Die Sea Cloud II bietet Kreuzfahrten in familiärer Atmosphäre

Zwei baugleiche Eigner-Suiten finden sich auf der Sea Cloud II

Bisher habe ich Euch immer von recht großen Kreuzfahrtschiffen wie der AIDAmar oder der Amadea berichtet. Vor kurzem ergab sich die Gelegenheit, die Segelyacht Sea Cloud II von Sea Cloud Cruises aus Hamburg kennenzulernen. Dieses Schiff wird regelmäßig als eines der besten Kreuzfahrtschiffe der Welt ausgezeichnet und bietet ein Kreuzfahrterlebnis mit ganz besonderem Charme.

Eines der besten Kreuzfahrtschiffe der Welt

Eines der besten Kreuzfahrtschiffe der Welt

Die Reederei spricht bei dem Schiff deshalb auch nicht von einem Kreuzfahrtschiff, sondern von einer Segelyacht. Die Sea Cloud II ist die größere von zwei Schiffen dieser Art, die von Sea Cloud Cruises betrieben werden, und hat Platz für bis zu 94 Passagiere in 47 Außenkabinen bei 65 Crewmitgliedern. Der Windjammer hat eine Segelfläche von etwa 3000 Quadratmetern verteilt auf 23 Segel. Der Masten sind bis zu 53 Meter über Deck hoch.

Champagner-Begrüßung

Mit Obst und Champagner begrüßt Sea Cloud die Passagiere.

Die Kabinen auf der Sea Cloud II

Die 47 Kabinen an Bord sind allesamt Außenkabinen, allerdings ohne Balkone. Die Räume sind wie das gesamte Schiff mit sehr viel Holz  sowie Marmor und goldenen Armaturen in den Bädern ausgestattet. Dieser Stil ist sicherlich nichts für Jedermann, passt aber sehr gut zur Zielgruppe der Reederei.

Zwei baugleiche Eigner-Suiten finden sich auf der Sea Cloud II

Zwei baugleiche Eigner-Suiten finden sich auf der Sea Cloud II

Die größten Suiten auf der Sea Cloud II sind die beiden Eignerkabinen auf dem Lidodeck. Sie sind 27 Quadratmeter groß und verfügen über ein Bad mit Badewanne und Dusche. Die übrigen Suiten etwa 22 Quadratmeter groß, die Außenkabinen nochmals zwei Quadratmeter kleiner. Einige Außenkabinen sind noch wie die traditionellen Windjammer mit einem Unter- und Oberbett ausgestattet.

Die Preise beginnen bei rund 550 Euro pro Nacht und Person in einer Außenkabine, in den großen Suiten liegen die Preise mindestens doppelt so hoch.

Die Eigner-Suiten verfügen über eine Badewanne

Die Eigner-Suiten verfügen über eine Badewanne

So ein besonderes Schiff wie die Sea Cloud II bietet natürlich auch seinen Gästen ein paar Besonderheiten. So dürfen die Passagiere fast immer – außer bei Manöver- und Nachtfahrten –  auf die Brücke kommen und mit dem Kapitän oder den Offizieren sprechen. Das ist auf anderen Schiffen undenkbar!

Die großen Deckflächen bieten Zugang zu so gut wie jedem Ort auf dem Oberdeck bis hin zur Bugspitze. Auch eine Jogging- und Walkingstrecke rund um das Schiff gibt es. Die vielen Bänke und Deckchairs auf der Sea Cloud II sind perfekt, um sich zurückzulehnen und die Arbeit an Bord zu beobachten. Denn: Selbst in die Takelage klettern und die Segel setzen ist  auch für die Gäste auf der Sea Cloud II tabu.

Weitläufige Deckflächen bietet die Sea Cloud II

Weitläufige Deckflächen bietet die Sea Cloud II

Öffentliche Bereiche der Sea Cloud II

Trotz des begrenzten Platzes finden sich einige schöne Bereiche an Bord der 117 Meter langen Yacht. Dazu gehört vor allem das tolle Restaurant am Heck, das allen Passagieren in einer Sitzung Platz bietet. Die Platzsuche ist hier ganz einfach: man setzt sich dorthin, wo man will – Reservierungen gibt es nicht. Damit möchte die Reederei den familiären Charakter des Schiffes unterstreichen.

Das Restaurant der Sea Cloud II

Im Restaurant gibt es keine Reservierungen

Auf dem Lidodeck finden sich zudem eine gut sortierte Bibliothek mit Büchern, DVDs und Gesellschaftsspielen. Viel spannender ist allerdings, den man von dort aus über das Vorschiff Richtung Horizont hat! Auf dem gleichen Deck findet sich auch die Lounge, in der ein Steinway-Flügel zum Musizieren einlädt. Auf ausgewählten Reisen finden dort auch Vorträge statt.

Darüber hinaus gibt es einen modern ausgestatteten Fitnessraum, einen Bereich für Spa-Anwendungen und Massagen sowie eine Plattform, von der aus man zum Beispiel schwimmen gehen kann. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei.

Wo ist die Sea Cloud II unterwegs?

Ich habe die Sea Cloud II beim ersten von zwei Anläufen in diesem Jahr in Hamburg besucht. Von dort aus hat sie kurze Touren wie eine kulinarische Themenreise gemacht und wird im August noch zwei mal nach Hamburg kommen, um Touren in der Nordsee anzutreten. Anschließend segelt das Schiff ins Mittelmeer und verbringt dort rund zwei Monate, bevor es über die Kanarischen Insel und den Atlantik nach Mittelamerika und in die Karibik geht.

Das Schöne an der übersichtlichen Größe der Sea Cloud II ist die Möglichkeit, auch kleine und außergewöhnliche Häfen anlaufen zu können. Syrakus (Sizilien) und Lipari (Äolische Inseln) sind dafür nur zwei gute Beispiele. Ungewöhnlich sind auch die häufigen zweitägigen Liegezeiten in Häfen, die die Sea Cloud II von anderen Kreuzfahrtschiffen unterscheidet.

Fazit

Die Sea Cloud II ist ein ganz besonderes Segelschiff mit familiärem Charme und luxuriöser Ausstattung. Das schlägt sich natürlich auch im hohen Preis nieder, der aber meiner Meinung nach gerechtfertigt ist. Auch einen Küchenchef, der selbst während einer Reise vor Ort einkaufen und dann spontan kreierte Menüs kochen kann, ist fast einzigartig und den kleinen Kreuzfahrtschiffen vorbehalten. Für Segelfreunde, die einen ruhigen Urlaub verbringen wollen, ist die Segelyacht Sea Cloud II perfekt.

Vielen Dank an Sea Cloud Cruises, die den Besuch an Bord während der Liegezeit an der Hamburger Überseebrücke möglich gemacht haben.

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Veröffentlicht von Florian Feimann

Kommt aus Papenburg, studiert in Bremerhaven, hat an beiden Orten mit Kreuzfahrten zu tun, reist deshalb viel (aber nicht nur) auf dem Wasser und interessiert sich für Sport.

3 Kommentare

  1. Danke für den ersten Eindruck. Für mich und Conny gehts Ende des Jahres mit der Sea Cloud II rund um die kanarischen Inseln. Für mich als Segler natürlich die ideale Kombi aus Urlaub und Abenteuer. Schließlich darf man ja angeblich auch selbst „mit Hand anlegen“ wenn man denn möchte.

    Viele Grüße
    Phil

  2. Pingback: Mein Reiseblogger Jahr 2015 war ein geiles Jahr - dafür sage ich Danke! | TravellerblogTravellerblog

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