Erlebnisse im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald: Besucherbergwerk, Tierbeobachtung und mehr

Frischer Glashase, gefertigt von Roland Ehrhardt aus Schmidefeld

Nicht nur zum Wandern war ich im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. Neben meiner kurzen Tour auf dem RennSteig, dem Gipfelwanderweg und dem Rundgang mit dem Ranger im Biosphärenreservat konnte ich mir Dank der Einladung von Thüringen Erleben (s. u.) auch einiges Erleben.

So habe ich das Infozentrum des UNESCO Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, das Besucherbergwerk Schwarzer Crux, die Tierglasbläserei Erhardt besucht und zudem einer abendlichen Wildbeobachtung teilgenommen. Und von diesen Aktivitäten im Thüringer Wald berichte ich Dir heute:

Das Informationszentrum des UNESCO Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald in Schmiedefeld



Zu einem Besuch des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald sollte auch immer ein Besuch des Infoformationszentrums in Schmiedefeld gehören, denn hier kannst Du Dir einen ersten Eindruck einholen, was ein Biosphärenreservat ausmacht. Zudem wird das Infozentrum zusammen mit der Touristeninformation betrieben, so dass Du Dir auch hier weitere Informationen für Deine Planung der nächsten Tage erhältst.

Das Informationszentrum Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald in Schmiedefeld

Das Informationszentrum Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald in Schmiedefeld

Auffällig ist, wie viel Wert bei Planung des Infozentrum darauf gelegt wurde, dass der Besuch auch für Kinder interessant ist. So gibt es beispielsweise eine Märchenecke, in der es sich die Kinder auf Kissen gemütlich machen können und über Kopfhörer einige Märchen anhören können.

Märchenecke im Infozentrum des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald

Märchenecke im Infozentrum

Auch ansonsten macht das Infozentrum auf mich den Eindruck, als versuche es erfolgreich, alle Informationen kindgerecht aufzuarbeiten. Alle Informationen sind auch von geringer Höhe einsehbar, viele richten sich in Art und Gestaltung vor allem an die jüngeren Besucher – ohne Erwachsene deswegen auszugrenzen.

Blick durch das Informationszentrum des UNESCO Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald in Schmiedefeld

Blick durch das Informationszentrum

Es gibt frei stehende Informationstafeln, teilweise drehbar – und halbgeschlossene Räume, in den Wissen in Bildern und kurzen Filmen vermittelt wird. Am interessantesten sind hier für mich die Interviews mit den verschiedenen Menschen, die hier leben.

Auch spannend finde ich die Karte des Biosphärenreservats, auf der Du Dir verschiedene Dinge einblenden lassen kannst – probiere das einfach selbst mal aus!

Biosphaerenreservat-Vessertal-Thueringer-Wald-Infozentrum-interaktive-Karte

Die Tier- und Kunstglasbläserei Roland Ehrhardt in Schmiedfeld

Ich gebe zu – das war der Programmpunkt, der mich beim Lesen am wenigsten interessierte. Kunst? Glas? Keine Dinge, die mich interessieren. Und doch bin ich der Faszination des Glasblasens erlegen. Doch den ersten Zahn zog Meister Ehrhardt mir schnell.

Glasbläser Roland Ehrhardt bei der Arbeit in seiner Tier- und Kunstglasbläserei in Schmiedefeld

Glasbläser Roland Ehrhardt bei der Arbeit

Nicht alles aus Glas wird geblasen. Die Tiere werden stattdessen geformt. Dazu wird das Glas

Vorbereitetes Glas zum Verwenden

Vorbereitetes Glas zum Verwenden

zunächst vorerwärmt, dann richtig an der Flamme erhitzt.

Glas wird erhitzet in der Flamme mit rund 1.600 Grad

Glas wird erhitzt in der Flamme mit rund 1.600 Grad

Diese wird hier bis zu 1.600 Grad heiß, wenn ich das neben dem Herstellen eines Hasen richtig mitbekommen habe. Ich habe einen großen Teil des Herstellungsprozesses versucht zu filmen – mach mal die Lautstärke richtig laut. Das Video ist übrigens ungeschnitten – ich gelobe Besserung und lerne da hoffentlich bald, wie das besser geht.

Glas ist ein schlechter Wärmeleiter, daher kann das Kunstwerk die ganze Zeit an den langen Enden in der Hand gehalten werden. Begonnen wird mit dem groben Körper, die Extremitäten werden anschließend aufgesetzt. Im Video erfährst Du auch einiges zur Geschichte der Glasbläserei in Thüringen, schließlich ist der Thüringer Wald schon seit dem 16.Jahrhundert ein Zentrum der Hüttenglasherstellung in Europa. Auch wenn es heute nur noch sehr wenige gibt, die diese Kunst beherrschen.

Das fertige Produkt übrigens, der Glashase, den zeige ich Dir auch gerne:

Frischer Glashase, gefertigt von Roland Ehrhardt aus Schmidefeld

Frischer Glashase, gefertigt von Roland Ehrhardt

Statt dem Formen wie beim obigen Hasen werden Vasen dann geblasen. Auch hier habe ich Dir ein Video gedreht, es gilt dasselbe wie oben.


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Auch sehr nett – Du kannst dort selbst versuchen, Glas zu blasen. ich kann Dir daher den Besuch dort in der Tier- und Kunstbläserei empfehlen, wahrscheinlich ist das auch für Kinder sehr spannend. Vielleicht kannst Du, wenn Du selbst Kinder hast, Deine Meinung dazu in den Kommentaren kund tun. ich kann ja immer nur vermuten 😉

Das Besucherbergwerk Schwarzer Crux Schmiedefeld

Das Besucherbergwerk Schwarzer Crux nahe Schmiedefeld lohnt ebenfalls einen Besuch, wenn Du im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald bist. Die Führung hier dauert rund 40-45 Minuten und kostet lediglich 8 EUR. Bevor es in den Stollen geht, bekommst Du einen Helm – ohne geht es nicht runter – und das ist auch gut so, mehrfach werde ich im Laufe der Begehung ein „*plonk* hören, wenn die Helme gegen die Decke des Stollens stossen.

In dem Stollen hat es recht konstante 9 Grad – also nimm lieber was langärmliges mit. Kommst DU spontan vorbei, bekommst Du aber auch einen Regenmantel, der dich ein wenig wärmt. Und dir den einen oder anderen Tropfen auch vom Leibe hält 😉

Steil geht es zu Beginn nach unten,

Steil runter geht es in die Schwarze Crux

Steil runter geht es in die Schwarze Crux

der erste Stop ist bei der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Unser Bergführer beginnt hier schon zu erzählen, und er macht das echt gut. Leider habe ich bis heute keine Antwort auf meine Mail bekommen, ob ich das Bild von ihm hier unten verwenden darf, daher muss der Beitrag ohne ein Bild auskommen.

Woher der Name „Crux“ kommt, ist wohl nicht so ganz geklärt. Grundsätzlich gibt es fünf Cruxe,

Schwarzer Crux (nach dem dieses Bergwerk seinen Namen hat): Magneteisenstein
Blauer Crux: Azorit und Malachit
Roter Crux: Hämatit
Gelber Crux: Pyrit (Katzengold)
Weisser Crux: Quarz-Feldspat>

Unten in dem Stollen hat es 2 % mehr Sauerstoff als an der Oberfläche – das merkst Du nicht wirklich beim runter gehen (auch wenn ich bei der Info tief durchatme, das kann nicht schaden), aber wenn Du hoch kommst. Die Luft wird irgendwie unangenehmer.

Viele Bilder von hier habe ich nicht, in der Düsternis der Grotte streikt das iPhone, die Kamera will ich irgendwie nicht aus der Tasche holen, vermutlich hätte sie aber auch nicht wirklich viel bessere Bilder gemacht.

Ein Hund im Bergbau

Ein Hund im Bergbau

Ein Hund fragst du Dich nun? Ist das nicht eine Lore? Nein – denn ein Hund lässt sich im Gegensatz zu einer Lore nicht kippen!

Hier im Bergwerk wurde noch mit Hammer und Meißel abgebaut – an manchen Stellen ist zu sehen, wie diese Methode an ihre Grenzen kam. Denn da ging es nicht weiter, das Erz war zu hart!

Am 12.05.2007 hat das Besucherbergwerk Schwarzer Crux übrigens die Genehmigung erhalten, wieder zu öffnen – dafür wurden 2 Millionen Schubkarren mit Erdaushub, der bei Baumaßnahmen hier reingekippt wurde, wieder nach draussen gebracht. Die 70er Jahre haben hier einfach nicht gut getan…

Früher wurden hier übrigens rund 5-6 Tonnen pro Woche (das waren übrigens so 3,5 Hunde wie oben) gefördert.

Spannend ist auch die Geschichte, wie hier Licht rein gebracht wurde – begonnen hatte das mit Fackeln, dann kam der Kienspahn, dann Kerzen und Öllampen mit Talg. Die Freiberger Arbeitsblenden stellten dann schon einen deutlichen Fortschritt dar…

Ach, weisst Du was? Schau einfach selber mal rein und höre zu 😉

Biosphaerenreservat-Vessertal-Thueringer-Wald-Besucherbergwerk-Schwarze-Crux

Biosphaerenreservat-Vessertal-Thueringer-Wald-Besucherbergwerk-Schwarze-Crux-blaue-Crux

Wildbeobachtung im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald

Abends habe ich noch die Gelegenheit, einer Wildbeobachtung beizuwohnen. Zunächst bin ich skeptisch – es sind zwei Kinder mit dabei. Werden die nicht das Wild verscheuchen? Doch schnell merke ich, dass den beiden kleinen sehr wohl bewusst ist, wie schnell wild auf Lärm reagieren würde. Die beiden sind leiser als ich 😉

Unterwegs zu unserem Beobachtungspunkt lerne ich unter anderem, dass die Wildruhezone hier etwas über 200 ha umfasst. Und dass das Rotwild (Hirsche (und die sind, bevor Du meinem bisherigen Irrglauben weiter anhängst, auch weiblich….) auf 300 Meter hört, wer da ankommt.

Unser „Tierflüsterer“, Dr. Nöckel, ist schon viele Jahre hier. Mit dem Bereitstellen von Futter schafft er es, dass die Tiere relativ rasch vorbei kommen. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht, die müssen schon in der Nähe sein, damit sie es mitbekommen. Ich denke da ja an Pawlow… Denn es vergehen nur wenige Minuten, bis die ersten Hirsche ankommen. Währenddessen erzählt uns Dr. Nöckel, wie man Wildschweine von Hirschen in den Spuren unterscheiden kann, wie man Rehe von Hirschen unterscheidet, was das Geweih denn aussagt und vieles mehr – alles mag ich nicht verraten, komm einfach selber mal her und buche eine Tour durch die schöne grüne Natur Thüringens. Aber natürlich lasse ich gerne einige Bilder für sich sprechen..

Hirsche2

Hirsche3

Hirsche4

Hirsche5

Hirsche1

Der RennsteigShuttle

Doch auch schon die Anfahrt zum Bahnhof Rennsteig ist spannend – der RennsteigShuttle ist anders, als Du es gewohnt bist von einer Bahn. Du kannst das Ticket für den RennsteigShuttle nicht bei der Deutschen Bahn buchen. Nur im Zug der Erfurter Bahn und der Süd Thüringen Bahn ist das Ticket für schlanke 3,00 EUR erwerbbar. Und dann fährt der RennsteigShuttle auch nicht täglich – nur an Wochenenden und an Feiertagen kommst Du bis zum Bahnhof Rennsteig. Und auch die Strecke ist ungewöhnlich: Es ist eine der steilsten in Deutschland, die im Reibungsbetrieb befahren werden. Ganze 60 Promille Neigung hat die Strecke!

Warum das mit dem Ticket so seltsam ist? Nun, der RennsteigShuttle ist nur im Probebetrieb. Und solange das so ist, siehst Du zwar die Verbindung auf der Website der Bahn, aber Du kannst sie nicht buchen. Der Probebetrieb läuft bereits seit Juni 2014, über 50.000 Fahrgäste nutzen das Angebot seitdem – was den Verein (bzw. die Gesellschaft)hoffen lässt, denn 15 Personen im Schnitt pro Zug sind erforderlich, dass weiter darüber nachgedacht wird, die strecke wider in den Normalbetrieb zu nehmen. Das Problem dabei: Im Probebetrieb gibt es auch keine Zuschüsse zur Pflege der Strecke – und Du kannst Dir sicher vorstellen, dass es nicht gerade kostengünstig ist, eine Bahnstrecke zu pflegen.

Der historische Teil des Betriebs wird übrigens über einen Verein abgebildet, der derzeit 40 Mitglieder hat. Denen haben wir so schöne Wagen zu verdanken wie diesen hier:

Historische Wagen am Bahnhof Rennsteig

Historische Wagen am Bahnhof Rennsteig

Das alte Bahnhofsgebäude wurde entkernt und ein Gastronomiebetrieb eingerichtet auf dem alten Güterboden.

Bar im "Gleis 1" am Bahnhof Rennsteig

Bar im „Gleis 1“ am Bahnhof Rennsteig

Auch sonst lohnt der Bahnhof einen Besuch,

Bahnhof Rennsteig

Bahnhof Rennsteig

Hier oben ist echt schön. Leider ohne Bild – aber hier sind auch Säulen aus dem Erfurter Bahnhof, die nach dem Umbau über waren.

Offenlegung: Thüringen Tourismus hat mich gemeinsam mit anderen Bloggern, die an anderen Orten in Thüringen zur #Sternenwanderung waren, zu diesem langen Wochenende eingeladen. Herzlichen Dank hierfür!

Ein paar nützliche Links:

UNESCO Biosphärenreservat Vessertal-Tühringer Wald
Besucherbergwerk Schwarzer Crux
Tier- und Kunstglasbläserei Roland Ehrhardt Schmiedefeld
RennsteigShuttle

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Veröffentlicht von Hubert Mayer

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