Jakobsweg am Wochenende – Etappe 1: Tauberbischofsheim nach Lauda

Meine erste Etappe auf dem Jakobsweg von Tauberbischofsheim bis Niederstetten auf Einladung des Tourismusverbands „Liebliches Taubertal e.V.“ ging von Tauberbischofsheim nach Lauda. Über die Anfahrt schreibe ich noch ein wenig in der am Ende erscheinenden Zusammenfassung, nur vorneweg – nach Tauberbischofsheim kommt man gut mit dem Zug.

Der Start: Suche des Einstiegs in den Jakobsweg in Tauberbischofsheim

Mein Einstieg in die erste Etappe des Jakobswegs von Tauberbischofsheim nach Lauda war suboptimal – ich konnte erst einmal nicht so richtig den Einstieg finden. Kartenausschnitte wurden mir vom Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ zwar zur Verfügung gestellt, nur den Bahnhof, an dem ich stand, den konnte ich darauf nicht so recht erkennen. Und eine Ausschilderung des Jakobsweg (also des Zuwegs) konnte ich auch nicht sehen. Damit wir uns nicht mißverstehen – der Weg selbst und der Startort war eingezeichnet, nur wo ich stand, das war für mich an diesem ersten Tag nicht zu erkennen. Jetzt, wo ich die Karten besser kenne, kann ich auch den Bahnhof sehen.

Aber genug des Vorgeplänkels – ich lief dann Richtung Tauber, das war mir von der Richtung her klar und dann fand ich schnell meinen Einstiegspunkt. Für euch, damit ihr nicht suchen müsst: Vom Bahnhof aus rechts und dann links durch die Altstadt bis zur  Brücke über die Tauber… Rechts heißt hier: Von Stuttgart (genauer: Bahn ab Lauda) her kommend in Fahrtrichtung rechts.

Der Jakobsweg Richtung Lauda geht dann über die Brücke und ist ab hier zunächst eine ganze Weile einwandfrei markiert,

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so dass kein Blick auf die Karte erforderlich ist. Berg hoch geht es gleich zu Beginn, schnell lasse ich die Stadt Tauberbischofsheim hinter mir, nicht aber, ohne immer wieder zurückzublicken. Nach kurzer Zeit (ca. 3 km) komme ich an einem Denkmal und einer (leider geschlossenen) Kapelle (Laurentiuskapelle) vorbei und halte kurz inne.

Laurentiuskapelle kurz nach Tauberbischofsheim

Laurentiuskapelle kurz nach Tauberbischofsheim

Kurz danach geht es Treppen nach rechts hoch und dann immer weiter stetig bergauf, an der Kaserne vorbei. Wer einen Moment rasten möchte, findet eine Bank mit schöner Aussicht unterwegs

Bank mit Aussicht über Tauberbischofsheim

Bank mit Aussicht über Tauberbischofsheim

Es ist warm, die Sonne brennt mir auf den Kopf und es hat nur wenig Schatten auf dem ersten Wegabschnitt. Bald lasse ich auch die Kaserne hinter mir und es geht auf einem Feldweg weiter, wo ich ein wenig das Wetter und die Umgebung genießen kann.

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Doch dann heißt es wieder aufmerksam sein, denn es kommt eine Kreuzung mit zahlreichen Abzweigungen, doch welche ist die richtige?

Kreuzung - nur wohin geht es?

Kreuzung – nur wohin geht es?

Ein Schild ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Mit Adleraugen erkenne ich in weiter Entfernung einen Baumrest, an dem etwas blaues zu erahnen ist. Ich versuche mein Glück und siehe da, es ist der richtige Weg.

Feldweg

Feldweg

Am Ende dieses Weges seht ihr den Wald – dort geht es dann hinein. Dafür bin ich erst sehr dankbar, ein wenig Abkühlung schadet mir in diesem Moment nicht, zumal ich sehr flott unterwegs bin, da ich noch einen Plan bezüglich meines Gepäcks habe. Den erzähle ich euch aber auch erst im Abschlussbeitrag so richtig 😉

Im Wald zahlt sich aus, dass ich eine lange Hose anhabe. Der Waldweg führt an einer Stelle durch ein kleines Brennnessselfeld – da war das hilfreich. Der Weg endet an einer T-Kreuzung, das Schild dort lässt mich leider raten, in welche Richtung es gehen könnte. Unter Zuhilfenahme meiner Karte wähle ich den Weg nach links – und auch dieses Mal ist es so richtig.

Krach begleitet mich an diesem Tag, denn es sind Waldarbeiten auf diesem Abschnitt. Als ich aus dem Wald komme, höre ich immer lauter die Autobahn, auf die ich dann, wie ich später merke, auch zusteuere. Kurz vor der Autobahn geht es

auf Asphalt weiter

und das leider den ganzen restlichen Weg. Kurz nach der Unterquerung der Autobahn verstummt der Lärm und der Weg geht sich dadurch auch ein wenig angenehmer.

Oberhalb von Grünsfeld-Hausen dann wieder eine schöne Gelegenheit, eine kurz Pause einzulegen:

Pause auf der Bank

Pause auf der Bank

Bald darauf ziehe ich aber weiter und pilgere den Weg weiter bergab – bis ich in Grünsfeld-Hausen dann die Achatius-Kapelle erblicke, die mich in ihren Bann zieht.

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Achatius-Kapelle

Die Kapelle ist älter als die erste Erwähnung des Ortes und wurde wohl Ende des 12. Jahrhunderts oder Anfang des 13. Jahrhunderts in dieser Quaderbauweise gebaut. Klar, dass ich hier einen Blick rein werfen muss, zu faszinierend ist der Anblick.

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Von hier geht es den Rest vom Weg weiter auf dem asphaltierten Weg, der mich dann an der Wendelmühle vorbei durch Grünsfeld führt.

Kreuz in Grünsfeld

Kreuz in Grünsfeld

Am Ende von Grünsfeld geht es einen Bogen, irgendwann seht ihr auf der linken Strassenseite ein Autohaus. Hier hätte ich davor abbiegen müssen, der Jakobsweg geht hier vor dem Autohaus runter, um dann nach dem Autohaus wieder rechts weiter an der Eisenbahnlinie entlang zu gehen. nach wenigen Metern bemerkte ich aber meinen Fehler dank regelmäßigen Kontrollblick auf die Karte und fand schnell wieder zurück auf den rechten Weg.

Dieser war dann recht unspektakulär, immer an der Eisenbahn und am Grünbach entlang kam ich noch nach Gerlachsheim, wo an dieser Brücke

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Brücke in Gerlachsheim

der auf der Karte eingezeichnete Weg und die Ausschilderung voneinander abweichen. Die Karte schickt mich durch den Ort, die Ausschilderung vor Ort weiter am Grünbach entlang.

Ich mache einen Kompromiss und folge erst ein Stück der Wegauszeichnung, um dann doch noch nach Gerlachsheim rein zu laufen, um nach etwas zu trinken Ausschau zu halten, leider erfolglos an der Stelle. Wahrscheinlich hätte ich der Karte folgen sollen, dann wäre ich zumindest auch noch an einer weiteren Kirche im Ort vorbei gekommen.

Nach Gerlachsheim war mein Ziel für diesen Tag, Lauda, schon zu sehen und ich gab nochmal Gas. Als ich am Ortsanfang links mehrere Supermärkte sehe, weiche ich nach einem Blick auf die Karte vom Jakobsweg ab und hole mir etwas zu trinken. Im Ort müsste ich eh nach links vom Weg weg, da dort meine Unterkunft lag.

Das Hotel Ratskeller Lauda

Mittags schon hatte ich mein Gepäck im Ratskeller

Hotel Ratskeller Lauda von außen

Hotel Ratskeller Lauda

abgeladen, und ich hatte Glück, mein Zimmer war schon frei. Ein wenig Verwirrung herrschte, als es um das Abendessen ging, doch auch hier klärten wir schnell, dass die Rechnung an den Tourismusverband gehen sollte – angefragt hatten die Halbpension, was im Hotel Ratskeller für diesen Termin nicht bestätigt werden konnte, da am nächsten Tag der Urlaub begann und so kein Frühstück mehr zubereitet werden konnte. Die Klärung des Abendessens ging dabei unter, war dann aber problemlos möglich.

Das Zimmer war einfach, aber zweckmäßig, wenn auch nicht sehr modern.

Zimmer im Ratskeller Lauda

Blick ins Zimmer im Ratskeller Lauda

Gut zu sehen ist, dass alles erforderliche da war – ein großes Bett, ein Schreibtisch (mit Steckdosen) und ein Fernseher (den ich wie üblich nicht genutzt habe).

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Auch am Bett gab es Steckdosen, wer mich kennt, der/die weiss, wie wichtig mir das ist 😉

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Auch das Bad war schlicht mit einer Dusche und einer Toilette, aber, und das ist das wichtigste, sauber.

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Abendessen im Ratskeller Lauda

Nachdem ich mittags die Frage mit dem Abendessen schon klären konnte, suchte ich mir von der Karte etwas aus, was ich schon länger nicht mehr hatte:

Cordon bleu im Ratskeller Lauda

Cordon bleu im Ratskeller Lauda

Da ich gerade am Abnehmen bin, bestellte ich das Cordon bleu ohne die Pommes – und wurde, weil ich den Grund (Low Carb) gleich erläuterte, direkt gefragt, ob ich stattdessen einen großen Salat dazu möchte. Der Service hat mir im Ratskeller daher gut gefallen. Und geschmeckt hat es definitiv auch!

Dazu trank ich einen Wein (ja, das passt nicht zu Low Carb, ich weiss) aus einer Rebsorte, die in Baden-Württemberg entwickelt wurde – Tauberschwarz. Der schmeckte mir dann so gut, dass ich mir auch ein zweites Glas gönnte, bevor ich mich gegen 22 Uhr ins Bett machte – die zweite Etappe des Jakobswegs sollte immerhin über 27 km lang sein und mich von Lauda nach Markelsheim führen.

Fazit meiner ersten Etappe des Jakobswegs von Tauberbischfsheim nach Lauda

Der Weg begann sehr schön, sobald ich aus Tauberbischofsheim raus war. Leider begann recht bald der Verkehrslärm zuzunehmen – und der Weg führte etwa ab km 6 nur mehr über asphaltierte Wege, was mir nicht so gefällt. Die Achatius-Kapelle hingegen war ein echter Hingucker, die Gesamtstrecke von 16 km lief ich inklusiver aller Wirrungen und Fotopausen in knapp über drei Stunden.

Disclosure:

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Über den Multi Channel Marketeer Hallimash wurde ich vom Tourismusverband “Liebliches Taubertal e.V.” eingeladen, drei Tage auf dem Jakobsweg zwischen Tauberbischofsheim und Niederstetten zu pilgern. Inhaltliche Vorgaben zu dem erwarteten Blogpost zumWanderSüden gab es wenig –  400 Wörter in einem Blogbeitrag über das Wochenende war eine der Erwartungen.

Nun habe ich alleine im Testblog über die Markelsheimer Weingärtner bereits über 1.500 Wörter geschrieben – daran kannst Du gut sehen, dass meine Leidenschaft beim Schreiben von solchen Einladungen eher unberührt bleibt 😉


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

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4 Kommentare

  1. Ich denke die Jakobswege haben immer auch Abschnitte, die an Straßen entlang führen und die landschaftlich vielleicht weniger ansprechend sind. Soll eben nicht alles ein reines Vergnügen sein 😉 Trotzdem finde ich die Wege irgendwie anziehend und ich würde mich gerne bald selbst wieder auf Pilgerschaft begeben …

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