Lechweg in 8 Etappen wandern: Etappe 4 – von Holzgau bis Elbigenalp

Ein letzter Blick zurück auf Holzgau

26.07.2016: Nach dem leckeren Frühstück im Ferienschlössl Harmonie in Holzgau starte ich auf meine 4. Etappe bis Eligenalp, eine der kürzeren Etappen mit geplanten 12,5 km. Geplant? Öhm. Ja, dazu später mehr 😉

Der Tag beginnt mit strahlend blauen Himmel und Sonnenschein und so mache ich mich erneut los. Nachdem ich gestern ja am Ende der 3. Etappe nach Holzgau schon zur Hängebrücke bin, nehme ich die Originalroute des Lechwegs über den Simmswasserfall.

So startet meine 4. Etappe des Lechwegs in Holzgau

So startet meine 4. Etappe des Lechwegs in Holzgau

Am Höhenbach entlang geht es in Richtung des Wasserfalls, die Ersten, die mir entgegenkommen, grüßen nicht. Das ist sehr ungewohnt und seltsam, denn gerade die Freundlich der Menschen auf meinem Lechweg hatte es mir angetan. Meine Vermutung: Es sind reine Touristen, keine Wandersleut…

Am Höhenbach geht es entlang,

Am Höhenbach geht es entlang, immer dem Wasserfall entgegen

Am Höhenbach geht es entlang, immer dem Wasserfall entgegen

dem Simmswasserfall entgegen. Doch zunächst führt mich mein Weg in Richtung der Hängebrücke,

Hoch vor mir die Hängebrücke

Hoch vor mir die Hängebrücke

die majestisch vor mir hoch in der Luft zu schweben scheint. Ich erinnere mich, wie gestern respektvoll runter geschaut habe, jetzt bin ich also selbst einer der kleinen Menschen da unten.

Und dann stehe ich direkt unter der Brücke und schaue ehrfurchtsvoll hoch.

Verdammt, ist das hoch... die Hängebrücke in Holzgau direkt über mir

Verdammt, ist das hoch…

Erst ist der Weg noch flach, dann wird es immer steiler in Richtung des Wasserfalls. Doch der Weg ist schön und bald kann ich erahnen, was mich erwarten wird.

Der Weg geht bergauf

Der Weg geht bergauf

Ich gebe zu, ich keuche doch ein wenig, als ich dann freie Sicht auf den Simmswasserfall bekomme, meine Kondition ist doch nicht beste und ich mal wieder viel zu schnell gestartet.

Doch der Anblick lohnt!

Simmswasserfall

Simmswasserfall

Und von oben (doch wartet ab, es geht noch von viel weiter oben)

Und von oben (doch wartet ab, es geht noch von viel weiter oben)

Übrigens – wenn Du nun denkst, dass sich der Wasserfall schon immer hier herabstürzt, liegst Du genauso falsch wie ich. Der englische Industrielle Frederic Simms war es, der aus einem am Wegesrand plätschernden Bach mittels einer Sprengung diesen Wasserfall machte.

Nur wenige Meter weiter stosse ich auf eine Hütte, das Cafe Uta. Es ist gerade kurz vor 10 Uhr, für mich also zu früh zum Einkehren (hier Zuhause sehe ich auch, dass das Cafe erst um 11 Uhr öffnet, erkundige dich also am besten auf der Website der Hütte, ob offen ist).

Im Anschluss geht es moderat auf einem steinigen Pfad aufwärts.

Steiniger Pfad auf dem Lechweg

Steiniger Pfad auf dem Lechweg

Der Lechweg führt mich bald am Rande des Abgrund entlang und bietet eine tolle Sicht auf die andere Seite des Tals

Ausblick auf dem Lechweg

Ausblick auf dem Lechweg

und, wie schon in der Bildbeschreibung oben versprochen, auch nochmal auf den Simmswasserfall hinunter!

Ein Blick hinunter auf den Simmswasserfall von der anderen Seite

Ein Blick hinunter auf den Simmswasserfall von der anderen Seite

Nach etwa einer Stunde meiner Wanderung komme ich wieder oberhalb von Holzgau zurück in die Sonne. 25 Minuten soll der Abstecher zur Hängebrücke zurück sein – daher würde ich, wenn Du am Vortag zu kaputt sein solltest, einfach diesen Schlenker auf der dieser Etappe einlegen.

Ich genieße ein wenig den Weg in der Sonne und die Bergpanoramen.

Schöner Ausblick oberhalb von Holzgau

Schöner Ausblick oberhalb von Holzgau

Der Lechweg führt nun eine Weile schön am Hang entlang und nach einer kurzen Weile wende ich mich nochmal um und werfe einen letzten Blick auf das malerische Holzgau.

Ein letzter Blick zurück auf Holzgau

Ein letzter Blick zurück auf Holzgau

Unten blitzt der Lech durch die Bäume,

Blick ins Lechtal mit dem Lech

Blick ins Lechtal mit dem Lech

in die Richtung geht es nun auch abwärts bis der Weg dann doch wieder sich ändert und bergauf geht. Der Weg ist angenehm zu gehen, erst mittelsteil, dann kommt doch eine steile Etappe und in Serpentinen kämpfe ich mich den Berg hoch.

Ganz ehrlich? Ich bin für den Moment kaputt. Total kaputt. Dankbar nutze ich eine Bank am Wegesrand und versuche wieder zu Atem zu kommen. Glaubst nicht? Ok, sag aber nicht, dass ich Dich nicht gewarnt hätte, wenn Du das folgende Bild siehst…

Eines der wenigen Bilder von mir - und komplett verschwitzt vom Aufstieg...

Eines der wenigen Bilder von mir – und komplett verschwitzt vom Aufstieg…

Ich hab Dich gewarnt…

Nach einem letzten steilen Anstieg komme ich zur Talstation der Jöchelspitze- Lechtaler Bergbahn – „TALSTATION!!!!“ – das hatte mich die ganze Zeit irritiert, tatsächlich ist diese Station schon ziemlich hoch. Nun, eigentlich steht nirgends Talstation, aber das hat mein seltsames Gehirn so erwartet.

Ich entschließe mich, die Zeit zu nutzen, obwohl das Wetter eher kritisch aussieht, und den Ausflug nach oben mit der Sesselbahn zu wagen. Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt nach oben, der Ausblick ist toll.

Nach oben gehts in Richtung Jöchelspitze mit der Sesselbahn

Nach oben gehts in Richtung Jöchelspitze mit der Sesselbahn

Oben werde ich auf verschiedene Wanderwege hingewiesen, an der Stelle wiederhole ich auch gerne, dass der Lechweg nahezu vollständig perfekt ausgeschildert ist.

Wanderwegweiser

Wanderwegweiser

Der Ausblick hier oben ist herrlich und klopfe mir selbst auf die Schulter, den Abstecher gemacht zu haben.

Ausblick

Ausblick

Da es eh Mittagszeit ist, beschließe ich, hier auf der Sonnalm (checke vorher, ob sie offen hat)

Berggasthof Sonnalm

Berggasthof Sonnalm

eine Mittagspause einzulegen und einen Happen zu essen. Die Speisekarte sehe ich nicht online, daher hier mal schnell eine kleine Übersicht (wenn die Bilder in der Übersicht auch unscharf erscheinen – klick oder toutch drauf, dann wird es besser:

An der Stelle der Hinweis: Wenn Du Burgerliebhaber bist wie ich, dann bestelle besser keinen. Tiefgefrorenes Patty auf einer Semmel…

Aber die Preise sind echt fair, das nächste Mal nehme ich auch etwas typisch österreichisches, einen Kaiserschmarrn vielleicht.

Jetzt ein wichtiger Tipp – checke vorher die Betriebszeiten der Jöchelspitz – Lechtaler Bergbahn! Ich habe es nicht. Und musste dann erstmal die gesamte Mittagspause abwarten, die direkt nach meiner Pause begonnen hat. Kurz überlege ich noch, selbst runter zu laufen, doch ich mit der Aussicht auf noch vier weitere Etappen des Lechwegs in den kommenden Tagen entscheide ich mich doch dafür, lieber noch ein Radler zu trinken.

Auf dem Weg nach unten beginnt es kurz zu nieseln, doch als ich 20 Minuten später unten ankomme, ist der Spuk auch schon vorbei.

Der Weg führt nun ca. 10 Minuten über Teer, dann rund 15 Minuten über einen Feldweg. Nach nochmals wenigen Metern auf einer Strasse zweigt der Weg dann aber auch schon nach rechts oben ab auf einen schmalen Pfad.

Runter von der Strasse, ab auf einen schönen schmalen Pfad

Runter von der Strasse, ab auf einen schönen schmalen Pfad

Der folgende Wegabschnitt führt mich ein wenig abwärts, auf einem gut zu gehenden Weg, der auch meinen eigentlich kaputten Knien nicht weh tut.

Es geht abwärts

Es geht abwärts

Dann komme ich zur Seesumpf Kapelle, in die ich dann auch schnell einen Blick hinein werfe.

Zu der Kapelle könnte euch Ramona vom Lechweg bestimmt mehr erzählen ;)

Zu der Kapelle könnte euch Ramona vom Lechweg bestimmt mehr erzählen 😉

Entgegen des Kreuzganges geht es dann immer weiter bergab auf einem schönen Waldweg.

Waldweg auf dem Lechweg

Waldweg auf dem Lechweg

Ab und an tun sich kleine Hindernisse auf dem Weg auf, die man entweder umgeht

oder sich drüber hinwegsetzt. Beziehungsweise drüber läuft 😉

Hinter Bach geht es über die Strasse, wo mir ein Schild anzeigt, dass mein Ziel Elbigenalp noch eine Stunde entfernt sein soll.

Nach rund 20 Minuten komme ich einem Schwimmbad vorbei, dessen Gastronomie auch ein Schild draussen stehen hat, dass Lechwegwanderer Willkommen sind. Doch ich will nun ankommen, denn ich habe in Elbigenalp noch etwas vor…

Den Rest des Weges geht es am Lech entlang, der sich in seiner Pracht hier am Wegesrand zeigt.

Und dann werde ich unachtsam. Ich sehe schon mein Ziel, schaue aber nicht bei Google Maps, wo mein Hotel ist. Dass der Lechweg nur an Elbigenalp vorbei führt, nicht in das Dorf führt, das hätte ich vorher besser mal recherchiert…

Vor mir liegt eine Brücke über den Lech, die ich noch fotografiere,

Brücke über den Lech mir Wegweisern davor

Brücke über den Lech mir Wegweisern davor

und dann schnurstracks weiterlaufe. Hätte ich die Schilder da nur mal richtig angesehen, denn hier geht es schräg nach links zurück nach Elbigenalp in den Ort. Gut 1,5-2 km laufe und laufe und laufe ich, bis ich das Gefühl habe, dass das doch nicht sein kann und bei Google Maps schaue, wo mein Hotel ist. Tja – und dann eben zurück, die gleich Strecke und ab in den Ort zum Hotel Alpenrose (mein Bericht über das Hotel Alpenrose Elibenalp), in dem ich diese Nacht verbringen werde.

Hotel Alpenrose in Elbigenalp

Hotel Alpenrose in Elbigenalp

An der Rezeption treffe ich mich, nachdem ich eingecheckt habe, mit Michael vom Lechtal Tourismus, der mit mir zur

Schaubrennerei Haussegen in Elbigenalp

geht.

Schaubrennerei Haussegen in Elbigenalp

Schaubrennerei Haussegen in Elbigenalp

Hier erwartet uns schon die Hausherrin Melanie Haider, die die Brennerei gemeinsam mit ihrem Mann Mario Huber betreibt, um mir so einiges über die Schaubrennerei und das Brennen zu erzählen.

Die ursympathische Melanie Haider vor ihren Bränden im Haussegen

Die ursympathische Melanie Haider vor ihren Bränden im Haussegen

Und so erfahre ich, der Umbau zur Schaubrennerei 5 Jahre dauerte und hier nur das Obst von der anderen Seite des Berges verwendet wird, alles andere, wie Enzian, Blutwurz, Vogelbeere und Wacholder, aus dem der legendäre (und und unglaublich leckere) Lechtal Kramat hergestellt wird, dafür aus dem Lechtal kommt.

Die Produkte aus der Schaubrennerei

Blick auf die Brennanlage im Haussegen

Blick auf die Brennanlage

sollen auch von immer mehr Wirten auf dem Lechweg angeboten werden. Zur Vermarktung der Produkte aus dem Lechtal wurde auch eigens ein Prospekt von den Partnern geschaffen.

Die beste Möglichkeit, sich einen Überblick über die hier angebotenen Brände zu verschaffen, ist natürlich eine Verkostung,

Kleine Verkostung in der Schaubrennerei Haussegen in Elbigenalp

Kleine Verkostung in der Schaubrennerei Haussegen

da sage ich natürlich nicht nein.

Im Laufe der Verkostung erfahre noch so einiges über die Produktion in der Schaubrennerei. Rund 400 l reiner Alkohol werden hier produziert, was in etwa 800-900 Liter trinkbaren Stoff ergibt.

Hauptsaison ist der Herbst, da wird teilweise zwei Wochen am Stück jeden Tag gebrannt. Im Winter machen die beiden gerne Experimente mit Zitrusfrüchten und im Frühjahr geht es schon weiter mit dem Kramat.

Wenn Du jetzt fragst, was Kramat ist:

Kramat

Kramat

Kommt Dir irgendwie bekannt vor? Richtig, Kramat ist ein anderes Wort für Wacholder, der Kramat hier ist also ein Gin.

Bei meiner Probe gibt es übrigens zunächst Zirbenbrand, Heuschnaps und den Kramat. Insgesamt gibt es fast 30 Sorten Gebranntes hier im Haussegen – und lass Dich nicht von der Bezeichnung „Schnaps“ irritieren, wenn ich die verwende. Schnaps bezeichnet in Tirol einen Edelbrand.

Einen Tipp noch zur Verkostung von Edelbränden: Nachdem Du den Schluck genommen hast, einfach mal durch die Nase ausatmen!

Weiteres Wissenswertes zur Schaubrennerei Haussegen:

Regulär geöffnet ist Donnerstag, Freitag und Samstag – und ansonsten ruf einfach an, wenn wer da ist, kannst Du auch vorbei kommen!

Verkostungen werden ab 5 Personen angeboten, 15 EUR pro Person legst dafür auf den Tisch. Dauer: 1,5 Stunden, in denen Du nicht nur etwas über den Brennprozess erfährst, sondern auch 5 der Brände verkostest (und auch von allen anderen stehen immer ein paar Flaschen bereit, aus denen bereitwillig ein Probierschluck abgegeben wird ;))

Zur Verkostung bin ich eingeladen, doch anschließend shoppe ich gerne einige der leckeren Tropfen, die es hier gibt und bin gerade dankbar, dass ich meine Gepäck nicht auf dem Rücken tragen muss.

Fazit zur 4. Etappe des Lechwegs von Holzgau bis Elbigenalp

Auch diese Etappe ist sehr schön und abwechslungsreich. Zeitweise sehr kraftraubend, der Anstieg zur Sesselbahn beispielsweise kostete mich viel Kraft. Doch der Ausblick belohnt die Anstrengungen immer wieder aufs neue!

Und wenn Du in Elbigenalp bist, musst Du wirklich einen Besuch in der Schaubrennerei Haussegen einplanen!

Fakten zu meiner 4. Etappe des Lechwegs

Länge: ca. 12,5 km regulär (bei mir 17 km laut Komoot)
Höhenmeter: ↑ 410 m; ↓ 460 m (laut komoot)
Dauer: gut 6,5 Stunden, gemütlich mit Pausen und Abstecher mit der Sesselbahn und meinem Umweg!

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Offenlegung für alle acht Etappen: Ich wurde zu den acht Wandertagen vom Lechweg in Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen entlang des Lechwegs (Lech Zürs Tourismus, Warth Schröcken Tourismus, Lechtal Tourismus, Naturparkregion Reutte und Füssen) eingeladen. Herzlichen Dank für diese sehr schöne Einladung und tolle Zusammenarbeit! Die Einladung umfasste die Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen sowie den Gepäcktransport. Dazu kam die Versorgung mit Reiseführer, Infomaterial und die gesamte Planung inkl. der Buchung. Wer meint, dass die Einladung meine Meinung beeinflusst, kennt mich schlecht. Die Anfahrt habe ich selbst bezahlt, die Getränke mal selbst, mal war ich eingeladen. Mein besonders herzlicher Dank an dieser Stelle geht an Ramona vom Projektmanagement Lechweg, die die Wanderung für mich geplant hat und es sich nicht nehmen ließ, neben einem ersten Kennenlernen am ersten Morgen auch noch die 7. Etappe bis nach Reutte mitzuwandern. Danke für die tolle Organisation und die sehr, sehr angenehme Gesellschaft!

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Zum Wandern wurde mir dieser Wanderführer mitgegeben: Lechweg Formarinsee – Füssen: Wanderkarte Leporello mit Streckenbeschreibung, Entfernungen, Höhenprofil wetterfest, reißfest, abwischbar, GPS-genau. 1:25000 (Wanderkarte / WK)


Veröffentlicht von Hubert Mayer

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4 Kommentare

  1. …schade, dass du nicht bei unserem Edelweissfeld vorbeigekommen bist…das Feld ist im Benglerwald (oberhalb von Bach)…und direkt am Lechweg…vielleicht das nächste Mal…

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