Wandern Stuabital: Schaller – Milderaunalm – Auffangalm / Brandstattalm – Alt Bärnbad – Milders

Heute stelle ich euch mal eine mittellange Wanderung im Stubaital vor – gelaufen am 21.05.2013. Ausgangspunkt war für uns Schaller, ihr könnt aber auch direkt in Milders beginnen, wo ihr auch euer Auto parken könnt. Gleich vorneweg aber ein Tipp – besser ist es wohl, die hier vorgestellte Wanderung andersrum zu machen, also von Milders rein ins Oberbergtal über Alt Bärnbad hoch zu den Almen Auffangalm und/oder Brandstattalm. Denn der Weg, den wir abwärts genommen haben, ist teilweise recht steil, das ist nicht so gut für die Knie, während man zu Beginn, wenn man frisch ist, die Strecke als Aufstieg gut verkrafteten kann.

Zu den Wegzeiten, die ich angebe: Gelaufen sind wir zu viert, zwei eher untrainierte Erwachsene und zwei Kinder (11 und 14). Das Tempo empfand ich eher als mäßig. Wetter war wechselhaft mit mehr Sonne als Wolken, der Untergrund komplett trocken.

Tipps, wie ihr rausfindet, wann welche Almen geöffnet haben und was für (Online-) Kartenmaterial ihr nutzen könnt, findet ihr am Ende des Artikels. Ebenso die Link zu den Almen. Soweit alle Vorbedingungen geklärt? Dann mal los:

Einstieg: Bushaltestelle Schaller (Neustift im Stubaital)

Direkt an der Bushaltestelle von Schaller, einem Ortteil von Neustift im Stubaital (taleinwärts hinter dem Hauptort), geht es los mit einem kurzen geteerten Weg, der in mehreren Serpentinen ein paar Häuser miteinander verbindet. Nach wenigen Minuten endet der Weg bei dem Haus mit der Hausnummer 40 – jetzt nicht erschrecken: Über euch  seht ihr einen weiteren Hof. Dorthin führt ein mehr oder minder gut sichtbarer Trampelpfad durch die Wiese relativ steil nach oben (1 Minute). Wir hatten Glück und die Bewohnerin des Hauses erklärte uns den Weg, von selber hätten wir ihn nicht erkannt. Von oben sieht das dann so aus:

Blick von oben auf Hausnummer 40 und den Trampfelpfad

Blick von oben auf Hausnummer 40 und den Trampfelpfad

Der Trampelpfad ist einigermaßen zu erkennen, oder?

Oben an dem Hof angelangt geht ihr links um das Gebäude rum und zwischen den beiden Häusern durch. Da befindet sich dann wieder eine geteerte Strasse und die ersten Hinweisschilder tauchen auf. Dem Strassenverlauf folgt ihr dann immer Richtung Milderaunalm. Wundert euch nicht, zwischendurch ist nur die Auffangalm und die Brandstattalm angeschrieben.

Nach ca. 45 Minuten ab Beginn der Wanderung kommt eine Abzweigung, bei der ihr anstelle den Weg über die Milderaunalm zu nehmen auch einen kürzeren Weg Richtung Auffangalm und Brandstattalm nehmen könnt.

Wir entscheiden uns für den etwas längeren Weg über die Mildauernalm. Den ganzen Weg über laufen wir schon über eine Forsttstrasse (nicht geteert) im Wald – dieser ist jedoch sehr offen, so dass sich Wegteile mit Schatten und Sonne in kurzen Abständen abwechseln. Die Tour ist damit auch für den Hochsommer gut geeignet.

Unterwegs kreuzen wir immer wieder Bachläufe. Hier können wir unsere Wasserflaschen problemlos auffüllen. Ob das im Hochsommer auch noch geht, kann ich leider nicht beurteilen.

Nach rund 50 Minuten unserer Wanderung kommt das erste Schild, dass uns eine Zeitangabe für den weiteren Weg liefert: 1,5 Stunden sollen es bis zur Brandstattalm und zur Auffangalm sein (tatsächlich brauchen wir nur wenig über eine Stunde).

25 Minuten später kommen wir an eine Stelle, wo der Wald am rechten Rand unter uns verschwindet und wir einen tollen Ausblick ins Stubaital haben. Wenige Meter weiter an einer Kurve steht dann auch eine Bank, auf der wir uns zu einer kurzen Pause niederlassen, die mitgebrachten Brötchen verzehren und das Panorama des Stubaitals genießen:

Bild vom Blick ins Stubaital auf dem Weg nach oben

Blick ins Stubaital auf dem Weg nach oben

Fünf Minuten nach dieser Bank trennt sich der Weg. Wir gehen nicht weiter Richtung Mildauernalm (die laut Karte nur wenige Meter weit weg ist, aber derzeit wohl nicht geöffnet), sondern schlagen den Weg zur Brandstattalm / Auffangalm ein.

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Nach weiteren 25 Minuten erschrecken wir ein wenig – eine Lawine aus großen Felsbrocken ist auf dem Weg niedergegangen.

Bild von den Felnsbrocken auf dem Weg

Da erschreckt man doch ein wenig, wenn die Felsbrocken auf dem Weg liegen

Nach dem ersten Schreck das Aufatmen – wir kommen da trotzdem gut durch. Dennoch erinnert einen das wieder daran, dass man im Gebirge immer auf seine Umgebung achten sollte.

Schon fünf Minuten später kommt wieder eine Abzweigung, an der ihr euch entscheiden könnt, ob ihr zur Auffangalm oder zur Brandstattalm wollt. Da die Auffangalm derzeit noch geschlossen ist und ich bereits letztes Jahr im Winter dort war (ich kann sie euch nur wärmstens empfehlen, auf hubert-mayer.de hatte ich seinerzeit darüber geblogt, etwas in der Mitte dieses Beitrags), wollten wir weiter zur Brandstattalm, die auch geöffnet haben sollte (dazu unten mehr).

Die Brandstattalm erreichen wir auch wenige Minuten später – und sie hatte zu. Die Enttäuschung in den Gesichter der Kinder – und auch bei uns – war groß. Nochmals nachgeschaut und mich selbst geohrfeigt: Dienstags ist noch bis zum 30.06.2013 Ruhetag. Mein Fehler also.

Nach einer kurzen Pause entscheiden wir uns daher, rasch talwärts (Oberbergtal) zu wandern, um dann wenigstens dort einzukehren, denn zumindest der Gasthof Alt Bärnbad sollte offen haben.

Irgendwann auf dem folgenden Weg habe ich noch dieses Panoramafoto geschossen:

Panoramafoto des gegenüberliegenden Felsmassives

Panoramafoto des gegenüberliegenden Felsmassives

Nach einigen Metern auf dem Waldweg entscheiden wir uns, nicht dem Forstweg (der im Winter übrigens auch als Rodelbahn genutzt wird, Schlitten bekommt ihr auf den Almen und könnt die unten anketten) zu folgen, sondern den schöneren, aber auch steileren (siehe mein Hinweis zu Beginn) Waldweg bergab zu folgen. Dieser beginnt entweder direkt an der Brandstattalm (war uns aber zu steil) oder nach ersten Kehre nach etwa 200 m. Der Einstieg ist gut zu erkennen und der Weg zudem gut mit rotweisser Markierung an den Bäumen gut gekennzeichnet. Nach einem kurzen Abstieg geht es einige Meter weiter über den Forstweg bis zur nächsten Kehre, dort nach 5-10 Metern geht es dann wieder weiter den Waldweg anstelle der Forststrasse runter.

Der Weg sieht über eine große Strecke so aus:

Bild vom Waldweg zwischen Oberberg und Auffangalm bzw. Brandstattalm

Waldweg zwischen Oberberg und Auffangalm bzw. Brandstattalm

Es folgt ein Abstieg über ca. 170 Höhenmeter, dann kreuzt ihr wieder die Forststrasse. Der Einstieg in den weiteren Teil des Waldweges ist nicht ganz so offensichtlich, aber noch gut zu sehen, wenn ihr am linken Rand der Forststrasse bergabwärts wenige Meter geht.

Wenn ihr dann wieder auf die Forststrasse kommt, dann geht es links nochmal ein paar Meter bergab bis ihr unten auf die Strasse „Oberberg“ kommt. Dort lauft ihr dann nach rechts und folgt immer dem Strassenverlauf – immer schön am Bach entlang, leider aber eine geteerte Strasse. Bis zum Gasthof Alt Bärnbad sind es rund 15 Gehminuten. Der Gasthof ist sehr klein, drin warten ca. 25-30 Plätze in der gemütlichen Gaststube auf euch.

Bild von der Gaststube des Gasthofs Alt Bärnbad

Gemütliche kleine Gaststube des Gasthofs Alt Bärnbad

Alles wird frisch gekocht (inkl. der selbstgemachten Spätzle), richtet euch daher auf eine lange Wartezeit ein. Empfehlen kann ich euch das Schnitzel, ein Beitrag hierzu folgt noch auf Schnitzelfans.de (Verlinkung folgt, wenn der Beitrag geschrieben ist). Aber auch der Zwiebelrostbraten, der von meinen Begleitern vertilgt wurde, fand ihr Gefallen.

Frisch gestärkt geht es dann weiter talabwärts bis nach Milders. Einen Teil noch auf der Strasse, dann gibt es einen angenehmeren Weg direkt am Bach entlang. Leider habe ich hier ein wenig geschlampert und kann die Zeit nur rund 30 Minuten Wegzeit schätzen, notiert habe ich es nicht. Sorry!

Fazit

Eine sehr schöne, alles in allem gemütliche Tour in der Richtung, wie wir sie gelaufen sind. Andersrum ist sie sicher ein wenig besser für die Gelenke und mit ein wenig mehr Anspruch an Kondition verbunden. Insgesamt sollte der Aufstieg aber nicht länger als 1,5 Stunden dauern, wir hatten 55 Minuten bergab gebraucht, sodass die Anforderungen an die Kondition sich auch in Grenzen halten sollten. Der Weg ist auch familientauglich (auch Kinderwagen wäre möglich, dann aber natürlich nicht den Abstieg über den Waldweg, sondern über die Forststrasse; das kurze Lawinenfeld könnte man sicher meistern, wenn man den Kinderwagen drüber trägt (Breite ca. 3 Meter)). Unsere beiden 11 und 14-jährigen haben den Weg jedenfalls problemlos geschafft.

Hard Facts und Infos/Empfehlungen:

Wegdauer ohne längere Pausen (gemütlich gegangen): 3,5 – 4 h (bis zurück nach Milders)

Höhenmeter: Start bei ca. 1.000 m, Auffangalm 1.620 m, Brandstattalm 1.810 m, Gasthof Alt Bärnbad

Anreise: Mit Auto durch das Stubaital oder mit dem Skibus „ST“ ab Innsbruck bis zur Haltestelle „Schaller“ (Neustift im Stubaital)

Kartenmaterial: Es gibt sowohl für Android als auch für diverse Apple Produkte eine App, in der zahlreiche Wanderungen drin sind (nicht die, die wir gemacht haben, aber die Karten sind trotzdem gut und die Tourenvorschläge sehr schön). Als Papierkarten sind Karten im Maßstab 1:25.00 wie beispielsweise (Referallink zu Amazon) Stubaital XL 1 : 25 000: Wander-, Rad- und Mountainbikekarte. GPS-genau brauchbar.

Öffnungszeiten Almen im Stubaital: Welche Almen im Stubaital gerade geöffnet haben, das findet ihr wöchentlich aktualisiert auf einem pdf, das ihr euch beim Fremdenverkehrsverband Stubai auf dieser Seite runterladen könnt.

Ich hoffe, euch hat es gefallen – und zum Abschluss quäle ich euch nochmal mit Werbung (Amazon):

Veröffentlicht von Hubert Mayer

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2 Kommentare

  1. Das Stubaital hat ja wirklich so einiges zu bieten. Ich war bisher nur zum Skifahren dort aber nach diesem Bericht würde ich es auch mal im SOmmer versuchen. Schöne Darstellung 🙂 Gefällt mir. LG Sabrina

    • Dann mal viel Spass. Mir gefällt es sehr gut dort — Das Hotel, für das Du Werbung machst, schaut aber auch gut aus, also lass ich das einfach mal so stehen 🙂

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