Der Hafen von Juist bei der Anfahrt mit der Fähre
Deutschland

Mit der Fähre nach Juist – Entschleunigung ab dem ersten Meter zur ostfriesischen Insel

Mit Fähre geht es gemütlich nach Juist und die Fahrt ist einfach herrlich entschleunigend!

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Blogeinladung (Was ist das?)

Meine Anreise mit dem Zug nach Juist habe ich mit genug Luft, um sicher die Juister Fähre zu bekommen. Denn diese fährt – im Gegensatz zur Fähre nach Norderney – in aller Regel nur einmal am Tag. Warum? Die Fahrrinne nach Juist ist für die Fähre nur bei Flut befahrbar, also tideabhängig.

Dieses Jahr habe ich besonderes Glück – mein Zug kommt pünktlich in Norddeich Mole an. Und am Fährhafen der Frisia steht schon alles bereit, so dass ich meinen Koffer direkt in einen fahrbaren Container stellen kann, der dann mein Gepäck auf Schiff nach Juist bringen wird. Mehr als Handgepäck darfst Du nämlich auf der Fähre nicht direkt bei dir führen.

Doch langsam, vielleicht erst zur Orientierung: Norddeich Mole ist ein Kopfbahnhof, das heißt, alle Züge hier hoch enden genau hier. Das macht die Orientierung leicht: Willst Du nach Juist, geht es (in Fahrtrichtung gedacht) nach links raus und ein paar Meter zurück zu großen Wartegebäude der Reederei Frisia. Dort kannst Du Deinen Fahrschein kaufen, wenn Du nicht bei der Bahn eh bis Juist durchgebucht hast. In Fahrtrichtung nach rechts würde es übrigens mit der Fähre nach Norderney gehen – die Schiffe in diese Richtung fahren mehrfach täglich, die Fahrrinne ist durchgängig befahrbar. Ich liebe ja Juist und mag daher nicht mehr nach Norderney, aber wenn Du Dich für diese ostfriesische Insel interessierst, einmal habe ich sie mir mit einem kritischen Blick angeschaut.

Doch zurück zu meiner Anreise in diesem September nach Juist: Den Koffer packst Du selbstständig in einen der Containerwagen, die dort bereit stehen (es ist aber auch jemand von Frisia da, der dir hilft, wenn Du den Koffer nicht heben kannst). Wichtig: Merke Dir die Nummer des Gepäckcontainers!

Dann nutze ich den Kiosk am Fähranleger Juist/Fähranleger 1 und hole ein Jever. Denn so kommt im (in) Norden an ;) (Achtung: Der Ort Norden liegt vor Norddeich und vor Norddeich Mole ;))

Und dann genieße ich hier die Sonne, gemütlich am Wasser sitzend.

Angekommen in Ostfriesland bei herrlichen Wetter mit einem Jever am Fähranleger nach Juist
Angekommen in Ostfriesland bei herrlichen Wetter mit einem Jever

Während die meisten anderen Passagiere bereits am Zugang zur Fähre sich sammeln, genieße ich lieber das Wetter und schaue mir die Boote im Yachthafen an.

Yachthafen Norddeich Mole mit vielen kleinen Booten
Yachthafen Norddeich Mole

Erst als ich sehe, dass der Zugang zur Frisia VI, die mich nach Juist bringen soll, freigegeben ist und die Fahrgäste sich in Bewegung setzen, laufe ich mit einem Versatz von 2-3 Minuten selbst los, die letzten Meter zum Einstieg auf die Fähre. Mächtig groß liegt sie vor mir am Anleger:

Frisia VI in Norddeich Mole
Frisia VI in Norddeich Mole

Mein Weg führt mich nach oben ins Freie auf der Fähre, die nicht stark belegt ist. Unten sind die Salons, wer lieber drinnen sitzt während der Fährüberfahrt, der kann das natürlich tun. Im Winter mache ich das ja auch die meiste Zeit ;)

Doch mich treibt es raus, raus um nochmal die Sonne zu genießen, raus, einen letzten Blick auf den Yachthafen zu werfen.

Die Sonne über dem Yachthafen von Norddeich Mole im September 2018 vor der Fährüberfahrt nach Juist
Die Sonne über dem Yachthafen von Norddeich Mole

Dann verlassen wir den Hafen von Norddeich Mole, endlich geht es nun wirklich nach Juist.

Wir verlassen den Hafen Norddeich Mole in Richtung Juist
Wir verlassen den Hafen Norddeich Mole

Jetzt ist die perfekte Zeit, kurz nach unten zu gehen und ein weiteres Bier zu holen. Denn eine Fährfahrt genießt man am besten mit einem Jever (ja, ich mag das, nein, die bezahlen mir nichts und ich habe auch keines umsonst bekommen *g*).

Auf manchen Bildern scheint es, als würde die Sonne schon einen tollen Sonnenuntergang veranstalten,

doch eigentlich ist es noch taghell.

Die Frisia VI fährt erst einmal Norderney entgegen, kein schöner Anblick, der sich da bietet.

Bausünden auf Norderney (Archivbild von meiner damaligen Anfahrt nach Norderney mit der Fähre)
Bausünden auf Norderney (Archivbild von meinem damaligen Aufenthalt auf Norderney)

Dann knickt die Fahrrinne ab und es geht an Juist vorbei. Wenn Du Dich jetzt wunderst, warum Du nach so kurzer Zeit schon bei Juist bist und die Fahrtzeit mit der Fähre Norddeich Mole – Juist mit 90 Minuten angegeben ist: Du wirst Dich wundern, was für Schlangenlinien die Fahrrinne macht ;)

Immer wieder schön ist es, wenn Du draussen auf dem Schiff bist (die Sitzbänke sind leider übrigens nur semibequem, um das vorsichtig anzumerken), wenn andere Boote Deinen Weg kreuzen – oder wie hier von hinten langsam heranschiessen:

Noch ist es weit weg, das kleine Boot
Noch ist es weit weg, das kleine Boot,
doch schnell kommt es heran
doch schnell kommt es heran

Der Hafen von Juist rückt immer näher mit der Fähre – und dann entfernt sich das Schiff doch immer wieder.

Der Hafen von Juist ist in Sichtweite, gut erkennbar an dem neuen Wahrzeichen von Juist, dem dritten Seezeichen in Form einer treibenden Boje
Der Hafen von Juist ist in Sichtweite, gut erkennbar an dem neuen Wahrzeichen von Juist, dem dritten Seezeichen in Form einer treibenden Boje

Im Hintergrund ist auch das Kurhaus Juist mit seiner markanten Kuppel (zeige ich Dir auch bald mal noch von innen) zu sehen. Dass man dort auch lecker Essen kann, dass wusste ich bis dahin noch gar nicht, doch dazu in einem weiteren Beitrag mehr :)

Je länger ich fahre, desto ruhiger werde ich. Ich liebe es ja, auf dem Wasser zu sein, egal ob auf einem kleinen Schiff, auf einer Fähre oder auf dem Kreuzfahrtschiff. Das dahin gleiten auf dem Wasser entschleunigt einfach ungemein und ich komme so auch langsam aber sicher im Urlaub an (auch wenn es dieses Mal auf Juist nicht 100 % Urlaub ist, da ich dieses Mal ja für meinen Blog eingeladen bin – nachdem ich aber schon 4-6 mal selbst da war).

Immer näher rückt der Hafen, immer näher rückt Juist und damit das Ende der Fahrzeit mit der Fähre.

Einfahrt mit der Fähre in den Hafen von Juist
Einfahrt mit der Fähre in den Hafen von Juist

Die 90 Minuten Fahrzeit sind nahezu exakt eingehalten, je nach Wetterverhältnissen kann das auch mal ein paar Minuten abweichen, also nicht wundern.

Schnell werfe ich noch einen Blick zur Sonne, bevor wir ganz ankommen:

Ein letzter Blick von der Fähre nach Juist auf die untergehende Sonne
Ein letzter Blick von der Fähre nach Juist auf die untergehende Sonne

(Den Sonnenuntergang selbst werde ich übrigens auf Juist jeden Tag verpassen, also von wegen toller Bilder vom Sonnenuntergang am Juister Strand…)

Dann heißt es Abschied nehmen von der Fähre und mein geliebtes Juist willkommen zu heißen. Über Juist wirst Du in den nächsten Tagen hier noch einiges erfahren, also schau bald wieder rein, oder folge mir per RSS Feed oder bei Facebook. Und wenn Du etwas zum Essen gehen auf Juist wissen möchtest, hab ich Dir auch mal was zusammengeschrieben.

Was Du sonst noch über die Fähre nach Juist wissen musst:

  • Tickets für die Fähre nach Juist gibt’s entweder am Fähranleger in Norddeich Mole oder auch direkt im Internet bei der Reederei Frisia, wenn Du nicht mit der Bahn kommst und bis Juist durchgebucht hast. Die TöwerCard gibt es dann bei Ankunft auf Juist.
  • Beim Durchbuchen mit der Bahn gibt es die TöwerCard, die Gästekarte, die Du auf Juist zwingend benötigst, ebenfalls bei Ankunft am Hafen auf Juist. Kaufst das Ticket am Anleger Norddeich Mole, ist die TöwerCard auch dein Fährticket. Zur TöwerCard erzähle ich Dir ebenfalls bald noch mehr.
  • Du kommst mit dem Auto oder dem Zug, hast kein Ticket für die Fähre nach Juist vorgebucht, es wird aber knapp mit der Abfahrt? Kein Problem, auf die Fähre kommst auch ohne Ticket, TöwerCard mit Ticket gibt es dann ebenfalls im Hafen Juist (ohne geht es nicht aus dem Gebäude am Anleger).
  • An Bord der Fähre gibt es Kleinigkeiten zu essen. Und natürlich Getränke (warm/kalt)
  • Die Überfahrt von Norddeich Mole nach Juist dauert etwa 90 Minuten
  • Aufgrund der tideabhängigkeit der Fähre nach Juist fährt meist nur ein Schiff am Tag nach Juist bzw. von Juist nach Norddeich Mole zurück, bei der Anreise daher unbedingt auf die Fährzeiten achten, wenn Du nicht eine ungeplante Nacht in Norddeich oder Norden verbringen möchtest
  • Wenn Du draussen sitzen willst, schadet es nicht, ein Sitzkissen mitzubringen
  • Am Fähranleger 1 in Norddeich Mole ist ein großes Gebäude mit Kasse, Cafe/Kiosk und zahlreichen Sitzplätzen. Inklusive kostenlosen WLAN
  • Kostenloses WLAN gibt es auch auf der Fähre
  • Die einfache Fahrt mit der Fähre nach Juist kostet (Stand 2018:) 20 EUR, die Hin- und Rückfahrt 32 EUR und die Tagesfahrkarte (hin und zurück am selben Tag) 21 EUR zzgl. Gästebeitrag Juist
  • Nachlass mit dem Niedersachsenticket: 2,- Euro auf die Tagesrückfahrkarte nach Juist; 3,- Euro auf die Mehrtagesrückfahrkarte nach Juist (kein Bahncardrabatt)
  • Ausführliches zu den Tarifen (mit Sondergepäck, Kinder etc.) gibt es bei der Reederei Frisia
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Hinweis: Alle Bilder sind, trotz dass sie noch recht groß sind, einigermaßen für das Web optimiert und damit spätestens auf einem Retinadisplay nicht mehr 100 % scharf. Das nehme ich bewusst in Kauf. Die Originale habe ich natürlich trotzdem, falls ein Partner Bedarf haben sollte – können wir uns gerne austauschen, wie wir ins Geschäft kommen!

Offenlegung: Ich wurde von der Kurverwaltung Juist zu diesem Aufenthalt auf meinem geliebten Juist eingeladen. Die Einladung umfasste die Fährfahrten, die Übernachtungen, eine 2-stellige (steuerpflichtige) Kostenpauschale für Frühstück und ein Abendessen, die Kosten für die Wattwanderung, die Thalassoanwendung sowie die Fahrt zu den Seehundbänken (und ein Fahrrad hätte ich auch bekommen ;)). Zu einer spontanen Yogastunde wurde ich vom Yogaraum Juist eingeladen. Anreise und die restliche Verpflegung (insgesamt ca. 250-300 EUR ohne Einkäufe…) habe ich selbst gezahlt.

Es floss keine Bezahlung und es wurden keine Vorgaben gemacht, ob und wann ich etwas schreiben „muss“. Grund, etwas schön zu schreiben, gibt es nicht – ich schreibe immer meine persönlichen Eindrücke.


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