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Wandern Schwäbischen Alb: „Berta-Hörnle-Tour“ – 14,5 km Rundwanderung ab Bad Boll (Qualitätsweg der Löwenpfade)

Und noch einmal die Aussicht aus anderer Perspektive

Keine Kennzeichnung

Die Berta-Hörnle-Tour ist ein schöner, meist schattiger, Qualitätswanderweg ab Bad Boll, etwa 40 Minuten von Stuttgart entfernt. Insgesamt 14,5 km mit rund 400 Höhenmeter und einigen schönen Ausblicken auf die Gegend inklusive der Schwäbischen Alb machen diese Wanderung zu einem Genuss!

Vorneweg aber noch ein paar Fakten für die, die nur das Wichtigste wissen wollen:

Service-Titel
  • Startort: Wanderparkplatz in Bad Boll hinter der Evangelischen Akademie im Pappelweg
  • Anfahrt: Mit dem Auto zum Parkplatz in Bad Boll. Mit dem ÖPNV ab Bahnhof Göppingen mit Bus 920 in Richtung Zell u.A. / Weilheim/T. Haltestelle „Rehaklinik/Evangelische Akademie“, dann 5 Min Fußweg zum Parkplatz
  • Streckenlänge: 14,5 km
  • Dauer: ab ca. gute 3 Stunden reine Wegzeit (flottes Tempo); je nach Dauer für Fotos, Aussichten genießen und Einkehrschwung: 4-7 Stunden :)
  • Höhenmeter: ca. 400 m hoch/runter
  • Kinderwagentauglichkeit: nein
  • Einkehrmöglichkeiten: relativ früh und kurz vor Ende mit kurzem Weg ins „Brender’s“ (Schützenhaus Bad Boll) – oder auf halber Strecke die Kornberghütte (Barzahlung, nur Landjäger mit Brot als Vesper, mega günstig)

Die Berta-Hörnle-Tour startet auf einem Wanderparkplatz in Bad Boll, der ausreichend schattige Plätze bietet – schon ein großer Pluspunkt für meine Rundwanderung gegen Ende Juli! An dem Wanderparkplatz starten auch weitere Wanderstrecken rund um Bad Boll, es gibt für alle entsprechende Aufsteller mit Karten, natürlich auch für den Löwenpfad Berta-Hörnle-Tour:

Wanderparkplatz in Bad Boll - schön schattig
Wanderparkplatz in Bad Boll – schön schattig
Infotafel zur Berta-Hörnle-Tour
Infotafel zur Berta-Hörnle-Tour

Mein Start zu Wanderung warum 09:17 Uhr, die ersten Meter vom Parkplatz weg ging es noch auf Asphalt für etwa 2 Minuten, dann durfte ich für ein weiteres kurzes Stück dem Asphalt verlassen und auf einem schmalen Pfad zwischen den Bäumen durchgehen. Was hier ebenfalls gut zu sehen ist, das ist die Wegbeschilderung mit dem Markenzeichen der Löwenpfade (und einem weiteren Weg „Sinnes Wandel“, der am Anfang lange die gleichen Wege nutzt):

Wegmarkierung der Berta-Hörnle-Tour: Das Markenzeichen der Löwenpfade
Wegmarkierung der Berta-Hörnle-Tour: Das Markenzeichen der Löwenpfade

Für ein kurzes Stück geht es wieder auf Asphalt weiter, dann kommt eine große Kreuzung, vor uns liegt der große Spielplatz mit Grillstelle Badwäldle. Hier werde ich am Ende auch wieder ankommen – und könnte zur Einkehr etwa 350 Meter zum Biergarten Brender’s (Schützenhaus Bad Boll) noch anhängen. Ob Dir der Biergarten zusagt, das wirst Du übrigens schon vorher feststellen, die Rundwanderung wird bald direkt daran vorbeiführen.

Hier geht es für wenige Meter nach links in den Wald hinein, schon am Pfahl mit der Zwerg zweigt der Wanderweg auf einen schmalen Waldpfad ab.

Spielplatz Badwäldle
Spielplatz Badwäldle
An dem Pfahl mit Zwerg drauf vorbei geht es in den Wald
An dem Pfahl mit Zwerg drauf vorbei geht es in den Wald

Und es wird schnell für ein kurzes Stück etwas schlammiger. Zahlreiche Nacktschnecken, denen ich im Laufe dieser Wanderung aufgrund der feuchten Witterung der letzten Tage noch häufiger begegnen werde, kreuzen meinen Weg.

Kurz nach dem ersten kleinen Anstieg komme ich an diesen wunderschönen alten Baum, der kreisförmige Wege um sich herum hat. Es lohnt sich, ein wenig innezuhalten – der Wanderweg Sinnes Wandel hat durchaus seine Bedeutung.

Wunderschöner großer alter stolzer Baum
Wunderschöner großer alter stolzer Baum

Ein wahres Prachtstück, oder?

Wenige Meter weiter – ich werde nicht alle Abzweigungen auf dem Weg einzelnen benennen, als Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ist die Strecke natürlich top ausgeschildert – komme ich an diese sehr schmale Brücke. Und ich bin froh, keine 150 kg zu wiegen, dann könnte sie etwas beschwerlicher zum Überqueren werden:

Mega schmale Brücke auf dem Weg
Mega schmale Brücke auf dem Weg

Danach geht es bergab, es ist rutschig und ich bin dankbar für das Geländer, an dem ich mich abstützen kann. Wo es abwärts geht, geht es auch aufwärts (tatsächlich wird es die nächsten 7 km überwiegend aufwärts und ab und zu eben gehen). Es zwitschert und plätschert um mich herum und nach ein paar weiteren Metern komme ich an diese große Waldschaukel:

Große Waldschaukel
Große Waldschaukel

Was mir auf dieser Wanderung auch noch häufiger begegnen wird, vor allem zum Ende zu: Solche schmalen Stege über Bäche, bei denen es gilt, einigermaßen trittfest zu sein!

Der erste der zahlreichen Stege über einen Bach
Der erste der zahlreichen Stege über einen Bach

Übrigens – warum ich Wanderwege so gerne mag, die sich einer Qualitätskontrolle wie der von Wanderbares Deutschland unterzogen haben: Zum einen bieten sie abwechslungsreiche Wege und führen wenig über Asphalt, zum anderen sind sie hervorragend ausgeschildert und ich kann mich mehr auf den Weg (und meine Notiz) konzentrieren. Hier hat aber auch Bad Boll ganze Arbeit geleistet bei der einheitlichen Beschilderung mit Hinweisschildern, auch zu Zwischenzielen:

Ausgezeichnete Wegbeschilderung rund um Bad Boll
Ausgezeichnete Wegbeschilderung rund um Bad Boll

Hier gehe ich auf dem Kiesweg weiter, komme bald raus aus dem Wald und es geht gerade aus weiter auf einem schmalen Pfad über die Wiese. Nach dem Baum geht der Weg nach links, um wenige Meter weiter an der Kuhweide wieder nach rechts abzuknicken.

Schöner schmaler Pfad durch die Wiese
Schöner schmaler Pfad durch die Wiese
Kuhweide
Kuhweide

Warnschilder am linken Wegesrand am Zaun lassen mich kurz innehalten. Von Lebensgefahr ist die Rede. Doch es ist nur die Warnung, dass in dem eingezäunten Gelände sich die Schießbahnen des Schützenvereins Bad Boll befinden. Ich rate Dir also dringend davon ab, in jugendlichen Leichtsinn über den Zaun zu klettern. Und sei damit auch vorgewarnt, wenn Du Schüsse hörst, es ist dann trotzdem alles in Ordnung :)

Apropos Schützenverein: Das angekündigte Schützenhaus mit dem Brender’s liegt damit auch direkt vor Dir und Du kannst Dir überlegen, ob Du dort am Ende Deiner Rundwanderung einkehren magst.

Biergarten / Restaurant Brender's (Schützenhaus Bad Boll)
Biergarten / Restaurant Brender’s (Schützenhaus Bad Boll)
Öffnungszeiten Brender’s:

Dienstag/Donnerstag: 15:00 – 22:00 Uhr
Freitag/Samstag: 15:00 – 23:00 Uhr
Sonntag/Feiertag: 11:00 – 21:00 Uhr
Montag/Mittwoch: Ruhetag

https://brenders.de – für aktuell angepasste Öffnungszeiten bitte auf die Website schauen

Ich bin hier gerade 20 Minuten unterwegs, es ist also eindeutig zu früh dran zum Einkehren, selbst wenn der Biergarten schon offen wäre.

Kurz nach dem Biergarten stoße ich auf den nächsten großen Baum, direkt neben einem Pavillon, dem Tempele (Belvedere). Das wurde bereits 1824 vom Baumeister Gottlob Georg Barth errichtet und sollte den Gästen des königlichen Bades zur Erbauung dienen. Die Aussicht hier lädt zu einem kurzen Stopp ein!

Toller Baum mit dem Tempele dahinter
Toller Baum mit dem Tempele dahinter

Übrigens: Der Himmel war tatsächlich so kontrastlos weißgrau zu Beginn meiner Wanderung, da lief nichts schief beim Fotografieren…

Am Wegesrand am Tempele befindet sich auch das Hinweisschild auf den Mehretappen Wanderweg „Albtraufgänger„, der hier ebenfalls mit seiner 2. der 6 Etappen entlangführt. Insgesamt ist dieser Fernwanderweg 116 km lang und bietet ordentlich Höhenmeter auf seinen Etappen, die sich zwischen 14,61 km und 23,19 km bewegen. Letztere ist eben diese 2. Etappe mit stolzen rund 720 Höhenmetern.

Ich biege links auf den breiten Wirtschaftsweg ab und es geht aufwärts. Untrainiert beginne ich schon nach wenigen Metern zu schnaufen und spüre meine Waden. Der Puls steigt kurzzeitig auf 115. Bald geht es jedoch nach rechts und es wird wieder ein Stück weit eben zur Erholung. Vor der vor mir auftauchenden Schranke verlässt der Wanderweg den breiten Weg und es beginnt ein Anstieg nach links. Die Steigung ist für mich ok, ich komme gut zurecht, teilweise ist es noch etwas schlammig.

Ein Wanderweg, wie er mir gefällt. schön schmal!
Ein Wanderweg, wie er mir gefällt. Schön schmal!

Jetzt ist es nicht mehr weit und es heißt nicht nur gleich eine tolle Aussicht zu genießen, sondern auch das Schild mit der Richtungsanzeige zu sehen. Unten an der ersten Bank des Aussichtspunkts Schutzhütte angebracht, habe ich das zwar Schild mit dem Pfeil zwar fotografiert, aber nicht wahrgenommen. Zu sehr war ich abgelenkt von dem Gesamteindruck der Schutzhütte mit Bänken und dem Ausblick, der sich hier in Blickrichtung dieser ersten Bank bietet.

Unten an den Füßen der Bank sind die Hinweisschilder
Unten an den Füßen der Bank sind die Hinweisschilder
Fantastische Aussicht am Aussichtspunkt Schutzhütte
Fantastische Aussicht am Aussichtspunkt Schutzhütte

Hier geht es also direkt scharf, fast 180 Grad, nach links – den Stichweg, den ihr in meiner Komoot Route seht, den ich gerade hinter der Hütte hoch gelaufen bin, könnt ihr als ignorieren :)

Aber die Aussicht ist fantastisch, oder?

Bald stoße ich auf einen breiten Waldweg, es geht nach links, leicht abwärts. An der folgenden Gabelung ist die Wegauszeichnung des Löwenpfades etwas versteckt, es geht den rechten oberen Weg weiter. Nach der nun folgenden Rechtskurve solltest Du auch die Augen offen halten, den an der Bank auf der rechten Seite geht es eben da schon wieder runter von dem breiten Weg.

Augen auf - an dieser Bank zweigt die Berta-Hörnle-Tour wieder nach rechts vom breiten Weg ab
Augen auf – an dieser Bank zweigt die Berta-Hörnle-Tour wieder nach rechts vom breiten Weg ab

Ein steiler Anstieg auf einem weiteren schmalen Pfad, der meinen Puls auf 125 steigen lässt, schließt sich an. Doch auch dieser Anstieg hält sich in Grenzen, nur etwa 2-3 Minuten bleibt es steil, dann geht es nahezu eben an einer Lichtung vorbei und nach links auf den nächsten Wirtschaftsweg. Immer wieder säumen Pflanzen mit schönen Blüten den Weg, ab und an halte ich daher an und bestaune diese. Und teste die Kamera des neuen Handys.

Immer wieder stehen solche Pflanzen am Wegesrand
Immer wieder stehen solche Pflanzen am Wegesrand

Ein leichter Nieselregen setzt ein, doch er kümmert mich nicht, unbeirrt und kaum nass werden setze ich meinen Weg fort und lausche dem Zwitschern der Vögel. Das wird jedoch jäh unterbrochen durch Motorradlärm und bald sehe ich, warum: Eine gut befahrende Straße kreuzt meinen Wanderweg! Auf der anderen Straßenseite geht es nach rechts weiter, wieder auf einem breiten Waldweg.

Meine Nase fängt den Geruch frisch geschlagenen Holzes ein und ich beginne zu lächeln. An dem Geruch werde ich mich wohl auch nie satt riechen können!

Dann höre ich einen Bach plätschern und kaum danach überquere ich diesen auch schon, denn der wird unter dem Forstweg durchgeleitet. Kurz nach dem Bach heißt es hinter der folgenden Rechtskurve wieder aufmerksam zu sein: Der Weg biegt nach rechts vom breiten Forstweg ab und steigt wieder an. Schön schmal ist der Weg hier wieder und mir wird wieder klar, wie gut mir solche abwechslungsreichen Wegeführungen gefallen. Breite Abschnitte, auf denen man nebeneinander gehen und sich unterhalten kann, wenn man in Gesellschaft wandert, schmale Abschnitte für den schweigsamen Genuss. Also solche wie der hier:

Der nächste schmale Pfad durch den Wald
Der nächste schmale Pfad durch den Wald

Und zudem sind hier auf der Berta-Hörnle-Tour die Abschnitte mit Steigungen fast immer recht kurz, meist nur 2-4 Minuten geht es mehr oder weniger steil aufwärts, dann folgt eine Ruhephase mit ebenem Weg. Hier auch wieder, als ich wieder auf einen breiten Forstweg stoße. Sehr licht ist es auf diesem Wegstück – und genau hier fängt es etwas stärker an zu regnen. Doch ich habe Glück, es ist nur ein sehr kurzer Schauer, der mich kaum nasser macht als dass ich vom Schwitzen eh schon bin ;)

Zwischendurch gibt es übrigens auch mal, ich schrieb es bereits, dass der Weg abwechslungsreich ist, auch Stufen ;)

Zwischendrin geht es auch mal Stufen hoch auf der Berta-Hörnle-Tour
Zwischendrin geht es auch mal Stufen hoch

In einer langgezogenen Kurve heißt es wieder aufpassen, denn diese wird nicht gegangen, sondern es geht stattdessen gerade aus steil aufwärts.

Runter vom breiten Weg, steil aufwärts auf diesem Pfad geht es
Runter vom breiten Weg, steil aufwärts auf diesem Pfad geht es

Nach dem steilen Anstieg wartet eine kurze Entlastung, doch dann geht es steil und steinig weiter. Wieder achte ich darauf, keine Nacktschnecken zu zertreten, die fühlen sich hier offenbar sehr wohl auf dem Weg.

Doch auch dieser Anstieg endet nach 4-5 Minuten und oben angekommen verlasse ich den Wald und die Wanderung geht auf einer Wiese weiter. Kurz noch aufwärts, dann zweigt der Weg oben nach links ab und es wird flach.

Ein flacher Wegabschnitt zur Erholung
Ein flacher Wegabschnitt zur Erholung

Und wenn die Sonne scheint, bekommst Du hier die volle Ladung nach der bisher überwiegenden Zeit im Wald. Ich befrage kurz komoot – 310 Höhenmeter habe ich bereits hinter mir, viele Anstiege können also nicht mehr kommen.

Rechts in der Wiese summt und brummt es, links von mir steht eine Art hecke aus Bäumen und Sträuchern an deren Ende ich nicht dem breiten Weg folge, sondern wieder nach rechts abbiege. Nochmal geht es aufwärts auf einem Wiesenweg, doch der ist kurz. Bevor ich in den Wald gehe, drehe ich mich noch mal um. Denn die Bank, die hier steht, lässt erwarten, dass die Aussicht gut ist – und tatsächlich, der Blick zurück lohnt mal wieder:

Ein Blick zurück am fast höchsten Punkt der Wanderung der Berta-Hörnle-Tour
Ein Blick zurück am fast höchsten Punkt der Wanderung

Ein kurzer Wegabschnitt durch den Wald folgt, dann geht es abwärts und ich sehe, dass ich nicht nur etwa genau die Hälfte dieser Wanderung auf der Berta-Hörnle-Tour geschafft habe, sondern auch fast den gesamten Anstieg. Denn rechts neben dem Weg steht die Kornberghütte und lädt mich verlockend zu einer Pause ein – und dieser Verlockung komme ich gerne nach. Gemütlich sieht es aus und dieser erste Eindruck wird sich bestätigen:

Kurze Rast an der Kornberghütte
Kurze Rast an der Kornberghütte

Der Wirt sitzt draußen im Gespräch mit Bekannten, als ich mich nähere und frage, ob ich drinnen etwas bekomme oder ob bedient wird, steht er unmittelbar auf und winkt mich rein. Auch drinnen schaut es urig gemütlich aus. Ich bestelle ein Radler und staune über die Preise hier. 2,30 EUR für das leckere 0,33 l Radler von Gruibinger, die Halbe kostet dasselbe. Wer eine Kleinigkeit essen mag: Als (einziges) Vesper gibt es Landjäger mit Brot, mit gerade mal schmalen 2,40 EUR reißen sie kein Loch ins Portemonnaie. Und ja, hier ist nur Barzahlung möglich, also denkt an Kleingeld :)

Das Viertele Wein würde übrigens 3,20 EUR kosten, das Schorle dasselbe wie das Bier und wer lieber einen Schnaps mag, schlappe 2,00 EUR kostet das Stamperl. Alkoholfreies gewünscht? Ein halber Liter Wasser oder 0,33 l Cola/Fanta kosten 1,70 EUR, Kaffee gibt es auch (2,00 EUR).

Nach knapp 15 Minuten Pause erhebe ich mich wieder und direkt gegenüber der Kornberghütte geht mein Weg auf einem schmalen Pfad weiter. Ein kurzes Stück geht es nochmal durch den Wald, der Wirt der Kornberghütte hatte angekündigt, es gehe nun fast nur noch abwärts – und steil! Doch noch ist das Gefälle schwach und bald komme ich aus dem Wald und werde mit einer tollen Aussicht verwöhnt:

Tolle Aussicht kurz nach der Kornberghütte
Tolle Aussicht kurz nach der Kornberghütte

Auch hier lädt eine Bank zu einer kurzen Pause ein – und ich mache mir eine schnelle Notiz: Hier muss ich mit der Partnerin bald mal her. Zur Kornberghütte kann man auch mit dem Auto fahren, wenn ich das richtig gesehen habe, der Spaziergang hierher ist kurz und schön, und dann kommt der Hauptgrund, sie hierher auszuführen: Unzählige Schmetterlinge gibt es hier. Die Wildblumen scheinen sie magisch anzuziehen. Immer wenn ich kurz anhalte, um sie zu betrachten, setzen sich ein Stück weiter welche wieder hin und mit jedem neuen Schritt flattern 10-20-30 Schmetterlinge wieder auf. Was für ein Schauspiel der Natur!

Schmal maeandert der Weg
Schmal mäandert der Weg
Blumenfeld
Blumenfeld
Wildblumen am Wegesrand
Wildblumen am Wegesrand

Es fällt mir schwer, mich loszureißen, doch die Wettervorhersage kündigte Regen ab dem frühen Nachmittag an und daher musste ich ein wenig Gas geben. Mittlerweile scheint die Sonne nach einem sehr kurzen Schauer an der Hütte und hier auf dem offenen Feld bekomme ich die volle Ladung zu spüren. Um die Baumhecke, die sich vor mir auftut, führt der Weg einmal außen rum, also kurz nach rechts und dann links auf den Weg abbiegen.

Der ist ganz frisch geschottert und am Ende der frischen hellen Schotterung geht es wieder nach rechts auf einen schmalen Weg, der gleich wieder unter Bäume geht und nach links abbiegt. Wieder spenden mir die Bäume Schatten und ein traumhaft schöner Weg wartet auf mich – nur Angst vor Abgründen solltest Du hier nicht haben :)

Schmaler Weg nach meinem Geschmack
Schmaler Weg nach meinem Geschmack
Vorsicht vor dem Abgrund...
Vorsicht vor dem Abgrund…

Die Wurzeln auf dem Weg mahnen zur Vorsicht, achtsam gehe ich Schritt für Schritt flott vorwärts. Noch ist alles eben, ich habe aber die Worte des Wirts der Kornberghütte in den Ohren, dass es steil abwärts gehen soll und rechne jeden Schritt damit, dass es nach der nächsten Biegung soweit ist. Doch zunächst bleibt alles eben, ich gehe ein Stück am Waldrand entlang, bevor ich dann zu einer Schutzhütte komme, die die nahegelegene ehemalige Bertaburg ankündigt.

Am Waldrand geht es entlang
Am Waldrand geht es entlang
Eine weitere Schutzhütte mit einer Information zur Bertaburg
Eine weitere Schutzhütte mit einer Information zur Bertaburg

Ich hoffe, ich darf den Inhalt der aufgehängten Info hier zitieren:

Bertaburg
Bertaburg,
740 m NN

Berta von Boll und das Chorherrenstift in Boll

Die Stifterin Berta von Boll war eine Staufer-Tochter. Sie ist personengleich mit der Stifterin
von Kloster Elchingen bei Ulm. Nach dem Tod ihres ersten Gemahls, des Grafen Albrecht
von Elchingen aus dem Geschlecht von Stubersheim-Ravenstein (gest. ca. 1120) heiratete sie
einen Grafen Heinrich von Berg (gest. vor 1138). Der Name Berta lässt auf die Gemahlin
Kaiser Heinrichs IV. Berta von Savoyen schließen, deren Enkelin sie ist.

Eine Stiftungsurkunde für das Chorherrenstift in Boll gibt es nicht. Ein Bericht von 1535
besagt aber, dass eine Hl. Berta ihre Burg Landsöhr (heute Bertaburg), oberhalb von Boll
gelegen, habe abbrechen lassen, um aus den Steinen die Kirche erbauen zu lassen. Außerdem
habe sie das Chorherrenstift gegründet und ihm das ganze Dorf mit allen Rechten überlassen.

Das Berta-Mahl

Die Göppinger Oberamtsbeschreibung von 1844 zitiert ein altes Boller Seelbuch von 1560:
„Es habe Berta nicht nur das hiesige und noch drei weitere Kirchen gebaut und sowohl das
hiesige Stift als jenes in Faurndau gegründet, sondern auch ein jährlich Armusen gestift, dass
alle Jahr an St. Berchta Tag 8 Scheffel Dinkel gegeben, welches auch alsbald gemahlen,
gebacken und unter Arme und Reiche von Boll ausgetheilt worden seyn.“

Den Text habe ich gescannt, offen erkennbare Fehler berichtigt, ich hoffe, inhaltlich stimmt das Ganze noch… Ich setze meine Wanderung fort, die kurzen Gräben lassen auf die Wehrbefestigungen schließen, hatte die Info noch verraten. Dann wird es wieder heller und mein Höhepunkt dieser Wanderung steht mir bevor.

Nicht die drei Bänke sind es, die sich vor mir auftun, nein, die mega Aussicht, die sich mir hier bietet:

Aussicht an diesem tollen Aussichtspunkt auf der Berta-Hörnle-Tour
Aussicht an diesem tollen Aussichtspunkt auf der Berta-Hörnle-Tour
Eine von drei Bänken, die eine fantastische Aussicht bieten
Eine von drei Bänken, die eine fantastische Aussicht bieten
Und noch einmal die Aussicht aus anderer Perspektive
Und noch einmal die Aussicht aus anderer Perspektive

Ich kann man mich ja kaum satt sehen, doch ein weiterer Blick auf die Wettervorhersage treibt mich dann doch weiter.

Kurz danach geht es ordentlich abwärts. Vorsicht ist geboten auf dem steinigen Weg. Und es geht länger steil bergab mit bis zu 30 cm Tritten in Wurzeln und Steinen – immer schön vorsichtig bleiben ist hier die Devise!

Steiniger Weg
Steiniger Weg

Ich bin heilfroh, als der Abstieg für das Erste endet und es für ein kurzes Stück auf einen breiteren befahrbaren Weg geht. Hier genieße ich wieder vereinzelt am Wegesrand stehenden schönen Blumen, so wie diese hier:

Blüte am Wegesrand
Blüte am Wegesrand

Die Erholung wird mir jedoch nur kurz gewährt, bald geht es wieder bergab. Nicht ganz so steil, aber immer noch schmerzhaft für meine kaputten Knie nach der Vorbelastung durch den richtig steilen Abstieg zuvor.

Dann stehe ich oberhalb der Boller Heide. Hier warten eine Hütte sowie eine natürliche Grillstelle auf dem Boden mit Bänken außen herum sowie eine gemauerte Grillstelle mit Rosten auf Gäste. Die hat es allerdings an diesem Samstagnachmittag nicht, die Wetteraussichten scheint zu viele abgeschreckt zu haben.

Auch über die Boller Heide führt die Berta-Hörnle-Tour und lädt zu einer Pause ein
Auch über die Boller Heide führt die Berta-Hörnle-Tour und lädt zu einer Pause ein

Am unteren Ende der Boller Heide geht es nach links in den Wald und es folgen entspannt zu gehende flache gemütliche Wege. Mal ist es ein wenig breiter, mal schmaler. Mal geht es ein wenig steiler abwärts, mal flacher. Und es kommen so einige Bänke, die zum Verweilen einladen und auf der Du eine schöne Aussicht genießen kannst.

Eine von mehreren Bänken mit Aussicht auf diesem schönen Teil der Rundwanderung
Eine von mehreren Bänken mit Aussicht auf diesem schönen Teil der Rundwanderung
Ein Waldweg ganz nach meinem Geschmack
Ein Waldweg ganz nach meinem Geschmack

Nach dem Schild, dass eine restliche Strecke von 2,3 km zum Parkplatz anzeigt, geht es noch mal für 2-3 Minuten aufwärts – und kaum ist das geschafft, folgt nach einem kurzen ebenen Stück der nächste Anstieg: Doch das sind nur 50 Meter und der Anstieg ist nur sehr sanft, bis es dann oberhalb des Ortes aus dem Wald geht und für etwa 3 Minuten die Füße Asphalt bewältigen müssen.

Nochmal eine schöne Aussicht beim Verlassen des Waldes
Nochmal eine schöne Aussicht beim Verlassen des Waldes

Die Sonne brennt ordentlich auf mich runter, während ich zwischen zwei Kirschbaumanpflanzungen den Ort passiere. Schnell überquere ich die Straße und das nächste Schild verrät mir, dass es nur mehr 1,6 km bis zum Ziel sind.

Wieder geht es bergab, wieder folge ich einem schönen Waldweg, genauso wie ich es mag.

Ein weiterer schöner Weg durch den Wald
Ein weiterer schöner Weg durch den Wald

Und dann ist auf einmal eine Brücke vor mir und am Ende der Brücke wird geht es nach rechts und links, wie ich schon an den Symbolen von Weitem sehe. Kurz bin ich irritiert, beim Nähertreten löst sich das auf: Nach rechts geht der Alternativweg bei Nässe – und bald sollte ich erfahren, dass das einen triftigen Grund hat. Ich biege also nach Links ab, trotz ein wenig schlammigen Stellen denke ich nicht, dass es den Alternativweg braucht heute. Zumal mich die Stege, die ich unten sehe, reizen.

Die Brücke von oben
Die Brücke von oben
Die Brücke und Stehe von unten
Die Brücke und Stehe von unten

Zunächst zeigt sich der Weg von seiner besten Seite, klar, es ist zwischendurch ein wenig dreckiger und feucht, doch das macht nichts. Dann stehe ich vor dem Chaos: Schlamm pur und kaum ein durchkommen, wenn man saubere Schuhe behalten möchte! Ich beginne zu fluchen. Aber Umkehr ist irgendwie auch keine schöne Lösung und so kämpfe ich mich Schritt für Schritt vorwärts. Gut aufgestützt auf die Geländer auf beiden Seiten versuche ich immer ein Stück Holz mit meinen Schuhen zu treffen.

Schlamm pur...
Schlamm pur…

Gerade so komme ich durch, ohne zu versinken. Trotzdem sehen die Schuhe aus wie Sau und ich hoffe, dass eine feuchte Wiese vor mir liegt, denn mit diesen dreckigen Schuhen mag ich nicht ins Auto steigen gleich.

Am Ende dieses schlammigen Tals geht es wieder kurz nach oben und der Wanderweg zweigt nach rechts ab. Das Hinweisschild hierzu ist auf einem Pfahl, der nach hinten geknickt ein Stück weiter gegenüber im Wald liegt – unklar, ob hier Vandalen am Werk waren oder die Natur.

Dann sind es noch wenige Meter und ich sehe einen alten Bekannten: der Zwerg auf dem Pfahl! Und was ich zum Beginn der Wanderung nicht gesehen hatte: Es gibt hier rechter Hand sogar eine Schuhwaschanlage! Die kommt mir natürlich gerade recht und ich schnappe mir die mit einer Kette an den Pfosten gekettete Bürste und schrubbe meine Schuhe!

Schuhwaschanlage - nicht zu sehen: daneben fließt ein Bächlein, da hat es auch frisches sauberes Wasser
Schuhwaschanlage – nicht zu sehen: daneben fließt ein Bächlein, da hat es auch frisches sauberes Wasser

Dann geht es die letzten 500 m auf demselben Weg, auf dem ich gestartet bin, zurück zum Auto. Für eine Einkehr im Brender’s ist noch zu früh, also verzehre ich auf dem Parkplatz meine mitgebrachten Würstchen und den Rest vom Wasser, während ich ausschwitze…

Fazit zur Rundwanderung auf dem Qualitätsweg „Berta-Hörnle-Tour“ ab Bad Boll

14,5 km mit tollen Aussichten, ein wenig Matsch, eine gemütliche Einkehr und rund 400 Höhenmeter: Was will man mehr? Dazu kommt die gute Wegauszeichnung, die es ermöglicht, den Weg ohne Ablenkung zu wandern. Mir gefällt das!

Meine Wanderung „Berta-Hörnle-Tour“ der Hochgehberge – 14,5 km Rundwanderung ab Bad Boll bei Komoot

Nächste Wanderung: „Felsenrunde“ – ein weiterer Qualitätsweg der Löwenpfade ab Bad Überkingen. Klick mich

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Gibt es hier nichts! Privat geplant, privat gefahren. Trotzdem möchte ich euch natürlich den Link zur Website der Premiumwanderwege der Löwenpfade mitteilen :)


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2 Kommentare zu “Wandern Schwäbischen Alb: „Berta-Hörnle-Tour“ – 14,5 km Rundwanderung ab Bad Boll (Qualitätsweg der Löwenpfade)

  1. Hallo Hubert, Du bist der beste Tippgeber für die Wanderpfade auf der Schwäbischen Alb, den ich kenne. :-) Was für ein aufwändiger Artikel! Den Berta-Hörnle-Pfad muss ich auch mal laufen. Gruß, Bernd

  2. Hubert Mayer

    Daaaannnnnggeee! Und ja, mach das! Allerdings gilt für die nächsten Tage etwas Vorsicht: Wasser muss in der Gegend gerade abgekocht werden seit heute :(

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