Fränkischer Brauereiwanderweg: Bierwandern von Waischenfeld nach Aufsess

Unsere Urkunde nach 16 km und 6 Brauereien auf dem Brauereiwanderweg Waischenfeld - Aufseß in der Fränkischen Schweiz

Der Brauereiwanderweg ab Waischenfeld war ein guter Anlass, an einem schönen sonnigen Freitag im September 2016 mich mit meiner Partnerin auf den Weg ins Frankenland für einen Wochenendtrip zu machen. Eingeladen von Franken Tourismus, die freundlicherweise die Organisation des Wochenendes zusammen mit der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz übernommen haben (siehe unten), stauten wir uns erst auf der A81 um dann schnell zu entscheiden, einen Zwischenstopp bei Distelhäuser einzulegen, um ein IPA zu trinken

Distelhäuser IPA (Bild: Gesine Hermann)

Distelhäuser IPA (Bild: Gesine Hermann)

und den Magen ein wenig zu füllen. "Und die Entscheidung war gut, denn nicht nur optisch ist der Brauereigasthof sehr schön,

Brauereigasthof Distelhäuser

Brauereigasthof Distelhäuser

auch das die Auswahl der Speisen lässt keinen Wunsch offen. Die Wartezeit auf mein bestelltes Schnitzel mit Meerrettich in der Panade ist nicht lange – und das Schnitzel ein wahrer Genuß!

Dann geht’s weiter und recht spät kommen wir an unserer Unterkunft, der Pension Hammermühle am Rande von Waischenfeld an. Trotzdem bekommen wir schnell unseren Zimmerschlüssel, eine kurze Einweisung und nehmen zwei Bier aus dem Kühlschrank mit. Ein wenig müssen wir uns ja auf den Bierwanderweg Franken vorbereiten und auch denn Abend gemütlich im Bett ausklingen lassen. Dann Augen zu, denn am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück auf den

Brauereiwanderweg von Waischenfeld nach Aufseß in der Fränkischen Schweiz

An der Wiesent entlang laufen wir ca. 1 km bis in die Ortsmitte von Waischenfeld. Ein Besuch in Waischenfeld und der Fränkischen Schweiz (mehr weiter unten im Beitrag) lohnt unabhängig von der Brauereiwanderung, wie Du wohl unschwer erkennen kannst.

Waischenfeld von der Wiesent aus (Bild: Gesine Hermann)

Waischenfeld von der Wiesent aus (Bild: Gesine Hermann)

Treffpunkt ist das Rathaus II in Waischenfeld, ein aufwändig saniertes Fachwerkhaus. Auf der Brücke über die Wiesent sieht man das Rathaus in seiner vollen Pracht, inklusive Spiegelung im Wasser.

Das Rathaus II in Waischenfeld spiegelt sich schön in der Wiesent (Foto: Gesine Hermann)

Das Rathaus II in Waischenfeld spiegelt sich schön in der Wiesent (Foto: Gesine Hermann)

In dem heutigen Rathaus II hat früher der Bader gelebt. Bader? War sowas wie ein Metzger, Pardon, Chirurg, früher 😉 Und natürlich auch Badehausbetreiber. Näheres erfährst Du entweder vor Ort an der vor dem Rathaus angebrachten Tafel – oder grundsätzlich bei Wikipedia.

Im Rathaus schauen wir zur Einstimmung (oder Abschreckung?) einen kurzen Film zum Brauereiwanderweg an, dann geht’s los – schnell noch einen Junggesellenabschied unterwegs aufgesammelt, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten und etwas später dran waren (und sich als überaus human für einen JGA erweisen sollten), dann führt uns unser Wanderführer Georg zunächst an den Ortsausgang, wo sich der einzige Industriebetrieb von Waischenfeld (Geroh) befindet. Die meisten Waischenfelder fahren zum Arbeiten aber weiter, oft bis in die nächstgelegenen größeren Städte wie Bayreuth, Erlangen und Nürnberg.

Georg erzählt uns ein wenig zur Geschichte des Brauereienwegs (gibt es seit 2002, 9.000 Menschen laufen den derzeit im Jahr und kommen teilweise von sehr weit her – wir sind mit Anreiseort Stuttgart bei weitem nicht die mit der weitesten Anreise). Übrigens: Auf den zahlreichen Schildern steht mal Brauereiweg, mal Brauereienweg – nicht irritieren lassen davon. Was mir später noch aufgefallen ist – es ist nicht der einzige Bierwanderweg in Franken.

Ebenfalls lernten wir, dass einige Landwirte die Wanderer nicht unbedingt mögen, da es immer wieder welche gibt, die meinen, mitgebrachte Flaschen auf den Feldern entsorgen zu müssen. Unsere Gruppe wird sich jedoch als sehr anständig im Laufe des Tages herausstellen 😉

Dann geht es los, auf einem mittelbreiten Weg am Waldrand entlang aufwärts.

Unsere Wandergruppe bei der geführten Bierwanderung ab Waischenfeld

Unsere Wandergruppe bei der geführten Bierwanderung ab Waischenfeld

Der Weg zur ersten Brauerei ist nicht weit, aber ziemlich schön. Wie in einem Tunnel laufen wir unter den Sträuchern durch. Oben an der Kapelle müssen bereits die ersten austreten, Georg hält noch schnell eine Ansprache

Unser Wanderführer Georg bei der Ansprache an der Kapelle kurz vor Nankendorf

Unser Wanderführer Georg bei der Ansprache an der Kapelle kurz vor Nankendorf

– wir sind gleich an dem ersten Gasthof der Brauerei Schroll in Nankendorf (ich kann nix für die Website…) und wir werden gebrieft, wann es da weiter geht. Zur Not auch mit Verlusten, der Zeitplan ist einzuhalten, da uns am Ende der Wanderung ein Bus nach der vorletzten Einkehr abholt.

Vor der Brauerei kommen wir dann noch an einer alten Mühle vorbei,

Mühle in Nankendorf auf dem Brauereiwanderweg

Mühle in Nankendorf

die seit 1495 in Familienbesitz ist.

An der Brauerei Schroll können wir schön draußen in der Sonne sitzen – noch ist die nicht so stark, dass sie unangenehm wäre.

Wir dann mal so vom Travellerblog bei der Brauerei Schroll

Wir dann mal so vom Travellerblog bei der Brauerei Schroll

Wir entscheiden uns schnell für ein naturtrübes Bier für mich, ein Weizen für meinen Schatz. Weizen wird hier in den kleinen Brauereien übrigens erst seit recht kurzer Zeit gebraut, vorher wurde es immer eingekauft…

Das Weizen ist sehr süffig, das naturtrübe Bier ebenfalls sehr lecker. Nur zum Probieren, wie wollen ja alle sechs Brauereien überstehen, nehmen wir zusammen noch ein kleines Dunkles Bier – auch das ist bei Schroll sehr lecker! Die Jungs vom Junggesellenabschied haben indes eigene Krüge dabei und lassen diese direkt am Zapf befüllen.

Bier kann auch direkt in die mitgebrachten Krüge der Jungengesellenabschieder gehen

Bier kann auch direkt in die mitgebrachten Krüge der Jungengesellenabschieder gehen

Hier bei Schroll werden lediglich rund 3.000 Hektoliter Bier im Jahr hergestellt, mich würde nicht wundern, wenn ein Großteil davon für Bierwanderer drauf geht, denn noch während wir fast alle Plätze belegen, kommen schon die nächsten an.

Die Preise hier in der Fränkischen Schweiz sind für uns, die wir Stuttgarter Preise gewohnt sind, übrigens extrem günstig. Für unsere beiden 0,5 l Biere und das kleine zusätzlich zahlen wir gerade mal 5,80 EUR..

Wir ziehen dann weiter, an der Kirche und am Friedhof vorbei, es geht erst kurz steil aufwärts (Georg empfahl den etwas langsameren Mitwanderern daher auch, etwa fünf Minuten vor dem geplanten Abmarschzeitpunkt doch schon vor zugehen…),

Huch, da läuft ja jemand Werbung für mich auf dem Brauereiweg

Huch, da läuft ja jemand Werbung für mich 😉

dann geht es oben durch einen schönen Kiefernwald. Bald kommen wir nach Breitenlesau, wo wir am Ortseingang neben einigen (nicht lustigen Witzen) auch die Russenlinde bewundern können. 450 Jahre soll sie alt sein bei einem Stammdurchmesser von fast unglaublichen 8 Metern! Und noch eine Besonderheit: Sie ist breiter als hoch, also wenn man die Krone betrachtet!

Die Russenlinde in Breitenlesau

Die Russenlinde in Breitenlesau

Dann geht es in den Ort rein, die nächste Brauerei wartet, hier in Breitenlesau ist es die Brauerei Krug, die auch die größte Brauerei auf dem Brauereienweg ist. Hier arbeiten 34 Personen, das Bier wird sogar aus der Mongolei angefragt und abgeholt. Natürlich erst, wenn es bezahlt ist und selbst abgeholt wird, erzählt uns Georg schmunzelnd.

Der zur Brauerei gehörende Gasthof Krug

Der zur Brauerei gehörende Gasthof Krug

Hier hat es draussen auch eine Menge Sitzplätze, sowohl in der Sonne als auch im Schatten. Wir entscheiden uns heute nochmal für einen Platz an der Sonne, obwohl diese mittlerweile ordentlich runter brennt. Hier ist auch das Mittagessen eingeplant, das jede(r) (wie übrigens auch die Getränke bei der geführten Wanderung) selbst bezahlt. Für uns gibt es wieder ein naturtrübes Bier, das sehr süffig ist. Das Weizen und das Dunkle sind auch nicht schlecht, doch kommen nach unserem Geschmack nicht an das Schroll ran (aufgepasst, Geschmack ist rein subjektiv…).

Das Weizen und das Dunkle (nennt sich übrigens irritierenderweise "Lager" hier) bei Krug Bräu

Das Weizen und das Dunkle (nennt sich übrigens irritierenderweise „Lager“ hier) bei Krug Bräu

Unter der Woche gehen rund 400 Essen am Tag raus (wichtiger Hinweis: Montag und Dienstag ist hier Ruhetag!), an den Wochenenden rund 1.200 Essen. Gebraut wird hier fast das 15-fache der vorherigen Brauerei, rund 44.000 Hektoliter verlassen jährlich die Brauerei. Das Cordon Bleu, das ich auswähle, ist sehr lecker und kann ich uneingeschränkt empfehlen. Und um nochmal auf die Preise in der Fränkischen Schweiz zurückzukommen – läppische 7,90 EUR kostet das inklusive dieses fantastischen Kartoffelsalats!

 

Weil ich das gerade für einen Blogbeitrag brauche – ein #latergram #cordonbleu von der Bierwanderung in Franken

Ein von Hubert Mayer (@huberttestet) gepostetes Foto am

Achtung: Der Instagram Account, von dem das kommt, ist nur für Essensbilder. Alles von meinen Reisen selbst gibt es auf Instagram unter Hubert Mayer

Mit Essen für zwei Personen, drei Bieren zahlen wir hier im Gasthof Krug gerade mal 22,40 EUR. Da im Winter deutlich weniger Bierwanderer vorbei kommen, hat der Wirt auch eine Winterbeschäftigung neben dem Bierbrauen gefunden und betreibt einen großen Tanzschuppen mit Platz bis zu 1.300 Gästen.

Wir ziehen weiter, über die Felder,

Blume am Wegesrand, aber ich werde offenbar schon vermisst ;)

Blume am Wegesrand, aber ich werde offenbar schon vermisst 😉

weiter durch den Wald. Dann geht es an einer Kreuzung nach rechts und links auf dem Brauereienweg – und tatsächlich ist es für uns ein Stichweg nach rechts, wir sind am Ortsrand von Hochstahl, wo unser nächstes Ziel ist. Hier in diesem kleinen Ort, der bereits zu Aufseß gehört, ist unser nächster Stop, die Brauerei Reichold.

Diese scheint sehr beliebt – es ist die Hölle los an diesem schönen sonnigen Samstag. Wir sind hier auch auf dem  zweiten Brauereienweg, der die vier Brauereien der Gemeinde Aufseß miteinander verbindet. Auch dieser Weg ist natürlich beliebt – und Aufseß hat es damit sogar ins Guinness Buch der Rekorde (bei Amazon kaufen mit Miniprovision für mich) geschafft, denn Aufseß hat die höchste Brauereidichte weltweit. Pro 375 Einwohner eine Brauerei!

Brauerei Gasthof Reichelt in Hochstahl

Brauerei Gasthof Reichold in Hochstahl

Auch hier gibt es ein zweites Standbein neben der Brauerei, hinter der Brauerei wird ein Wohnmobilstellplatz betrieben. Wer also einen Platz für sein Wohnmobil sucht und abends gerne einen heben will, ist hier gut aufgehoben 😉 Die Brauerei Reichold ist auch die jüngste Brauerei hier – erst 1906 wurde diese gegründet. Du fragst dich, wie hier der Ausstoss ist? 4.000 Hektoliter verlassen jährlich die Brauerei! Wir trinken hier ein Zwickel und ein Weizen – und werden dafür gerade einmal 4,60 EUR los. Und ja, beides Halblitergläser…


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Von der jüngsten Brauerei geht es weiter zur ältesten Brauerei auf der Bierwanderung, der Weg ist kurz bis nach Heckenhof, wo der Brauereigasthof Kathibräu auf uns wartet. Die Motorradfahrer unter meinen Lesern werden das kennen – der große Biergarten ist voller Menschen in Kutten und vor allem Leder. Bei guten Wetter sind bis zu 2.500 Motorräder hier am Tag auf dem Hof zu sehen! Motorradfahrer sind seit vielen Jahren gern gesehene Gäste hier, da die Kathi (1991 schon verstorben) nicht mehr mit dem Fahrrad nach Aufseß wollte, sondern einen Hilfsmotor ans Fahrrad machte (die Steigung hoch nach Heckenhof ist schon beträchtlich). Und daher sehr aufgeschlossen für Motorradfahrer war. Davon zeugen auch schöne Kleinigkeiten wie die Helmwaschstationen…

Der Gasthof von Kathi Bräu

Der Gasthof von Kathi Bräu

Die Entscheidung, welches Bier man trinkt, wird einem hier leicht gemacht, denn es gibt nur ein dunkles, das dafür ziemlich lecker ist! Auch hier der Einheitspreis auf dem Weg für eine Halbe: 2,20 EUR…

So gestärkt, geht es auf die letzte, recht kurze Etappe. Nur noch abwärts führt unser Weg, runter nach Aufseß zum Brauereigasthof Rothenbach, wo wir gegen 16.30 Uhr nach etwa 7,5 Stunden Wanderung (inklusive Einkehr, die Strecke sind nur rund 16 km), ankommen. Wir beide machen noch einen schnellen Abstecher und versuchen ein Bild von der Burg zu machen, trotz dass die Sonne sehr unglücklich steht, nämlich genau über der Burg.

Die Burg ins Aufseß

Die Burg ins Aufseß

Dann schnell zurück zum Brauereigasthof, einen Platz in der Abendsonne sichern und schnell noch ein Bierchen getrunken. Bier wird hier seit 1886 gebraut, 9.600 Hektoliter verlassen jährlich die Brauerei. Dem fortgesetzten Bierkonsum ist es geschuldet, dass es ab hier keine Bilder mehr von der Wanderung gibt 😉

Der Bus steht pünktlich bereit und bringt unsere lustige Wandergruppe zurück nach Waischenfeld, wo es zum Abschluss noch ins Gasthaus „Zum Wolf“ geht. Hier wird das Bier der Brauerei Heckel ausgeschenkt, die in Waischenfeld ihren Sitz hat, gerade mal etwa 1.000 Hektoliter Bier im Jahr produziert – und Samstags lieber Ruhetag macht, als die geführten Wanderer aufzunehmen. Die Erfahrungen am Ende der Tour waren wohl nicht all zu gut…

Hier im „Zum Wolf“ erhalten wir auch unsere Urkunden, die uns bestätigen, dass wir „Trinkfeste Brauereiwanderer der Fränkischen Schweiz“ sind!

Unsere Urkunde nach 16 km und 6 Brauereien auf dem Brauereiwanderweg Waischenfeld - Aufseß in der Fränkischen Schweiz

Unsere Urkunde nach 16 km und 6 Brauereien auf dem Brauereiwanderweg Waischenfeld – Aufseß

Nüchtern ist niemand mehr an diesem Abend, auch wenn wir uns an die Empfehlung unseres tollen Wanderführers Georg gehalten haben und jeweils nur ein Bier in jeder Brauerei getrunken haben (ok, ein kleines Dunkles immer zum Testen noch zusammen hinterher). Nur hier im Ziel, da gönnen wir uns zusammen mit den letzten anderen verbliebenen, die wir sehr sympathisch finden, noch den einen oder anderen Krug Heckel. Also vor allem ich…

Am nächsten Morgen holt uns nach dem Frühstück Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz ab, um uns noch weitere Eindrücke zu verschaffen.

Eindrücke Fränkische Schweiz

Gar nicht all zu viel will ich Dir hier erzählen, Reinhard wusste allerdings eine Menge zu erzählen – und das auf eine sehr angenehme unterhaltsame Art, nicht wie ein Lehrer 😉 Die gut 4 Stunden mit ihm vergingen wie im Flug. Erst nahmen wir einen Schleichweg hoch zur Burg Waischenfeld, der mächtigsten Burg in der Fränkischen Schweiz, die irgendwann um 1100 auf dem Schlüsselberg errichtet wurde. Hier finden auch gern Veranstaltungen statt – und man hat nicht nur einen tollen Blick runter auf Waischenfeld, sondern auch auf das Wahrzeichen von Waischenfeld:

Steinernder Beutel - das Wahrzeichen von Waischenfeld

Steinernder Beutel – das Wahrzeichen von Waischenfeld

Übrigens – wenn Du Dich fragst, warum es Fränkische Schweiz heißt: Hier hast Du in Franken im Kleinen, was es in der Schweiz in groß gibt. Irgendwer soll mal zusammengetragen haben, wieviele dieser „Schweize“ es gibt – rund 200 sind dabei zusammen gekommen, alleine 65 davon in Deutschland. Ich kenne ja neben der Fränkischen Schweiz nur die Sächsische Schweiz – was kennst Du denn noch?

Interessant ist, dass hier in der Fränkischen Schweiz sich im zweiten Weltkrieg viele Flüchtlingskinder aus ganz Deutschland, besonders aber wohl aus Hamburg und Stuttgart, sammelten, da man mit großer Sicherheit davon ausgehen konnte, dass es keine Bombardierungen geben wird, da es kaum Industrie gab (und gibt). Und die haben dann später die Fränkische Schweiz immer wieder besucht, erst alleine, später mit Kindern, was auch erklärt, warum diese so beliebt ist (natürlich neben der schönen Landschaft!).

Weiterer Funfact am Rande – ein eingeheirateter Waischenfelder erfand den MP3 Player mit, und nun ist Heinz Gerhäuser Ehrenbürger der Stadt. Und das Fraunhofer Institut wird wohl ein wenig von den Anwohnern um die gute Internetanbindung beneidet 😉

Von der Burg ging es weiter auf eine Aussichtsplattform, an der ebenfalls der Fränkische Gebirgsweg vorbei führt.

Blick auf die Klaussteinkapelle in der Fränkischen Schweiz

Blick auf die Klaussteinkapelle

Der Blick und die ersten Infos von Reinhard überzeugen – da wollen wir hin. Durch einen Bauernhof soll man zu der Kapelle gelangen, die direkt an einem Wohnhaus steht. Gesagt, getan: und schon sind wir da. Durch den Bauernhof durch, wenige Meter aufwärts, am Wohnhaus vorbei und ab durch die enge Türe in die Klaussteinkapelle.

Eingang zur Klaussteinkapelle - ich komme rein ;) (Bild: Gesine Hermann)

Eingang zur Klaussteinkapelle – ich komme rein 😉 (Bild: Gesine Hermann)

Drinnen ist herrlich ruhig – und ein Blick durch die Kapelle beruhigt ungemein. Kann das nicht erklären, aber es ist sehr angenehm.

Im Inneren der Klaussteinkapelle

Im Inneren der Klaussteinkapelle

Hier predigt der Pfarrer noch auf der Kanzel, die Du da auch sehen kannst. Im Winter wird die Klaussteinkapelle auch gerne für Lesungen benutzt.

Nur wenig weiter ist die Burg Rabenstein mit der Falknerei, bei der es aber nur um 15 Uhr eine Show gibt, dafür haben wir heute leider keine Zeit. Stattdessen fahren wir weiter nach Pottenstein, der größte Tourismusort in der Fränkischen Schweiz. 3.000 Einwohner und 1.500 Gästebetten gibt es hier – und das führt zu 250.000 Übernachtungen im Jahr!

Von etwas oberhalb hat man einen tollen Blick auf dieses schöne Städtchen, in dem man übrigens prima zu Mittag essen kann, ich hatte hier eine sehr leckere Roulade im Gasthof Luisengarten

Hier in Pottenstein gibt es aber nicht nur die Burg, die Du auffällig auf dem Bild eben über der Stadt thronen siehst, sondern auch einen See mit Bootsvermietung,

Ruder- und Tretboote für 7 EUR je angefangene halbe Stunde auf dem See bei Pottenstein

Ruder- und Tretboote für 7 EUR je angefangene halbe Stunde auf dem See bei Pottenstein

eine Sommerrodelbahn (ja, nee. I nicht meins, aber ich weiss, viele haben Spass daran ;)) und ein Felsenbad.

Felsenbad Pottenstein - bzw. die Felsen darüber ;)

Felsenbad Pottenstein – bzw. die Felsen darüber 😉

Weitere interessante Ziele in der Fränkischen Schweiz sind die Basilika Dreifaltigkeit in Gössweinstein, an der wir aus Zeitgründen (sorry, mea culpa!) nur vorbei fahren. Gössweinstein ist der zweitgrößte Tourismusort hier, woran die Pilgergruppen, die von Pfarrern und Ministranten am Ortsrand abgeholt werden, einen erheblichen Einfluss haben.

Fazit zur Fränkischen Schweiz

Nach der Besichtigungsfahrt am Sonntag dachten wir beide nur – verdammt, wir brauchen mehr Zeit hier! bzw. müssen einfach nochmal kommen. Die Fränkische Schweiz hat eben nicht nur den Brauereienweg in Waischenfeld (16 km), was unser Hauptgrund für den Besuch war, sondern auch weitere tolle Wanderwege (4.500 km stehen hier zur Auswahl…), tolle Aussichten und interessante Einblicke in die Vergangenheit. Zufälligerweise kenne ich wen, der von unseren (also tatsächlich der meiner Partnerin) Erzählungen so begeistert war, dass sie hier ne Woche zum Wandern herkommen wollen – wer weiss, vielleicht erfährst dann auch nochmal ein wenig mehr hier…

Und Du? Auch Lust darauf, in Franken einen Bierwanderweg zu gehen? Vielleicht sogar den in Waischenfeld?

Und bis dahin lege ich Dir gerne die Berichte meiner Bloggerkollegin Britta ans Herz, die

Mit Kind in der Fränkischen Schweiz war

Offenlegung: Ich wurde in die Fränkische Schweiz über die Agentur noble kommunikation (Danke, liebe Frau Bopp für die angenehme Kommunikation!) von Frankentourismus und der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und die Gebühr für die Wanderung. Und das Mittagessen am Sonntag, Danke Reinhard für Speis und Trank und die interessante Rundfahrt! Anfahrt, Essen und Biere während der Bierwanderung haben wir selbst bezahlt.
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Veröffentlicht von Hubert Mayer

Blogger, Netzwerker, LL.B, Versicherungsmensch, ehrenamtlich in Stuttgart engagiert, Onlinejunkie. Du findest mich auch auf Twitter, Twitter, Facebook, Facebookseite des Travellerblogs, Google+ Wer mich und meine Bloggerei unterstützen möchte: Mein Amazon Wunschzettel ist lang

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