Pilgern in Österreich: Erfahrungen auf dem Via Sacra

Ein Wanderstiefel am Wegesrand der Via Sacra kurz nach Annaberg

Etwas über einen Monat ist es jetzt her, dass ich mit lieb gewonnenen Reisebloggerkolleginnen und -kollegen auf der Via Sacra in Österreich im schönen Mostviertel zum Pilgern eingeladen war. Zwischenzeitlich habe ich euch alle Etappen der Via Sacra von Hinterbrühl nach Mariazell vorgestellt und auch unsere wahrgenommenen Übernachtungsmöglichkeiten auf der Via Sacra. Zeit also, noch eine kurze Zusammenfassung zu schreiben, um euch noch Fragen zu beantworten. Und einen Überblick zu liefern, welche Erfahrungen ich auf der Via Sacra gemacht habe.

Übernachten auf der Via Sacra von Hinterbrühl nach Mariazell

Vorneweg schicken sollte ich, dass die Via Sacra insgesamt 125 km lang ist und der Weg von Hinterbrühl über die Orte Kaumberg, Lilienfeld, Türnitz, Annaberg, Wienerbruck, Mitterbach, nach Mariazell führt. Wir selbst haben unseren Weg in Hinterbrühl begonnen und die Via Sacra in vier Tagen bewältigt, allerdings mit einigen Abkürzungen.

Zur Anreise nach Hinterbrühl und meinen Zweifeln, ob ich die Strecke schaffe, habe ich diesen Artikel geschrieben, über unser sehr schönes Hotel Höldrichsmühle in Hinterbrühl und das tolle Essen dort handelt dieser Beitrag.

Unsere zweite Nacht nach dem ersten Pilgertag auf der Via Sacra  verbrachten wir im Kirchenwirt in Klein-Mariazell. Das ist ein eher einfacher Gasthof, doch das Zimmer war ausreichend groß und sauber. Eine meiner Mitpilgerinnen machte dort allerdings schlechte Erfahrungen und auch der Service war ein wenig hakelig (sprachbedingt).

Unsere nächste Etappe (2. Etappe der Via Sacra bei der Vier-Tages-Tour) endete mit einer Nacht im Kloster Lilienfeld – das war eine beeindruckende Erfahrung, die ich gerne wiederholen möchte!

Weiter ging es am nächsten Tag nach Annaberg. In Annaberg endete unsere Tagesetappe (Lilienfeld – Annaberg) der Via Sacra im Gasthof Meyer – mit einem extrem leckeren Wein und einem riesigen Balkon.

Und am letzten Pilgertag kamen wir endlicham Ziel an – und unsere Nacht verbrachten wir im Hotel Zum Kirchenwirt in Mariazell. Da habe ich mich ein wenig geärgert, dass ich die Wärmekabine und die Sauna nicht genutzt habe 😉

Wie sind die Etappen auf der Via Sacra von HInterbrühl bis Mariazell im Mostviertel / Niederösterreich?

Die Via Sacra kann man planmäßig in vier oder fünf Etappen laufen – wir hatten die vier Etappen auf dem Plan, allerdings mit ein paar „Abkürzungen“ bzw. Wegabwandlungen. Nachstehend unsere Route:

Erste Etappe der Via Sacra von Hinterbrühl nach Klein-Mariazell

Brutal. Anders kann ich es nicht bezeichnen. 32 km für den Einstieg, das empfanden wir als zuviel, zumal es zwar die meiste Zeit recht eben war, aber eben nicht die ganze Zeit. Die Strecke Hinterbrühl – Klein-Mariazell ist jedoch sehr schön, ein paar Bilder zeige ich Dir gerne in der Galerie, im verlinkten Beitrag sind noch mehr.

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Übel waren vorallem die letzten Kilometer von Hafnerberg bis Klein-Mariazell.

Zweite Etappe der Via Sacra von Klein-Mariazell bis Lilienfeld

Hier kam für uns schon die erste Abkürzung ins Spiel – wir haben uns vom Kirchenwirt in Klein-Mariazell bis zur Araburg fahren lassen. Naja, zumindest bis zum Parkplatz unterhalb der Ruine, wo uns dann noch ein deutlicher Aufstieg bevor stand. Aber insgesamt betrachtet war der erste Teil der Strecke Araburg bis Hainfeld (von wo es bis Lilienfeld weiter ging) sehr schön – und es war kein Fehler, dass meine Pilgerbegleiter ab Hainfeld das Taxi bis Wiesenfeld nahmen, wie wir uns dann (ich lief stolz tapfer weiter) zum Mittagessen wieder trafen. Dieser Wegabschnitt ging nämlich nahezu durchweg auf Asphalt durch das Tal, das machte nicht so wirklich Spass.

Auch der letzte Abschnitt von Wiesenfeld nach Lilienfeld zog sich ziemlich, ebenfalls auf Asphalt. Auch von dieser Tagesetappe packe ich gerne eine Galerie rein:

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Dritte Etappe der Via Sacra von Lilienfeld bis Annaberg

Hier kam unser größter Cheat – nach der Besichtigung des Klosters Lilienfeld und dem erhaltenen Pilgersegen wurden wir von Lilienfeld nach Türnitz gefahren, wo wir erst einmal ein leckeres Mittagessen verdrückten. Und von dort auch noch weiter zum Eingang der Falkenschlucht. Aber auch hier war es kein Fehler, denn der Weg dorthin war wohl auch mehr Asphalt als gemütlich – die Falkenschlucht, die wir so fit begehen konnten, ist dafür umso schöner. Und so führte uns unsere dritte Etappe tatsächlich von der Falkenschlucht nach Annaberg:

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Vierte Etappe der Via Sacra von Annaberg bis Mariazell

Auf dieser Etappe hieß es zeitig los – unsere Pilgerbegleiterin Maria Kvarda wollt schon um 7 Uhr starten. Diese letzte Etappe über die beiden fehlenden „Heiligen Berge“ Joachimsberg und Josefsberg war wieder sehr beeindruckend, allerdings spielte bei uns das Wetter leider zwischendurch nicht so ganz mit. Doch als wir ans Ziel kamen, waren wir sehr stolz! Und ich hatte bis Mariazell immerhin 96 km geschafft. Und das sind ein paar der Bilder der Via Sacra Etappe Annaberg bis Mariazell:

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Ist das Pilgern auf der Via Sacra zwangsläufig eine ernste Sache?

Kurz und knackig: Nö. Muss nicht. Natürlich liegt das sicher daran, wer mit wem unterwegs ist bzw. ob man alleine Pilgern geht. Wir waren eine sehr lustige und gut gelaunte Truppe, die sich gegenseitig auch bei den langen Strecken gut Halt gegeben haben und sich gegenseitig unterstützten und aufbauten. Und wie viel Spass wir hatten, zeigt das folgende Video wohl ganz gut:

Wer alleine geht, hat auf der Via Sacra aber gute Gelegenheiten, in sich zu gehen – vielen Menschen sind wir nicht begegnet unterwegs (außer in den Ortschaften).

Muss man gläubig sein, um die Via Sacra zu pilgern (oder anderswo)?

Aus meiner Sicht: Nein, muss man nicht. Einfach nur gerne draussen sein und auch mal größere Strecken wandern. Wenn man dann, wie ich, trotzdem gerne Kirchen anschaut, wenn diese schön sind, dann hat man einen zusätzlichen Gewinn. Aber auch landschaftlich lohnt die Via Sacra auf alle Fälle!

Ist die Via Sacra in Österreich sehr bergig?

Fragt man Ernst, unseren Begleiter der Etappe Hinterbrühl nach Klein-Mariazell, dann lautet die Antwort wohl nein. Fragt man jemanden, der wie ich gerne klugscheisst, dann lautet die Antwort ebenfalls nein, da auf der Strecke nur wenige Male die 1.000 Höhenmetergrenze überschritten wird. Aber hügelig ist die Strecke – und das ist auch gut so, schließlich verspricht das auch schöne Ausblicke ins wunderschöne Mostviertel!

Kann man die Via Sacra alleine pilgern / gehen?

Ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte. Wie geschrieben, kamen uns eh nicht viele Menschen entgegen – und Österreich stufe ich nicht als gefährlicher ein als hier beim Waldspaziergang.

 

Hast Du noch weitere Fragen zur Via Sacra?

Dann stelle sie gerne in den Kommentaren – ich versuche sie gerne zu beantworten.

Eine Menge weiterer Berichte zum Pilgern auf der Via Sacra findest Du auch bei

Disclosure:
Zum BloggerPilgern ins Mostviertel wurde ich via Elena Paschinger (Danke, meine Liebe!) von der Destination Mostviertel Tourismus eingeladen. Herzlichen Dank für die Einladung, die von der Anreise über Unterkunft zur Verpflegung hin alles umfasste, eingeladen. Meine Meinung lasse ich mir von einer Einladung nicht beeinflussen.


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Veröffentlicht von Hubert Mayer

Jahrgang 73, Blogger, Netzwerker, LL.B, Versicherungsbetriebswirt (DVA), stark ehrenamtlich in Stuttgart engagiert, Onlinejunkie. Du findest mich auch auf Twitter, Twitter, Facebook, Facebookseite des Travellerblogs, Google+ Wer mich und meine Bloggerei unterstützen möchte: Mein Amazon Wunschzettel ist lang

2 Kommentare

  1. Servus,

    Das sind sehr schöne Fotos der verschiedenen Orte entlang der Via Sacra. DieErste Etappe von Hinterbrühl nach Klein-Mariazell scheint nicht besonders leicht zu sein aber der Ausblick auf der Strecke von Hafnerberg nach Klein-Mariazell gefällt mir besonders gut.
    Ich danke Ihnen für den Bericht und für die die wertvollen Tipps.
    MfG
    R

  2. Pingback: Österreich kann mehr | Jenseits des täglichen Wahnsinns

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