Wie ist das Pilgern auf der Via Sacra? Teil 5: Annaberg bis Mariazell -endlich am Ziel!

Ein Wanderstiefel am Wegesrand der Via Sacra kurz nach Annaberg

Kaum zu glauben – vor einigen Tagen noch voller Panik, ob ich wohl die gesamte geplante Pilger Strecke der Via Sacra schaffen werde, bricht mit dem 29.06.2014 bereits der letzte Pilgertag an – und ich schaue respektvoll, aber nicht übermäßig ängstlich auf die vor uns liegenden rund 21 km, die mir unser Wanderführer (bzw. der Vorgänger von dem nachfolgend mit Amazon Partnerlink verlinkten) Fernwanderweg Via Sacra: Wiener Wallfahrerweg – Auf traditionellen Pilgerpfaden von Wien nach Mariazell, 11 Etappen, 252 km in etwa zeigte. Das musste nach den bisherigen Strapazen ja wohl auch zu machen sein – und wir hatten ja mit Maria Kvarda eine Pilgerbegleiterin dabei an diesem letzten Tag. Klar, auch die gestrige Etappe durch die Falkenschlucht nach Annaberg war noch in den Knien zu spüren – doch ich wusste, dass ich das schaffen werde!

Früh morgens sollte es losgehen:
Geplanter Abmarschzeitpunkt zum Pilgern nach Mariazell war 7 Uhr, Frühstück im Gasthof Meyer in Annaberg um 6 Uhr. Und ja, wir waren pünktlich und starteten müde, aber doch motiviert in diese letzte Pilgeretappe auf der Via Sacra zum Ziel Mariazell!

Gleich zu Beginn, noch vor dem Gasthof Meyer, wurden wir auf den Ötscher hingewiesen, der auf dieser letzten Etappe die meiste Zeit uns begleiten sollte.

Der Ötscher

Der Ötscher

Kurz vor uns startete noch ein Wallfahrergruppe, die ließen wir mal schön loslaufen, solange Maria uns noch einen kleinen Denkanstoss auf Weg gibt. Dann geht es auch für uns los, erst einmal auf einfachen Weg bergab.

Auf breitem Wege geht es los Richtung Joachimsberg - Pilgern auf der Via Sacra

Auf breitem Wege geht es los Richtung Joachimsberg

Schon nach kurzer Zeit unser erster Halt – neben unserem Weg steht ein Schuh, der sinnbildlich für uns Pilger auf der Via Sacra ist. Ich glaube, wir haben ihn alle fotografiert – und alle in einen Blogpost eingebunden 😉

Ein Wanderstiefel am Wegesrand der Via Sacra kurz nach Annaberg

Ein Wanderstiefel am Wegesrand..

Und wenige Meter weiter, erregt schon wieder etwas unsere Aufmerksamkeit.

„Das sind die Ergebnisse eines Kreativworkshops. Die haben hier mit Motorsägen gearbeitet.“

erzählt uns Maria.

Eule - mit der Motorsäge aus einem Holzblock gesägt am Wegesrand der Via Sacra

Eule – mit der Motorsäge aus einem Holzblock gesägt

Wir folgen weiter dem Weg bergab, überqueren zweimal die Strasse und laufen einen breiten Forstweg hoch,

Strahlendblauer Himmel auf unserer letzten Etappe nach Mariazell auf der Via Sacra

Strahlendblauer Himmel auf unserer letzten Etappe nach Mariazell

die Wallfahrer wieder vor uns. Auf einmal bleiben diese stehen, diskutieren und drehen um. Wir schmunzeln, denken wir doch, wir müssen richtig sein, haben wir doch eine Pilgerführerin bei uns – doch auf einmal pfeift uns auch Maria zurück. Wir haben tatsächlich die Abzweigung verpasst, weil ein Schild im Rahmen von Waldarbeiten ausgerissen wurde.

„Das ist aber kein Problem, wir gehen da einfach quer rüber, da stossen wir wieder auf unseren Weg“,

sagt Maria. Und tatsächlich, nach einigen Minuten durch Waldwiesen/-gestrüpp, wo uns Maria wieder und wieder die Pflanzen erklärt, die wir hier sehen können, stossen wir nach einem kurzen Stück Forststrasse

Forststrasse

Forststrasse

wieder auf einen mit „Via Sacra“ ausgezeichneten Weg.

Bald sehen wir schon unser erstes Zwischenziel auf dieser letzten Etappe der Via Sacra: Die Kirche auf dem Joachimsberg.

Da ragt sie hoch, die Barockkirche Joachimsberg auf der Via Sacra

Da ragt sie hoch, die Barockkirche Joachimsberg

Keine 20 Minuten später stehen wir schon vor der Kirche. Wenn ihr meine letzten Berichte dieser Pilgerstrecke gelesen habt, wisst ihr schon, dass ich neugierig bin, wie es wohl in dieser Kirche aussehen wird. Und die Neugierde wird gut befriedigt:

Hochaltar in der Kirche Joachimsberg

Hochaltar in der Kirche Joachimsberg

Und, das ist doch einen Besuch wert, oder? Der Joachimsberg ist übrigens nach Annaberg der zweite der drei „heiligen Berge“, auf denen wir an diesem Tag sein werden. Wenige Meter neben der Kirche ist der Gasthof Schaglhof, wo wir eine kurze Pause einlegen, uns mit einem kühlen Getränk stärken – und herzlichst von der Bürgermeisterin begrüßt werden, die von Maria über das fehlende Schild unterwegs informiert wurde und es sich nicht nehmen ließ, uns „Hallo“ zu sagen und uns auf dieses Getränk einzuladen – Herzlichen Dank auch auf diesem Wege nochmals!

Von hier ging es weiter, auf der Strasse durch Joachimsberg, den Berg dann runter, über eine Hauptstrasse und dann steil den Berg hoch. Denn dort beginnt dann auch schon der Aufstieg auf den dritten der „heiligen Berge“, der Josefsberg. Und der Aufstieg hatte es ins sich. Bald trennten sich unsere Wege – und jeder ging in seinem eigenen Tempo, ich wieder allen voraus. Interessantes säumte den Wegesrand.

Lustige am Wegerand auf der Via Sacra

Lustige am Wegerand

Und schnell brannten die Muskeln, der Atem wurde knapp. Und doch war es für mich die richtige Taktik – und ich war sehr fix oben bei der Pfarrkirche Hl. Josef, die schon 1645 gebaut wurde.

Hochaltar in der Kirche Hl. Josef auf dem Josefsberg an der Via Sacra

Hochaltar in der Kirche Hl. Josef

Wir waren früh dran, daher wollten wir noch vor dem Mittagessen, dass wir ebenfalls auf dem Josefsberg geplant hatten, die Seccomalereien im Pfarrhaus besichtigen. Sehr interessant, wie diese das damalige Leben zeigen. Und was da auch sonst noch so rum liegt – da habe ich dir mal in einer Galerie zusammengefasst.

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Das Mittagessen nahmen wir dann wenige Meter weiter im Wirtshaus am Berg ein – eine sehr leckere Knoblauchcremesuppe

Knoblauchcremesuppe im Wirtshaus am Berg / Josefsberg

Knoblauchcremesuppe im Wirtshaus am Berg / Josefsberg

und leider weniger gute, da zu trockene (mit zu wenig Käse) Kässpätzle:

Kässpätzle

Kässpätzle

Noch war das Wetter gut und ein beim Aufstieg auf den Josefsberg unbemerkt von mir begonnenes Projekt ging hier weiter: Der Dreh eines „Happy“ Videos – Happy Pilgrims 😉

Ich glaube, ich gönne euch jetzt mal eine Lesepause und unterhalte euch damit. Und ja, auch ich habe da mitgemacht und ich bin bekanntermaßen sowas von unmusikalisch. Was nicht zu übersehen ist. Schade nur, dass man mein perfektes Rad, das ich da oben schlage, kaum sieht ;))

Und? Schlimm, oder? Aber meinen Heidenrespekt an alle, die mitgemacht haben – und ganz besonders an Elena für das Zusammenschneiden!

Nach dem Mittagessen gab es erst einmal eine Zwangspause, da es mächtig zu schütten begann – wir hatten trotzdem unseren Spass, auch das sieht man im Video eben…

Der Rest des Weges ist schnell erzählt: Über vielfältige Wege ging es hoch und runter, immer wieder an Ortschaften vorbei oder durch welche durch, da waren keine großen Besonderheiten mehr.

Ein sehr schöner Teil des weiteren Weges auf der Via Sacra

Ein sehr schöner Teil des weiteren Weges auf der Via Sacra

Wobei – in Mittenfeld gönnten wir uns bei mittlerweile wieder strömenden Regen (hey, das hätte am letzten Tag nach all dem Sonnenschein auch nicht mehr sein müssen) nochmal eine kurze Pause in einem der Gasthöfe – und die Mädels verdrückten ein riesiges Stück Kuchen.

Kurz danach entschied sich Oliver, ein wenig klammheimlich, den Rest des Weges mit dem Zug bis Mariazell zurückzulegen, seine Beweggründe schilderte er uns hier in seinem Blogartikel.

Wir freuten uns, doch noch eine schöne kleine Kirche (Kapelle) unterwegs besichtigen zu können, auch wenn da langsam schon unsere Kräfte nachließen.

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Und weiter ging es, über Wiesen und Waldwege, immer Schritt für Schritt. Wir kämpften immer mehr, doch uns war allen klar: So kurz vor dem Ziel geben wir nicht mehr auf. Auch, wenn wir zum Ende hin wenig Augen für die schöne Natur hatten – ankommen wollten wir.

Und bei dem folgenden Anblick war dann unser Geschrei groß:

Basilika in Mariazell - Ziel der Via Sacra

Basilika in Mariazell

GESCHAFFT!

Mordsmäßig stolz waren wir, für mich waren es immerhin 96 km auf der Via Sacra, aber auch die Mädels hatten rund 85 km geschafft.

Ziemlich rasch gingen wir die letzten Meter, denn vor der Unterkunft stand noch die Besichtigung dieser mächtigen Basilika.

Pilgern_Via_Sacra_Annaberg_nach_Mariazell_24

Lasst einfach die folgenden Bilder ein wenig auf euch wirken, auch wenn diese das Gefühl des Ankommens, der Größe dieser Kirche, nicht wirklich zum Ausdruck bringen können.

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Wahnsinn. Ich glaube, ich fahre da mal noch einfach mal so hin, vielleicht, wenn ich eh in Lilienfeld ein paar Tage der Stille zur Erholung verbringe.

Dann ging es endlich zu unserem Ziel für diesen letzten Pilgertag – den Kirchenwirt Mariazell. Über den schreibe ich in den kommenden Tagen natürlich auch noch was. Wir feierten uns auf alle Fälle mit Sekt-Holler und genossen später, nach einer bitter nötigen Erholungspause, ein sehr leckeres Abendessen und guten Wein. Nebenbei bastelte ich bei Monika ein wenig an ihrem WordPress rum, was Freunde so eben nach 96 km füreinander tun 😉

Am nächsten Tag sollte es noch zur ErLEBZELTEREI gehen, wir waren aber auch so kaputt genug, dass um 21.43 Uhr Schluss für uns war und wir (wohl) alle tot ins Bett fielen…

Über diesen letzten Pilgertag haben auch geschrieben:

Elena
Monika

Disclosure:
Zum BloggerPilgern ins Mostviertel wurde ich via Elena Paschinger (Danke, meine Liebe!) von der Destination Mostviertel Tourismus eingeladen. Herzlichen Dank für die Einladung, die von der Anreise über Unterkunft zur Verpflegung hin alles umfasste, eingeladen. Meine Meinung lasse ich mir von einer Einladung nicht beeinflussen.


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

Jahrgang 73, Blogger, Netzwerker, LL.B, Versicherungsbetriebswirt (DVA), stark ehrenamtlich in Stuttgart engagiert, Onlinejunkie. Du findest mich auch auf Twitter, Twitter, Facebook, Facebookseite des Travellerblogs, Google+ Wer mich und meine Bloggerei unterstützen möchte: Mein Amazon Wunschzettel ist lang

2 Kommentare

  1. Pingback: Pilgern in Österreich: Erfahrungen auf dem Via Sacra | TravellerblogTravellerblog

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