Was ist so toll an Norderney? Ein kritischer Blick auf die Insel

Einige Wochen liegt es nun schon zurück, dass ich auf Norderney war, eine der größeren der Ostfriesischen Inseln in der Nordsee. Eine Insel, von der so viele Menschen schwärmen – aber warum? Nur damit Du vorgewarnt bist – so richtig werde ich Dir diese Frage nicht beantworten können, denn ich fand Licht und Schatten auf Norderney.

Die Anreise nach Norderney

Die Anreise nach Norderney lässt sich außerhalb von Bahnstreiks recht gut mit dem öffentlichen Nahverkehr planen. Mit dem Zug bis Norddeich Mole, dann weiter mit dem Schiff. Einfach in Fahrtrichtung laufen, dann kommst Du schon an den Anleger, den Du dann rechts siehst. Dein Ticket kannst Du bei der Bahn übrigens bis Norderney durch buchen, ansonsten musst Du das hier in dem Gebäude vor Deiner Nase kaufen.

Ausnahme: Prämienfreifahrten gehen leider nicht, da sind Schiffverbindungen leider nicht inkludierbar. Ich hatte ja eine etwas längere Anreise ab Stuttgart und nach einem Zwischenstopp in Düsseldorf besuchte ich unterwegs noch die Meyer-Werft in Papenburg und die Kissenschlacht zum Word Pillow Fight Day im Radisson Blu Bremen.

Doch ich schweife ab.

Alternativ zur Anreise mit der Bahn kannst Du auch mit dem Auto fahren und das entweder in Norddeich auf dem großen Parkplatz abstellen oder sogar mit auf die Insel nehmen.

Schon bei der Ausfahrt kannst Du beginnen, mit einem Blick zurück abzuschalten und den Alltag hinter Dir zu lassen.

Ein Blick zurück auf den Hafen Norddeich Mole auf dem Weg nach Norderney

Ein Blick zurück auf den Hafen Norddeich Mole

Die Überfahrt ist sehr kurzweilig, an Board gibt es für faire Preise unter anderem eine durchaus gut essbare Currywurst im Glas – auf den Burger würde ich hingegen das nächste Mal verzichten. Dazu gehört natürlich ein gutes Jever – der Inselurlaub auf Norderney soll ja stilgerecht starten 🙂

 

Und ich hab Hunger und Durst.. #burger #Currywurst #bier #foodkoma #instafood #foodporn #frisia

Ein von Travellerblog (@hubertmayer) gepostetes Foto am

Unterwegs siehst Du, wie stark hier teilweise die Gezeiten wirken. Das Wasser zieht sich weit zurück, so dass Du ständig das Watt sehen kannst (natürlich nur bei Ebbe).

Das Watt ist zu erahnen auf dem Weg nach Norderney

Das Watt ist zu erahnen

Bei der Ankunft in Norderney erhältst Du eine Plastikkarte auf der Dein Ankunftsdatum gespeichert ist. Damit musst Du am Ende Deines Aufenthalts den Kurbeitrag bezahlen, der abhängig von Deinem Alter und der Saison ist. Da der Großteil des Jahres eh als Hauptsaison angesehen wird auf Norderney: Für Erwachsene sind das 3,40 EUR am Tag, während 14-17-jährige 1,70 EUR pro Tag an Kurbeitrag löhnen dürfen. Jüngere Gäste bleiben diesbezüglich kostenfrei. Das kannst Du entweder am Hafen von Norderney bei Abreise erledigen. Aber Vorsicht wenn viel los ist und Du spät dran, dann könnte das zeitlich knapp werden. Das Schiff wartet nicht… Doch natürlich gibt es auch hier Alternativen. Zum Beispiel am Tag der Abreise (oder schon vorher, man kann das Abreisedatum eingeben) am Automaten am Kurplatz rechts am Rande bezahlen. Macht das ganze deutlich stressfreier! Doch zurück zur Ankunft in Norderney. Trittst Du aus dem Terminal, musst Du Dich entscheiden. Mit dem Auto kannst Du natürlich zu Deiner Unterkunft fahren und dein Gepäck abladen. Für diejenigen, die wie ich mit der Bahn anreisen, gibt es nun drei Möglichkeiten: Zu Fuß zum Quartier (wenn das einigermaßen zentral im Ort gelegen ist, sind das gut 20 Minuten zum Laufen, je nach Standort etwas mehr oder etwas weniger. Oder Du nimmst ein Taxi, das kostet unter 10 EUR (jetzt mal gerechnet bis zur Milchbar, da waren es eher so 7-8 EUR ;), oder den Bus, der ab dem Hafen fährt (1,90  EUR für die einfache Fahrt 2015).

Unterkünfte auf Norderney

Die Unterkünfte auf Norderney sind nicht unbedingt günstig. Du kannst direkt über die Website von der Insel Norderney suchen und anfragen. Ich selber hatte mein Zimmer über booking.com gebucht, die Auswahl an bezahlbaren Wohnungen über Ostern war aber eher mau. Und so zahlte ich 60 EUR die Nacht für ein ziemlich kleines Zimmer mit sehr dünnen Wänden.


 

Nach dem RadissonBlu jetzt ein wenig beengend hier.. Aber sehr, sehr nett empfangen worden 🙂 Ein von Travellerblog (@hubertmayer) gepostetes Foto am

Dafür lag das Logierhaus sehr zentral und ich war in wenigen Minuten an der Milchbar und am Strand. Und das Frühstück war auch lecker.

Tendenziell würde ich, sollte ich je doch mal wieder auf Norderney fahren, wieder eine Unterkunft in der Nähe der Milchbar suchen – oder auf dem Weg von da zum Conversationshaus.

Schöne Ecken auf Norderney

Natürlich gibt es so einige schöne Ecken auf Norderney. Das geben selbst die Juister zu.

Der Weststrand mit der Weststrandbar

So ist es am Weststrand ganz nett, denn dort kann man nach Juist schauen. Also sagen die Juister 😉 Außerdem hat es dort eine nette Bar (Weststrandbar) mit dem sehr leckeren Norderneyer Bier.

Die Weststrandbar auf Norderney

Die Weststrandbar

Davor kann man gemütlich sitzen und dem Treiben auf der Promenade zusehen.

Einige Schritte weiter ist die

Milchbar Norderney

Die Milchbar Norderney kenne ich als Place to be auf Norderney schon länger von Jörn, der gefühlt seine gesamten Norderneyurlaube dort verbrachte, wenn  ich seine Tweets las.

Blick vom Strand her auf die Milchbar auf Norderney

Blick vom Strand her auf die Milchbar auf Norderney

Ja, dort isses nett. Aber. Und jetzt kommt erst einmal, schön mitten im Text, der erste Teil

meiner Kritik an Norderney.

Ich mag den Menschenschlag dort nicht so. Schicke Outdoorkleidung oder Designerware verpacken hier (so fühlte es sich für mich an) nicht wenige arrogante Menschen, die sich wichtig und hipp fühlen. Grüßen? Fehlanzeige (anders dann übrigens weiter draussen bei Strandspaziergängen, so viel sei zur Ehrenrettung der Insel angemerkt). „Man“ bleibt unter sich. Das ist einfach nicht meins. Sorry, Norderney.

Und – nicht als Kritik an Norderney, sondern an der Milchbar – euer Erfolg macht euch zu schaffen. Die Schlangen an der SB Theke ist mir einfach manchmal zu lange gewesen (Ostern). Und dann trotz vorhandenen Personal die zweite Bar (ohne Essen) nicht aufzumachen, weil noch nicht x Uhr ist? Nee, so werden wir keine Freunde,

So, nun aber genug der Kritik erster Teil. Mit den richtigen Menschen ist es auch da ok 😉


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Außerdem kann man vor der Milchbar den nun wirklich fantastischen Sonnenuntergang vor Norderney beobachten, wenn das Wetter mitspielt, dazu weiter unter mehr.

Was sich auf Norderney auch lohnt, dass ist das Restaurant und der Strand

Weisse Düne

Hier sind wir mit dem Taxi rausgefahren, nachdem wir den stündlich fahrenden Bus knapp verpasst hatten. Die Weisse Düne ist ein Restaurant, kurz hinter einer Düne.

Blick vom Restaurant Weisse Düne auf Norderney

Blick vom Restaurant Weisse Düne

Der Service war an diesem Tag eher grenzwertig, aber es war auch brechend voll. unerwartet empfehlenswert war der Burger dort,

Der Burger in der Weissen Düne auf Norderney: Medium!

Der Burger in der Weissen Düne: Medium!

aber auch die Currywurst konnte sich sehen lassen, das ist schon eine mächtige Portion und schmeckte auch ziemlich gut!

Vom Restaurant aus sind es wenige Schritte bis zum Durchgang zum Strand,

Hier geht's zum Strand an der Weissen Düne auf Norderney

Hier geht’s zum Strand an der Weissen Düne

Du siehst schon, wir hatten ein fantastisches Wetter, das Chris,

Chris, der Käpt'n, bei seiner Lieblingsbeschäftigung auf Norderney

Chris, der Käpt’n, bei seiner Lieblingsbeschäftigung

der euch in seinem Blog auch einiges zu Norderney erzählt (Heimatabend, Schiffe), und ich nutzten, einen schönen Strandspaziergang zurück in den Ort zu machen.

Doch das allerschönste auf Norderney (bis auf die Ausflugsmöglichkeit nach Juist), das ist ein Abend am Strand mit einem tollen

Sonnenuntergang auf Norderney

Da spielt Norderney seine wahre Pracht aus. Auch dazu habe ich Dir eine kleine Bilderstrecke vorbereitet, wobei der schönste Abend mit einer Flasche Talisker 57 ° North und Quatschen über Gott und die Welt mit Chris war.

Achtung, es folgt eine längere Bilderstrecke mit Sonnenuntergang, teilweise mit kleiner Kamera, teilweise mit Smartphone oder Spiegelreflex…

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Sonnenuntergang-Norderney-2

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Und, ist das nicht prächtig?

Ausflüge von Norderney aus

Da bietet es sich an, einen Tagesausflug nach Juist und/oder einen Tagesausflug nach Baltrum zu machen. Die Touren kosten um die 20 EUR, den Fahrplan findest Du hier.

Dazu erzähle ich aber was in einem gesonderten Beitrag 😉 Nur ein Beispielfoto, was Du unterwegs sehen könntest:

DSCN0836

Empfehlungen für Essen gehen auf Norderney – dazu schreib ich Dir mal einen extra Beitrag, ok? Die erste Empfehlung hast Du ja mit der Weissen Düne schon bekommen, jetzt kannst Du auch noch einen Moment warten.

Zum Abschluss aber noch ein weiterer Punkt, warum Norderney nicht meine Lieblingsinsel werden kann – auf der Rückfahrt von den anderen Inseln bzw. bei der An- und Abreise nach Norderney siehst Du das ganz gut:

Bausünden auf Norderney

Bausünden auf Norderney

Bausünden wie diese hohen Häuser verschandeln für mich zu sehr den Anblick einer doch recht kleinen Insel. Sehr schade, oder?

Fazit zu Norderney

Wenn die Gäste ein wenig anders wären und die Insel nicht gerade im Küstenbereich einige böse Bausünden vorzuweisen hätte, dann wäre es echt toll auf Norderney. Gut, es ist teuer, das kann wieder mit „diesen“ Gästen zusammenhängen, dafür gibt es einige sehr schöne Orte auf Norderney und immer wieder einen fantastischen Sonnenuntergang. Dir pfeift herrlich der Wind um die Nase, eine feine Gischt beim Strandspaziergang belebt Geist und Seele.

Und trotzdem – ich mag mein Juist lieber, sorry, Norderney.

Ein paar Bilder noch angehängt:

DSCN0855

Haus-auf-Norderney

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Robben

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Veröffentlicht von Hubert Mayer

Blogger, Netzwerker, LL.B, Versicherungsmensch, ehrenamtlich in Stuttgart engagiert, Onlinejunkie. Du findest mich auch auf Twitter, Twitter, Facebook, Facebookseite des Travellerblogs, Google+ Wer mich und meine Bloggerei unterstützen möchte: Mein Amazon Wunschzettel ist lang

8 Kommentare

  1. Oh, da weckst Du Fernwehträume bei mir. Ich war als Kind öfters mit meinen Eltern auf Norderney. Kann mir vorstellen, dass sich seitdem so einiges verändert hat 😉 Aber besuchen würde ich die Insel schon gerne noch einmal … und schicke Outdoorkleidung hab ich ja 😉

  2. Die Erfahrungen die Du in der Milchbar gemacht hast (unabhängig davon das ich den Laden nicht kenne) erinnert nicht wenig an die Erfahrungen die man in vergleichbaren Läden auf anderen Inseln macht. Oder in anderen Teilen der Republik. Grad wenn so ein Laden beginnt „in“ zu sein wird es meist komisch…

  3. Die Erfahrungen aus der Milchbar kenne ich, aber ich finde die Weisse Düne schlimmer. Dort gibt es draußen ohne Sitzplatz keine Getränke, muss man sich dann vorne im Shop holen. Unfreundliches Personal (mehrere Male getestet) Auf der halben Strecke vom Hafen zur Weissen Düne gibt es die Surfbar. Leckere Burger, freundliches Personal und im Winter rechts im Anbau schöner Kamin. Waren jetzt gerade am WE wieder auf Norderney. Mir war es aber zu voll (ich wusste als Niedersache nicht, das am Fronleichnahm als Nordrhein-Westfalen auf Norderney sind) Also das nächste Mal wieder im März oder im Herbst. Dann ist es insgesamt ruhiger auf der Insel, einen Besuch im Badehaus nicht zu vergessen. Ich liebe die Insel (wenn sie nicht so voll ist)!!

  4. Die Lieblingsinsel ist doch eh meist die, auf der man zuerst war. Bei uns ist und bleibt es Baltrum. Da grüßen übrigens alle und Designerklamotten gibt’s da auch nicht.

  5. Norderney ist vielleicht ein Rentnerparadies, wie man da von Schickimicki reden kann erschliesst sich mir nicht. In der Milchbar sitzen verfettete alte Ruhrpottler die wie blöde glotzen, nicht ist weiter weg von cool als die Gäste in dieser Location. Ansonsten auch wenig Charme, verstehe aus dem Pott ist Amrum, Sylt oder Dänemark weit weg, aber wenn man 2 Wochen Urlaub macht sollte man die 4-5 Stunden längere Fahrt auf sich nehmen. Norderney ist 1980, scheint bei den Rentner ja so zu klappen, charmant ist wenig. Da fehlt auch jeglicher nordische Charme. Weisse Düne etc. ist schön und relativ zeitgemäss, danach wird es aber dünn. Alles mit dem Fahrrad machen zu müssen ist auch eher ein Nachteil finde ich. Norderney – The Walking Dead,

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