Norwegian Escape: Freestyle Cruising neu erfunden

Nachts kehrt Ruhe auf dem Oberdeck ein.

325,9 Meter Länge, 41,5 Meter Breite und 20 Decks Höhe. Das sind die beeindruckenden Maße der Norwegian Escape, die zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt gehört. Die Norwegian Escape ist ein Schiff mit vielen Facetten und bietet für fast jeden Kreuzfahrer-Typen etwas Passendes. Ende Oktober hat der Ozeanriese in Deutschland seine Premiere gefeiert und ist von Hamburg nach Southampton gesegelt. Ich war dabei und konnte das Schiff von oben bis unten erkunden.

Zur Ausrüstung lag die Norwegian Escape lange in Bremerhaven.

Zur Ausrüstung lag die Norwegian Escape lange in Bremerhaven.

Gebaut wurde die Escape in meiner Heimatstadt Papenburg. Dort hat sie Hubert vor einigen Monaten auch schon auf der Meyer Werft besucht. In nur 17 Monaten ist das Schiff entstanden und mit allem ausgestattet worden, was man für ein schwimmendes Hotel mit mehr als 2000 Zimmern und eigenem Freizeitpark so braucht.

Den Mittelpunkt der Escape bildet 678 Ocean Place mit einem riesigen Kronleuchter.

Den Mittelpunkt der Escape bildet 678 Ocean Place mit einem riesigen Kronleuchter.

Wichtigster Anlaufpunkt auf der Norwegian Escape ist der sogenannte 678 Ocean Place. Dieser Bereich erstreckt sich, wie der Name schon verrät, über die Decks 6,7 und 8. Rund um den Ocean Place sind Restaurants und Bars zu finden, sodass man von ihr aus jeden Tag starten kann.

Die Kabinen auf der Norwegian Escape

2175 Kabinen mit Platz für 4266 Passagiere finden sich auf der Norwegian Escape. Zwei davon konnte ich selbst testen, denn ich hatte das Glück, auch schon für die Farewell-Party der Meyer Werft an Bord sein zu dürfen. Die Escape hat damit ein ganzes Passagierdeck mehr als die älteren Schwestern Breakaway und Getaway, nimmt aber nur rund 180 Passagiere mehr auf.

An diesem Abend hatte ich eine Außenkabine auf der Backbord-Seite auf Deck 5. Knapp 14 Quadratmeter sind die Kabinen dieser Kategorie groß und bieten durch ein recht großes Bullauge den Blick auf die sieben Weltmeere. Das Bett ist so bequem wie es aussieht und genügend Raum zwischen Bett, Bad und Schreibtisch gibt es auch. Gelungen finde ich die Farbkombination – amerikanische Reedereien neigen ja doch häufig zu ausgefallenen und grellen Farben.

Als Stauraum steht im Wesentlichen ein Kleiderschrank mit Safe zur Verfügung. Das Verstauen des Koffers ist wie auf den meisten Kreuzfahrtschiffen eine kleine Herausforderung. Wirklich nützlich sind die USB-Steckdosen direkt an den Bettseiten.

Der Blick in eine Außenkabine

Der Blick in eine Außenkabine auf Deck 5.

Die Fahrt nach Southampton habe ich in einer Balkonkabine auf Deck 8 verbracht – ebenfalls an der Backbord-Seite. Um genau zu sein war es eine Familien-Balkonkabine, sodass noch ein Sofa in der Kabine stand, das bei Bedarf auch zu einem Schlafplatz umgebaut werden kann. Diese Kabine ist etwa 19 Quadratmeter groß.

Der Balkon ist ausreichend groß für zwei Stühle und einen kleinen Tisch. Dennoch bleibt Platz, um sich noch bewegen zu können. Auch sie sind im Vergleich zu den Vorgängerinnen ein wenig gewachsen. Am schönsten ist jedoch die eingebaute „Weck-Funktion“, denn die Sonne dient gerade bei Seetagen und offenen Vorhängen als tolle Aufweckhilfe.

Eine Balkonkabine auf Deck 8

Eine Balkonkabine auf Deck 8.

 

Essen und Trinken auf der Norwegian Escape

Zwei Tage an Bord waren eindeutig zu wenig, um alle gastronomischen Angebote auf der Norwegian Escape auszuprobieren. Die drei Hauptrestaurants Taste, Savoy und Manhattan Room habe ich für die Abendessen besucht. Hier gibt es keine festen Sitzungen, man kommt und geht wann man möchte. Am besten stimmt man sich mit den Shows ab, die um 19 und 22 Uhr aufgeführt werden.

Mein Favorit aus den drei Hauptrestaurant ist der Manhattan Room am Heck, der sich über zwei Decks erstreckt und fast an einen Ballsaal erinnert. Zwei große Panoramafenster erlauben den Blick nach hinten auf das Wasser.

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Das Restaurant La Cucina ist der Italiener an Bord.

Im La Cucina wird traditionell-italienische, familienfreundliche Küche serviert. Leider hatte ich keine Zeit mehr, hier selbst zu essen. La Cucina ist eines der Spezialitäten-Restaurants, die bei Norwegian Cruise Line einen Aufpreis kosten. Hier ändert die Reederei gerade das System von Pauschalbeträgen hin zu a la Carte Preisen.

Den Cheeseburger in Paradise gibt es im Magaritaville - kostenlos.

Den Cheeseburger in Paradise gibt es im Magaritaville – kostenlos.

Eine Neuheit auf der Escape ist Jimmy Buffet’s Magaritaville, das zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff vertreten ist. Die Restaurantkette ist vor allem im karibischen Raum bekannt und genau dort wird die Escape auch ganzjährig unterwegs sein. Die Spezialität des Hauses ist der Cheeseburger in Paradise. Und genau so schmeckt er auch. Der Classic Cheeseburger im O’Sheehan’s hat mir aber noch ein wenig besser gefallen. Am besten testet ihr selbst beide Burger auf hoher See.

Leckeres Omelett wird im O'Sheehan's serviert.

Leckeres Omelett wird im O’Sheehan’s serviert.

Das O’Sheehan’s auf Deck 7 ist rund um die Uhr geöffnet und hat eine entsprechend abwechslungsreiche Karte. Neben dem oben erwähnten Burger habe ich hier auch einmal gefrühstückt. Omelett, Toast, Kaffe, Orangensaft und Kartoffel-Rösti ergeben ein typisch amerikanisches Frühstück, das ich gerne esse.

Alternativ kann man zum Frühstück in das Buffet-Restaurant Garden Cafe auf Deck 16 gehen. Hier stehen verschiedene Brote und Brötchen, Marmeladen, Rührei und Speck sowie alles andere zur Auswahl, das man für ein ausgiebiges Frühstück braucht.

Im Bake Shop findet man Süßigkeiten

Im Bake Shop finden die Passagiere leckere Süßigkeiten.

Der Bake Shop ist ebenfalls neu auf der Norwegian Escape. Hier finden sich süße Leckereien, die ebenfalls kosten. Allerdings lohnt es sich, hier auf Deck 8 vorbeizuschauen! In direkter Nachbarschaft findet sich auf die Eisdiele.

Das District Brewhouse

Das District Brewhouse

Das District Brewhouse ist sozusagen der schiffseigene Pub. Mehr als 70 Biersorten aus aller Welt werden hier aus Faß und Flasche serviert. Das Brewhouse liegt auf Deck 8 an der Steuerbord-Seite und bildet ein Ende der Waterfront (und liegt damit also ganz in der Nähe meiner Kabine!). Von hier aus hat man also einen tollen Panoramablick.

Übrigens: hier steht auch eine Fotobox, in der man die Partystimmung festhalten kann. Besonders lustig ist es, die Fotomodelle beim Grimassenschneiden über den Monitor an der Außenseite zu beobachten.

Die Stimmung an einem Montagabend kurz nach Mitternacht, wenn der Pianist aus der Show loslegt:

 

Die Waterfront mit Sitzplätzen im Außenbereich

Die Waterfront bietet Sitzplätze im Außenbereich

Mehr als 30 Möglichkeiten zum Essen und Trinken gibt es an Nord der Norwegian Escape.

Mehr als 30 Möglichkeiten zum Essen und Trinken gibt es an Nord der Norwegian Escape.

The Haven by Norwegian

55 Suiten finden sich im Luxus-Bereich The Haven, der ausschließlich für die Gäste in diesen Kabinen zugänglich ist. Auf den Vorgängerinnen waren es noch 42. Weitere Änderungen sind ein weiteres Deck mit Suiten sowie das Glasdach über dem Innenhof, der Haven Courtyard genannt wird.

Den Mittelpunkt des Suiten Bereichs The Heaven bildet der Heaven Courtyard.

Den Mittelpunkt des Suiten Bereichs The Haven bildet der Heaven Courtyard.

Der Haven Courtyard bietet einen Polobereich und zwei Whirlpools für die Suiten-Gäste. Hierher können sich die Passagiere zurückziehen, wenn sie Ruhe vor dem Trubel des Schiffes suchen.

Die Suitengäste haben natürlich auch ein eigenes exklusives Restaurant.

Die Suitengäste haben natürlich auch ein eigenes exklusives Restaurant.

Auch ein eigenes Restaurant gibt es für die Gäste in The Haven. Das Restaurant hat nun  einen Außenbereich für die drei Hauptmahlzeiten.

Spiel und Sport auf der Norwegian Escape

Die Norwegian Escape gehört zu den sogenannten Fun-Ships und macht dieser Bezeichnung wirklich alle Ehre. Zu den Highlight gehören ein dreistöckiger Hochseilgarten und fünf Wasserrutschen. Auch hier hat Norwegian Cruise Line im Vergleich zur Breakaway und Getaway wieder beides etwas vergrößert.

Diesen Blick hat man vom Hochseilgarten aus.

Diesen Blick hat man vom Hochseilgarten aus.

Den Hochseilgarten habe ich trotz Höhenangst und Wind ausprobiert. Man wird entsprechend ausgerüstet und darf sich dann selbstständig durch die Hindernisse bewegen. Währenddessen ist man ständig mit einem Sicherungsseil an einer Führungsschiene über dem Kopf gesichert.

Der Hochseilgarten misst drei Deckhöhen

Ein drei Decks hoher Hochseilgarten darf auch nicht fehlen.

Neu sind die Zip-Lines, also Seilbahnen, im Hochseilgarten. Eine davon führt quer über das Schiff, eine andere über der Bordwand hinweg und man hat den Blick 65 Meter nach unten auf das Wasser. Ein ähnliches Erlebnis erfährt man auf den Planks – 15 Zentimeter breite Planken, die ebenfalls über die Bordwand hinausragen.

Rutschen und Wasserspiele gibt es auf dem Oberdeck

Viele Rutschen und Wasserspiele finden sich auf dem Oberdeck

Ein großer Pool und zwei Whirlpools warten auf Badegäste.

Ein großer Pool und zwei Whirlpools warten auf Badegäste.

Nachts kehrt Ruhe auf dem Oberdeck ein.

Nachts kehrt Ruhe auf dem Oberdeck ein.

Der Heckbereich H2O ist nur für Erwachsene

Der Heckbereich Space H2O ist für Erwachsene reserviert.

Blick entlang der Norwegian Escape auf der Nordsee.

Blick entlang der Norwegian Escape auf die Nordsee. Hinter der Glasfront befindet sich das District Brewhouse.

Übrigens kann man auch auf einem Schiff mit 4300 Passagieren Orte finden, an denen man die Ruhe auf dem Wasser genießen kann. Die Waterfront am Heck des Schiffes ist ein toller Aussichtspunkt ohne viel Publikumsverkehr:

Auf der Waterfront kann man das Schiff am Heck umrunden.

Auf der Waterfront kann man das Schiff am Heck umrunden.

Die Shows an Bord der Norwegian Escape

Gleich zwei hochkarätige Shows können die Passagiere im Escape Theater sehen: Million Dollar Quartet – sonst in Las Vegas zu sehen – und die Tanzshow After Midnight.

Million Dollar Quartet ist derzeit wohl eine der besten Shows auf See.

Million Dollar Quartet ist derzeit wohl eine der besten Shows auf See.

 

Wo ist die Escape unterwegs?

Heimathafen der neuen Norwegian Escape ist Miami. Dort ist sie von Sänger Pitbull Anfang November getauft worden und legt wöchentlich zu Kreuzfahrten in die östliche Karibik ab. Die Route führt in sieben Nächten von Miami über St. Thomas, Road Town, Tortola und Nassau zurück nach Miami.

Fazit

Die Norwegian Escape zählt zu den spektakulärsten Schiffen, die ich kenne. Die Gastronomie und das Entertainment gehören wohl zu dem besten, was man auf Kreuzfahrtschiffes dieses Kalibers (und dieser Preisklasse) finden kann. Natürlich ist die Escape ein „Schönwetterschiff“, das ich in der Nordsee nicht so ausgiebig genießen konnte wie es Passagiere in der Karibik können. Dennoch finden sich auch genügend andere Möglichkeiten, seinen Urlaub an Bord zu verbringen. Eines der Highlights sind sicherlich die Shows und der Abenteuerspielplatz auf dem Oberdeck.

Wenn Ihr noch mehr über mich und Kreuzfahrten erfahren wollt, folgt mir einfach bei Twitter oder auch bei Instagram. Dort könnt Ihr mich „live“ bei Reisen oder durch das Besucherzentrum der Meyer Werft begleiten.

Veröffentlicht von Florian Feimann

Kommt aus Papenburg, studiert in Bremerhaven, hat an beiden Orten mit Kreuzfahrten zu tun, reist deshalb viel (aber nicht nur) auf dem Wasser und interessiert sich für Sport.

3 Kommentare

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