Urlaub in Kaprun: Die Sigmund-Thun Klamm, Schneckenreithalm und der Guggenhöhenweg

Sigmund-Thun Klamm 1

Dieses „eigentlich“ zieht sich in meinen Urlauben oft durch. Eigentlich wollte ich. Oder wollte ich nicht. Egal was. An diesem trüben „Sommer“tag in Kaprun war ich sehr unschlüssig, ob ich überhaupt einen Fuß vor die Türe setzen soll. Im nachhinein war ich ganz froh, dies getan zu haben. Denn so kann ich euch ein wenig berichten, was man an einem Tag in Kaprun den so machen kann. Kommend aus meiner Unterkunft, dem Gästehaus Steger Kaprun, in der Nähe der Burg gelegen, stieß ich nach wenigen Metern auf ein Schild:

Der Guggenhöhenweg

klang gut und der Himmel sah so aus, als könnte er auch zwei Stunden Ruhe geben. Hinweis: Offizieller Einstieg in den Weg ist am Gemeindeamt, das ca. 5 Minuten Fußweg von der Kreuzung entfernt ist, an der ich das Schild sah und los ging. Der Beginn des Weges führte auf einer Teerstrasse nach bergaufwärts, mit tosenden Wasser am Ohr, dabei sah der Bach gar nicht so rauschend aus.

Asphaltstrasse zu Beginn des Weges ab Kaprun

Asphaltstrasse zu Beginn des Weges

Schon nach kurzer Zeit kam ich an die Jausenstation Guggenbichel.

Jausenstation Guggenbichl in Kaprun

Jausenstation Guggenbichl

Die Essenpreise dort scheinen mir sehr human, das Schnitzel Wiener Art (Schwein) kostet dort mit Bratkartoffeln 9,50 EUR, ein Leberkäse mit zwei Spiegeleiern und Bratkartoffeln 7,00 EUR. Doch zum Essen war es noch zu früh, mein Frühstück in meiner Unterkunft war noch lange sättigend, also ging ich weiter. Direkt hinter dem Guggenbichl ging der Weg in eine Mischung aus Schotter und Schlamm.

Guggenhöhenweg kurz nach dem Guggenbichl in Kaprun

Guggenhöhenweg kurz nach dem Guggenbichl

Doch schon nach wenigen Metern hieß es auch diesen breiten Weg zu verlassen und ab auf einen matschigen schmalen Pfad steil bergauf.

Rechts ab geht der Guggenhöhenweg

Rechts ab geht der Weg

Der Weg gefiel mir trotz des Schlammes zu Beginn dann doch besser – und der Schlamm ließ auch bald nach. Stetig ging es zu Beginn in Serpentinen bergauf, ein sehr angenehmer Weg, wenn auch zu Beginn ein wenig anstrengend, aber eben nur kurz.

Kaprun_Dienstag_6

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Ab und zu treffe ich auf Menschen, die freundlich grüßen – auch etwas, was ich an Österreich beim Wandern mag! Nach 30 Minuten staune ich allerdings. Ist hier wirklich schon der Wendepunkt? Tatsächlich geht es in einer Kurve bergab und ein wenig zurück.

Dann erhasche ich noch einen Blick auf den Zeller See zwischen den Bäumen.

Blick auf den Zeller See auf dem Guggenhöhenweg

Blick auf den Zeller See

Auch der Weg bergab (und wie ich bald merke zurück) ist weiterhin angenehm zu laufen, nur an steileren Passagen ist ein wenig Vorsicht geboten, der Weg ist recht rutschig, hat es doch seit Stunden durchgeregnet.

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50 Minuten nachdem ich los bin, stosse ich auf den Ortsrand und direkt auf die Burg Kaprun.

Burg Kaprun am Ende des Guggenhöhenwegs Kaprun

Burg Kaprun

50 Minuten inklusive Smartphone Wegbeschreibung tippen und Bilder machen. An meinem Gästehaus bin ich in 3 Minuten, von dort sind es nochmal 3 Minuten bis zu meinem Einstiegsort. Selbst wenn ich sehr großzügig rechne, komme ich nicht auf mehr als 1 h 15 Minuten für den Weg. Ja, ich gehe unter Umständen manchmal etwas flotter als andere – aber 2h? Da müsste ich rückwärts im Handstand laufen. Oder so.

Ich entschließe mich, noch in die Stadt zu laufen und mal zu sehen, wie weit die Maiskogelbahn weg ist. An der Touristeninfo erhalte ich auf meine Frage hin nicht nur eine einfache Übersichtskarte der Wanderungen, sondern ein Heft mit kurzen Beschreibungen in dem zusätzlich eine Wanderkarte im Maßstab 1:45.000 intergriert ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich die (Amazon Partnerlink) „Wanderkarte Zell am See, Kaprun. Mit Panorama. GPS-genau. 1:35.000“ nicht kaufen müssen kurzfristig vor dem Urlaub.

Wanderkarte gibt es neben freundlichen Auskünften direkt in der Tourist-Info Kaprun

„Wie weit ist es denn zur Maiskogelbahn“

frage ich. „Rund 3 km“ ist die Antwort. „Und bis zur Gletscherbahn?“ – „Rund 6 km. Immer gerade aus hier“

Na, dann schaue ich da auch mal noch hoch heute, denke ich und mache mich auf den Weg. Unterwegs staune ich, dass so viele Restaurants auch arabische Schriftzeichen außen dran haben – und erinnere mich daran, wie mein Chef mir erzählte, dass das schon in Zell am See sehr heftig war. Es scheint ein sehr beliebtes Ziel zu sein, was mir auch per Tweet mit einem weiteren Tipp von Sebastian bestätigt wird:

 

Das habe ich mir jetzt mal für Freitag vorgenommen.

Auf meinem Weg zur Maiskogelbahn stosse ich auf das Schild zur

Sigmund-Thun Klamm

Die Sigmund-Thun Klamm ist kurz hinter Kaprun, vom Ortszentrum läuft man knapp eine halbe Stunde. Wenn ihr vor euch sehr viel Elektrik seht (aka Kraftwerkinformationszentrum), dann geht es gleich hinüber auf die rechte Seite, wo es kurz runter und über die Kapruner Ache geht, dann ist linker Hand schon der Eingang zur Sigmund-Thul Klamm. 4,30 EUR kostet der Eintritt – und das wäre es allemal wert.

Tipp: Bei vielen Gastgebern ist im Sommer die „Zell am See-Kaprun Sommerkarte“ bei dem Aufenthalt inkludiert. Mit dieser ist u.a. auch der Eintritt in die Sigmund-Thun Klamm kostenfrei. Weitere Vorteile in Kaprun:

  • Maiskogelbahn
  • Kitzsteinhornbahn
  • Hochgebirgsstauseen
  • Vötter’s Fahrzeugmuseum

Dazu werden auch dei Busfahrten mit dem Postbus auf 1 EUR pro Strecke reduziert und es gibt weitere Ermäßigungen, unter anderem TAUERN SPA oder auch mit dem Dampfzug Pinzgauer Lokalbahn in Zell am See. Dort kann man übrigens auch kostenfrei eine Rundfahrt mit der MS Schmittenhöhe auf dem Zeller See machen.

Doch zurück zur Sigmund-Thun Klamm:

1. Blick in die Sigmund-Thun Klamm in Kaprun

1. Blick in die Sigmund-Thun Klamm

Der Weg ist breit genug, dass man gerade so aneinander vorbei kommt. Dennoch gibt es keinen Gegenverkehr, denn die Klamm darf nur Ache aufwärts durchlaufen werden. Tief eingeschnitten stören auf einmal auch die Regentropfen nicht mehr, es passt einfach gut dazu.

Tosendes Wasser unter einem – und gefühlt überall um einen herum, so hallt es hier. Der Weg ist nicht lang, lediglich 320 Meter sind es wohl. Ich lasse mir viel Zeit, um in Ruhe Bilder zu machen und warte dabei, bis die wenigen Besucher an diesem Tag außer Sichtweite sind.

Die Bilder der Klamm habe ich euch in einer Galerie zusammengepackt, nehmt euch den Moment Zeit, alle in Ruhe anzuschauen. Einfach durchlaufen lassen…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Trotzdem brauche nicht mehr als 20 Minuten, um am Ende der Klamm anzukommen. Dort geht es nach rechts hinaus aus der Klamm, vor einem die Wand des kleinen Staudammes. Steigst Du die wenigen Treppen hinauf, hast Du die Wahl. Rechts geht es in wenigen Minuten auf dem Fahrweg zurück zum Eingang, links noch einen Rundweg um den Klammsee. Mit einem kurzen Blick auf die Uhr entscheide ich mich für den Rundweg

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und stosse nach wenigen Metern wieder auf eine Abzweigung. Rechts hoch geht es zur Almwirtschaft Schneckenreith, 15-20 Minuten soll der Weg lang sein. Selbst gemachten Käse und Speck soll es geben. Wer mich kennt, der weiss, dass das keine Frage für mich ist, ich laufe gerne ein paar Meter den Berg hoch.

Weg zur Almwirtschaft Schneckenreith

Weg zur Almwirtschaft Schneckenreith

So toll die hier in Kapru auch die Wege ausschildern, dass man sich nicht verlaufen kann: Bei den Zeitangaben haben sie sich eher an „Rückwärtsgehern“ orientiert. 8 Minuten später stehe ich knapp unterhalb der Almwirtschaft Schneckenreith:

Almwirtschaft Schneckenreith über dem Klammsee Kaprun

Almwirtschaft Schneckenreith

Ich eile die wenigen Meter hoch, tatsächlich habe ich ziemlich Kohldampf. Ein kurzer Blick auf die Karte sagt mir, ich muss alles mögliche probieren. Buttermilch, Most und einen Obstler. Zum Essen die Almjause mit Käse, Speck, Topfen. Nicht auf der Karte steht, dass da auch „Verhacktes“ drauf ist, wenn ich das richtig verstanden habe: Verschiedene Specks mit Knoblauch und Kräutern. Bombastisch. Meine Instagramfollower scheinen den Anblick dieses Tellers für 8,00 EUR auch zu mögen:

Insgesamt 13,50 EUR habe ich für dieses fürstliche Mahl nebst Getränken ausgegeben während die Gruppe, die die Tische neben mir belegte, eine Einführung in die Käseherstellung bekommt. Wusstet ihr, dass Käse, der in sonnigen Zeiten auf einer Alm hergestellt wird, anders schmeckt als einer in Regenzeiten? Im Sommer anders als im Herbst?

Nach diesem Zwischenstopp mache ich mich endlich auf den Weg um dem See.

Klammsee Kaprun

Klammsee Kaprun

Wer den Weg hoch zur Almwirtschaft Schneckenreith nicht machen will – am hinteren Ende des Klammsees, das ihr nach ca. 10 Minuten erreicht, ist nochmals eine Hütte, an der es u.a. auch Fisch gibt, aber auch imbissübliche Dinge wie Burger oder auch Speckbrote, alles zu verträglichen Preisen.

Am Ende des Sees halte ich wieder kurz inne und schaue zurück.

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Der Rückweg ist kurz, doch man kann sich durchaus Zeit nehmen. Am Rande des Weges stehen Tafeln, die einem die Natur erklären, das ist sehr interessant.

Auf dem Rückweg kommt man auch nochmal über eine Brücke über die Klamm, von oben sieht der tiefe Einschnitt in das Gelände dann so aus:

Blick von der Brücke über der Sigmund-Thun Klamm in die Klamm

Blick von der Brücke über der Sigmund-Thun Klamm in die Klamm

Kurz danach zeigt ein Schild an, dass der Weg auf dem Versorgungsweg zurück geht – doch schöner ist der Weg links runter, ein netter Waldweg, wenn auch nur sehr kurz, denn der Beginn der Schlucht ist nahe.

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Ich entscheide mich, noch kurz zur Maiskogelbahn zu laufen, die ist keine fünf Minuten entfernt und nehme die vorletzte Auffahrt, wer weiss, ob ich das die nächsten Tage noch schaffe.

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Oben angekommen weiss ich wieder, warum ich bei Nebel bzw. tief hängenden Wolken nicht so wirklich Lust habe, Berge zu besteigen:

"Blick" von der Bergstation Maiskogel... nichts als Nebel Richtung Kaprun

„Blick“ von der Bergstation Maiskogel…

Fazit für diesen Tag

Für den Guggenhöhenweg solltet ihr euch maximal 1,5 Stunden einplanen. Im Hochsommer sicher besonders nett, denn der Weg sollte die meiste Zeit im Schatten liegen.

Die Sigmund-Thun Klamm erscheint mir ein muss – viel Zeit nimmt der Duchgang nicht in Anspruch, doch die Eindrücke, die ich dort bekam, sind gewaltig! Sollte niemand versäumen!


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

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3 Kommentare

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