja und Elena treffen, von dort mit dem CAT (City Airport Train; 12 EUR die Einzelfahrt; als Alternative fahren aber auch günstiger Busse und eine S-Bahn) in die Wiener Innenstadt. Da es schon Mittag war und Monika aufgrund eines gecancelten Flugs später ankommen sollte, schnell bei Vapiano gemütlich was gefuttert.

Pasta im Vapiano

Pasta im Vapiano

Dann stieß noch Oliver an unserem Taxi zu uns und Monika haben wir am Flughafen eingesammelt – und schon konnte die kurze Fahrt nach Hinterbrühl starten, wo wir die erste Nacht im Hotel Höldrichsmühle verbringen sollten (von dem Hotel erzähle ich euch ein ander Mal hier).

Elena erwischt vor dem Hotel Höldrichsmühle

Elena erwischt vor dem Hotel Höldrichsmühle

Dort erhielten wir auch unsere Einführung ins Pilgern von Christa Englinger und Informationen zu unseren geplanten Etappen von Yvonne Simek vom Mostviertel Tourismus.

Unsere Einführung in das BloggerPilgern

Unsere Einführung in das BloggerPilgern

Als Hilfe unterwegs wurde uns folgendes Werk in die Hand gedrückt, für das ich gerne Werbung mache, da es tatsächlich hilfreich war auf unseren Pilgerpfaden (Amazon-Partnerlink; wir hatten das vorherige Exemplar:)

Und da sind wir auch bei dem Rest der Überschrift:

Meine Zweifel bezüglich des Pilgerns

Schaffe ich es tatsächlich, jeden Tag zwischen 20 und 30 km zu laufen? In einem hügeligen Gebiet (:-p Tanja)? Ok, vielleicht auch mit Bergen? Schon bei den 21 km meiner dritten Etappe des Westerwaldsteigs einige Wochen vorher dachte ich, ich schaffe keinen Schritt mehr – und das jetzt vier Tage hintereinander? Beruhigend war, dass es allen anderen genauso ging. Wie skeptisch wir da noch waren, das sieht man vielleicht ganz gut auf dem Bild, mit dem ich euch meine tollen Reisebegleiter auch gerne vorstelle:

Von links nach rechts: Monika, Tanja, Oliver und Elena

Von links nach rechts: Die Reiseblogger und meine Pilgerbegleiter Monika, Tanja, Oliver und Elena

Naja, außer Elena, sie meinte, dass da alles ganz easy ist und machte uns immer wieder Mut. Doch wie hart wird das Pilgern wirklich? Schaffen wir das? Auch, wenn wir quasi eine Art „Softpilgern“ machten, also unser Gepäck transportiert wurde, hatten wir alle weiterhin Zweifel. Das diese nicht ganz zu unrecht waren, sollten die nächsten Tage zeigen – da liest Du bald darüber. Aber auch, wie bedeutsam dieses „wir“ noch werden sollte…

Für den Anreisemittwoch bleibt noch zu sagen, dass wir einen sehr netten Abend gemeinsam hatten und da schon merkten, dass die Chemie in der Gruppe stimmte. Wie sehr das wahr ist, das sollten die nächsten Tage noch deutlich zeigen… Mit leckeren Essen, guten Wein und tollen und interessanten Gesprächen klang der erste Abend aus – und wir gingen einigermaßen zeitig ins Bett, da am nächsten Morgen um 8 Uhr Abmarsch sein sollte.

Weitere Berichte von vor dem BloggerPilgern und dem ersten Tag gibt es hier:

Disclosure:
Zum BloggerPilgern ins Mostviertel wurde ich via Elena Paschinger (Danke, meine Liebe!) von der Destination Mostviertel Tourismus eingeladen. Herzlichen Dank für die Einladung, die von der Anreise über Unterkunft zur Verpflegung hin alles umfasste, eingeladen. Meine Meinung lasse ich mir von einer Einladung nicht beeinflussen.


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

Jahrgang 73, Blogger, Netzwerker, LL.B, Versicherungsbetriebswirt (DVA), stark ehrenamtlich in Stuttgart engagiert, Onlinejunkie. Du findest mich auch auf Twitter, Twitter, Facebook, Facebookseite des Travellerblogs, Google+ Wer mich und meine Bloggerei unterstützen möchte: Mein Amazon Wunschzettel ist lang

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