Wiesbaden in ein paar Bildern – die Stadt der Grand Hotels

Das ist der letzte Beitrag meiner kleinen Serie zum Malbecworldday, zu dem ich nach Wiesbaden in das Radisson Blu Schwarzer Bock eingeladen war. Zu der Einladung kannst Du bereits drei Berichte nachlesen, den ersten über meine Juniorsuite, den zweiten über das Hotel und den dritten über das fantastische Dinner, das wir dort hatten. Heute möchte ich noch in einem kürzeren Beitrag an der Stadtführung durch Wiesbaden, die unter dem Motto „Wiesbadener Grand Hotels“ stand, teilhaben lassen.

Los ging unsere Tour vor dem Palast Hotel, das 1903 erbaut wurde.

Blick auf das ehemalige Palast Hotel Wiesbaden

Blick auf das ehemalige Palast Hotel Wiesbaden

Das Hotel steht auf den Überresten einer römischen Therme, wenn ich mich recht entsinne. Eigentlich sollte diese, als sie bei den Bauarbeiten gefunden werden, in Teilen unter dem Gebäude „erhalten“ werden, doch weder der Bauherr, noch Kaiser Wilhelm II, der ebenfalls auf der Baustelle war, hatten das Geld hierzu.

Heute befinden sich wohl Sozialwohnungen in dem Gebäude – das durch die Satellitenschüsseln aus meiner Sicht leider verhunzt wird.

Wenige Meter weiter findet sich der Kochbrunnen, der aus 2.000 m Tiefe den umliegenden Hotels heißes Wasser zur Verfügung stellt. Angeblich sei es sehr gesund, geruchlich aber nicht sonderlich angenehm 😉 Von dort wird auch der Schwarze Bock mit Wasser beliefert – aber nicht nur von da.

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Wer Leitungen bekam mit dem Wasser, das war früher heftig umkämpft…

Von dort aus auch zu sehen ist die Hessische Staatskanzlei – die früher ebenfalls ein Hotel war, das Hotel Rose.

Wiesbaden_2Und irgendwas mit Dr. Schneider hatte ich notiert. 1990 steht dabei. und 30 Millionen Mark und Luxushotel. Nur den Rest meiner Notizen kann ich nicht lesen – die Story bleibt also erst einmal verborgen, außer unser unglaublicher Stadtführer, Herr Andreas Mario Zimmer, kann das in den Kommentaren noch ergänzen.

Eine weitere Quelle, die den Thermalbereich des Schwarzen Bocks versorgt, ist die Drei-Lilien-Quelle, die auf der Rückseite des Hauses untergebracht ist.

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Von da aus ging es weiter Richtung Kursaal, doch immer wieder erzählte uns Herr Zimmer zahlreiche Geschichten zu Architektur und Geschichte der (teilweise vergangenen) Grand Hotels Wiesbadens. Ich bin echt gespannt, wann er sein Buchprojekt hierüber abschließt!

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Auch an diesem schönen Haus kamen wir unterwegs vorbei, bis wir dann vor dem Gebäude, wo früher das Hotel Vier-Jahreszeiten war, standen. Hier erfuhren wir, dass es vom Stuttgarter Christian Zais geplant wurde – und für viel Ärger sorgte. Denn als hier nach Wasser gegraben wurde, sank der Wasserstand der anderen Hotels massiv. Er wurde seinerzeit schnell angefeindet deswegen.


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Doch auch unser aller Lieblingskaiserin Sissi stieg hier ab. Und das, wo der Platz doch zuvor den Gauklern überlassen wurde, die hier ihre Späße trieben. Viele halbseidende Gesellen mussten sich damals dort rumgetrieben haben.

Doch das Hotel Vier-Jahreszeiten wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört.

Mehr Glück hatte hier das Hotel Nassauer Hof, das zwar komplett ausbrannte, aber wenigsten die Außenmauern blieben stehen. Nur das Bilder machen, das scheine ich versäumt zu haben :/

Über den Kurhausplatz ging es weiter zum Kurhaus.

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Mit Kuren hatte das Kurhaus in Wiesbaden nie zu tun – erbaut wurde es ursprünglich ebenfalls von Christian Zais, dann aber komplett abgerissen und von Friedrich von Thiersch für sechs Millionen Goldmark neu und deutlich größer errichtet.

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Das Kurhaus wurde nur zur Zerstreuung und Unterhaltung erbaut. Seine Blütezeit erlebte allerdings noch das vorherige Kurhaus in den Jahren um 1840/50. Und in den 1860er Jahren war dann auch Dostojewski vor Ort, was ihn veranlasste, seinen berühmten Roman „Der Spieler“ (Partnerlink zu Amazon) zu schreiben. 

Das Kurhaus selbst ist sehr schön und die Räume können für Veranstaltungen gemietet werden.

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Ein wenig bedauere ich es, dass ich nicht doch die Gelegenheit genutzt habe und am Vorabend in die Spielbank gegangen bin…

Auch der Park hinten ist einen Besuch wert

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Aber auch das hessische Staatstheater ist sehr anschaulich

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Von dort zogen wir noch ein wenig durch den Park, um dann zur Villa Söhnlein zu gelangen. Söhnlein? Ja, der Sektproduzent. Damals war dieser Sekt noch bedeutender als heute und wurde beispielsweise für Schiffstaufen verwendet. Söhnlein verliebte sich in eine vorbei laufende Amerikanerin und nach der Hochzeit in New York baute er die Villa nach dem Vorbild des Weißen Hauses.

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Kostenpunkt? Gerade mal rund 2 Millionen Goldmark 😉

Später war dann in den 30er Jahren die Gestapo drin, anschließend die Presseabteilung der amerikanischen Armee. Heute gehört die Söhnlein Villa einem Bauunternehmer – und hat wohl gerade mal 3 Millionen EUR auf den Tisch legen müssen (und dasselbe nochmal für die Renovierung). Wohnen tut er im Obergeschoss, die Räume drunter könnte man eventuell mieten (?).

Die meisten Häuser in Wiesbaden wurden in der zweiten Phase des 19. Jahrhunderts gebaut – und es im Stadtgebiet über 5.000 Kulturdenkmäler…

Zum Ende unserer Tour, die noch Stunden hätte weiter gehen können, wenn wir nicht schon unsere Züge gebucht hätten, kamen wir noch an der Villa Clementine vorbei, wo der Wiesbadener Prinzenraub stattfand.

Vielleicht konntest Du es sehen – Wiesbaden lohnt einen Besuch. Und zwar einen längeren als die eine Nacht, die ich dort verbringen durfte. Denn noch war ich nicht auf dem Sonnenberg, nicht im Kasino, nicht in einem der Bäder selber gewesen. Wiesbaden – ich komme wieder, versprochen!


Disclosure: Ich wurde vom Radisson Blu zu der Veranstaltung eingeladen. Die Einladung umfasste die Organisation und Übernahme aller Kosten von Anfahrt, Dinner mit Weinprobe, Übernachtung und Stadtführung. Dafür und die gelebte Gastfreundschaft sage ich herzlich DANKE! Meine Meinung, die ich in meinen Blogbeiträgen äußere, lasse ich mir durch Einladungen nicht beeinflussen.


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

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